Die illwerke vkw lud zu einem außergewöhnlichen Lokalaugenschein an jenen Ort, an dem ab 2036 das Wasser des Lünersees ins dann größte Pumpspeicherkraftwerk im deutschsprachigen Raum fließen soll. 
Wenige Tage vor der Einreichung des Lünerseewerks II zur Umweltverträglichkeitsprüfung haben Landeshauptmann Markus Wallner und illwerke vkw Vorstandsmitglied Gerd Wegeler das Projekt bei einem Lokalaugenschein vorgestellt.
Vor der eindrucksvollen Kulisse des Lünersees informierten sie über die Bedeutung des Vorhabens für Vorarlberg, die Versorgungssicherheit und das europäische Energiesystem.
Die illwerke vkw wird das Lünerseewerk II am 31. Juli 2026 zur Umweltverträglichkeitsprüfung einreichen. Damit beginnt die umfassende behördliche Prüfung des größten Energie- und Infrastrukturprojektes des Landes.
„Die Energielandschaft verändert sich grundlegend. Der Bedarf an nachhaltig erzeugter elektrischer Energie steigt rasant. Das bedeutet, dass Wind- und Photovoltaik-Kraftwerke weiterhin stark ausgebaut werden. Um das Energiesystem zukünftig stabil halten zu können, werden große Kapazitäten von flexibler Leistung und Speichern benötigt“, erklärte illwerke vkw Vorstandsmitglied Gerd Wegeler. „Das Lünerseewerk II ist die passgenaue Antwort auf diese zukünftigen Anforderungen.“
Das geplante Pumpspeicherkraftwerk soll mit drei hochflexiblen, voll regelbaren Maschinensätzen eine Leistung von 1.100 Megawatt im Turbinenbetrieb und 1.050 Megawatt im Pumpbetrieb erreichen. Die im Lünersee speicherbare Energiemenge beträgt rund 240 Gigawattstunden. Das entspricht der Speicherkapazität von rund 25 Millionen Haushaltsspeichern. Die außergewöhnliche Fallhöhe von rund 1.300 Metern ermöglicht eine besonders effiziente Nutzung der vorhandenen Wasserressourcen.
Bestehende Infrastruktur bestmöglich nutzen
Ein zentraler Vorteil des Projekts ist die Nutzung des bereits bestehenden Speichers. Auch vorhandene Anlagen, Verkehrswege und energiewirtschaftliche Infrastruktur werden bestmöglich eingebunden. Das Kraftwerk selbst wird unterirdisch errichtet. Die wesentlichen Anlagenteile wie Druckstollen, Druckschacht, Wasserschloss und Krafthauskaverne liegen im Berg.
„Das Wasser ist der wichtigste heimische Bodenschatz Vorarlbergs. Mit dem Lünerseewerk II nutzen wir diesen Bodenschatz verantwortungsvoll und im Interesse kommender Generationen“, betonte Landeshauptmann Markus Wallner. „Das Projekt ist eines der zentralen Zukunfts- und Infrastrukturvorhaben unseres Landes. Es stärkt die Energieautonomie Vorarlbergs und festigt zugleich unsere Rolle in der europäischen Energiezukunft.“ Wallner verwies auch auf die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts: „Ein Investitionsvorhaben dieser Größenordnung schafft über viele Jahre Wertschöpfung, Aufträge und Beschäftigung. Davon profitieren der Wirtschaftsstandort, regionale Unternehmen und die Bevölkerung.“
Umfassend vorbereitete Einreichung
Seit Beginn 2022 hat die illwerke vkw intensiv an der Projektentwicklung gearbeitet. Bis zur Einreichung wurden rund 35 Millionen Euro für Projektentwicklung, Einreichplanung und Erkundungsmaßnahmen aufgewendet. Insgesamt wurden seitens illwerke vkw rund 150.000 Arbeitsstunden dafür geleistet.
Die Einreichung behandelt rund 40 Fachbereiche und umfasst etwa 50 Berichte sowie rund 230 Pläne. Rund 20 externe Expertinnen und Experten sowie Fachbüros waren in die Ausarbeitung eingebunden. Damit wurden Umwelt-, Natur-, Raum-, Sicherheits- und Infrastrukturfragen frühzeitig, systematisch und umfassend bearbeitet.
Im Rahmen des Lokalaugenscheins skizzierte Projektleiter Simon Dörler das Vorhaben anhand einer kleinen Ausstellung auf der Staumauer-Plattform am Lünersee. Dabei wurde anschaulich gezeigt, wie der bestehende Speicherstandort, die außergewöhnliche Fallhöhe und die vorhandene Infrastruktur zu einem hochflexiblen Kraftwerk für die Energiezukunft verbunden werden sollen. Das Lünerseewerk II ist als langfristige Infrastruktur für Generationen konzipiert. Mit einem Investitionsvolumen von rund 2,65 Milliarden Euro soll das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität und Versorgungssicherheit eines Energiesystems leisten, das zunehmend von schwankender erneuerbarer Erzeugung geprägt ist.
Lünerseewerk II – zentrale Projektdaten
– Leistung im Turbinenbetrieb: 1.100 Megawatt
– Leistung im Pumpbetrieb: 1.050 Megawatt
– Fallhöhe: rund 1.300 Meter
– Drei voll regelbare Maschinensätze
– Investitionsvolumen: rund 2,65 Milliarden Euro
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