Spatenstich für Gedenkort Rodund

Ein Ort der Erinnerung und Begegnung

Mit dem offiziellen Spatenstich am Mittwoch, 21. Oktober 2026, hat die illwerke vkw den Startschuss für die Errichtung des Gedenkorts Rodund gegeben. Direkt neben dem illwerke vkw zentrum montafon entsteht ein Ort, der an die Opfer der NS-Zwangsarbeit erinnert und gleichzeitig Raum für Begegnung, Dialog und historisches Lernen schafft. Das Unternehmen setzt damit ein sichtbares Zeichen für die Auseinandersetzung mit der eigenen Unternehmensgeschichte.

Während der Herrschaft des NS-Regimes 1938 – 1945 arbeiteten tausende ausländische Arbeitskräfte in Vorarlberg. Ein Teil dieser vornehmlich zwangsverpflichteten Arbeiter war im Montafon auf Baustellen eingeteilt, die im Zusammenhang mit dem Ausbau der Wasserkraftnutzung durch die Vorarlberger Illwerke standen. Ihre Schicksale sind Teil der Unternehmensgeschichte, die Erinnerung wachzuhalten sieht die illwerke vkw als Verpflichtung.
„Die Geschichte der Vorarlberger Illwerke ist untrennbar mit den Schicksalen jener Menschen verbunden, die während der NS-Zeit zur Arbeit auf den Kraftwerksbaustellen im Montafon verpflichtet wurden. Wir sehen es als unsere Verantwortung, auch diesen Teil unserer Vergangenheit sichtbar zu machen und die Erinnerung für kommende Generationen zu bewahren. Mit dem Gedenkort Rodund schaffen wir dafür einen würdigen Raum“, betonte Dr. Christof Germann, Vorstandsvorsitzender der illwerke vkw, anlässlich des Spatenstichs.

Ein offener Raum für Erinnerung und Begegnung
Das architektonische Konzept orientiert sich an der Form eines griechischen Amphitheaters. Drei kreisförmig angeordnete Sitzstufen bieten Platz für rund 100 Menschen. Eingebettet in die Landschaft am Becken Rodund entsteht ein offener Raum, der zum Innehalten, Nachdenken und Austausch einlädt. Ein wesentliches Element sind die Namen und Lebensgeschichten von Menschen, deren Schicksale mit der NS-Zeit und der Zwangsarbeit verbunden sind. Diese werden direkt in die Architektur integriert. Ergänzend vermitteln historische Informationen unterschiedliche Perspektiven auf die Vergangenheit. Der Gedenkort soll dabei weit mehr sein als ein klassisches Denkmal. Er wird als lebendiger Ort gestaltet, an dem Geschichte auch für kommende Generationen erfahrbar bleibt.

Geschichte verstehen und Verantwortung übernehmen
Der Gedenkort richtet sich an Mitarbeiter:innen der illwerke vkw ebenso wie an Schulklassen und die Bevölkerung. Gemeinsam mit dem vorarlberg museum wird ein Vermittlungsprogramm entwickelt, das unterschiedliche Formen der Auseinandersetzung ermöglicht – von Führungen und Vorträgen bis hin zu Lesungen, Diskussionen und kulturellen Veranstaltungen.
Damit soll der Gedenkort nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern auch Fragen für unsere Gegenwart aufwerfen: Welche Verantwortung tragen wir als Gesellschaft? Was können wir aus der Geschichte lernen? Und welche Bedeutung haben Menschlichkeit, Zivilcourage und demokratische Werte heute?

Konsequente Weiterentwicklung der Erinnerungskultur
Bereits im Jubiläumsprogramm „100 Jahre Energie aus Vorarlberg“ widmete sich die illwerke vkw im Jahr 2024 intensiv diesem Aspekt der Unternehmensgeschichte. Der Thematik wurde in der begleitenden Publikation breiter Raum gegeben. Zudem fand im illwerke vkw zentrum montafon ein vielbeachtetes Symposium in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck und dem vorarlberg museum statt. Im Zuge des Jubiläums bekannte sich die illwerke vkw klar zu weiteren Maßnahmen in Bezug auf Erinnerungskultur und Forschung. Mit dem Gedenkort Rodund wird nun ein weiterer wichtiger Schritt gesetzt.
Beim offiziellen Spatenstich erläuterten Kurator Mag. Hans-Joachim Gögl sowie der Historiker und Direktor des vorarlberg museums Dr. Michael Kasper als Mitinitiatoren des Projektes die Bedeutung, das Konzept und die historischen Hintergründe des Gedenkorts. Mit dem Gedenkort Rodund entsteht ein dauerhafter Raum, der die Erinnerung an die Vergangenheit wachhält und zugleich den Blick auf unsere gemeinsame Verantwortung für die Zukunft richtet.

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