Lena Pichler feiert Doppelsieg in der Honda-Klasse

- und steht vor ihrem ersten McLaren-Abenteuer

Die erst 15-jährige Österreicherin Lena Pichler, die im Motorsport längst den Spitznamen „Der Bergkristall“ trägt, hat auf der legendären Formel-1-Rennstrecke von Monza das nächste Ausrufezeichen ihrer noch jungen Karriere gesetzt. Vom ersten freien Training bis zu beiden Rennen gehörte sie zu den schnellsten Fahrer:innen ihrer Klasse und feierte am Ende einen beeindruckenden Doppelsieg in der Honda-Klasse der Trofeo Predators.
Bereits in wenigen Tagen wartet die nächste große Herausforderung: Am 05. August wird die Nachwuchsfahrerin auf Einladung von McLaren in Cremona erstmals den 620 PS starken McLaren Artura Trophy EVO testen – ein weiterer bedeutender Schritt auf ihrem Weg in den professionellen Motorsport. Besonders bemerkenswert: Lena Pichler stammt aus der österreichischen Motorsport-Nachwuchsvereinigung motorSPORTaktiv.at, die ihr außergewöhnliches Talent früh erkannte und sie seit Jahren auf ihrem Weg konsequent fördert, begleitet und weiterentwickelt. Mit professioneller Ausbildung, gezielter Unterstützung und großem Vertrauen wächst die junge Burgenländerin Schritt für Schritt zu einer der spannendsten Nachwuchsfahrerinnen Österreichs heran.

Schon im Training ein Ausrufezeichen
Monza gilt als eine der schnellsten Rennstrecken der Welt. Kilometerlange Vollgaspassagen, harte Bremspunkte und enorme Durchschnittsgeschwindigkeiten verlangen selbst erfahrenen Rennfahrern alles ab. Für Lena war die Strecke völliges Neuland.
Doch bereits im ersten freien Training zeigte die junge Österreicherin eindrucksvoll, weshalb sie inzwischen als eines der größten Talente ihres Jahrgangs gilt. Bei Temperaturen zwischen 34 und 37 Grad Celsius arbeitete sie sich Runde für Runde an die Ideallinie heran und überraschte mit einer beeindruckenden Leistung. Platz fünf im Gesamtklassement unter 22 Startern und Platz eins in der Honda-Klasse waren ein deutliches Signal an die Konkurrenz. Auch im zweiten freien Training bestätigte sie ihre starke Form und gehörte erneut zu den schnellsten Fahrern ihrer Klasse.

Monza zeigte plötzlich sein zweites Gesicht
Der erste Renntag begann zunächst unter sommerlichen Bedingungen. Doch kurz vor dem Start öffnete der Himmel seine Schleusen. Obwohl das Thermometer noch immer über 32 Grad Celsius anzeigte, verwandelte sich die Hochgeschwindigkeitspiste innerhalb weniger Minuten in eine spiegelglatte Wasserfläche.
Der Start erfolgte zunächst hinter dem Safety Car. Nach nur sieben Minuten musste die Rennleitung die rote Flagge zeigen. Die Sicht war nahezu null. Nahezu alle Teams standen noch auf Slick-Reifen. Ein Rennbetrieb war unter diesen Bedingungen unmöglich geworden. Nach rund 30 Minuten Unterbrechung wurde das Feld erneut hinter dem Safety Car auf die Strecke geschickt. Diesmal auf Regenreifen – zumindest fast alle.

Mut, Gefühl und Vertrauen
Während die Mehrheit des Feldes nach der Rennunterbrechung auf Regenreifen wechselte, entschied sich Lena gemeinsam mit lediglich vier weiteren Fahrern für eine mutige Strategie. Sie blieb auf Slicks. Eine Entscheidung, die auf der ultraschnellen Formel-1-Strecke von Monza enormes Vertrauen in das eigene Können verlangt. Denn jeder kleine Fehler hätte unmittelbar im Kiesbett oder in den Leitplanken enden können. Für Lena war die Situation noch außergewöhnlicher.
Sie absolvierte ihr allererstes Rennen im Regen mit einem Predator-Formelwagen. Trotz der schwierigen Bedingungen blieb sie jederzeit ruhig. Keine Dreher. Kein Ausritt. Kein Fahrfehler.
Während viele Konkurrenten mit der geringen Sicht und den extrem schwierigen Bedingungen kämpften, brachte sie ihren Formelwagen sicher und kontrolliert ins Ziel. Der Regen hörte zwar nicht mehr auf und die mutige Slick-Strategie ging am Ende nicht vollständig auf – dennoch bewies die junge Österreicherin eindrucksvoll ihr außergewöhnliches Fahrzeuggefühl, ihre mentale Stärke und ihren Kampfgeist.
In der offiziellen Gesamtwertung der Honda-Fahrzeuge belegte Lena einen hervorragenden zweiten Platz, da auch der Sieger der PC015H-Over-Klasse vor ihr gewertet wurde. Dieser setzte jedoch auf Regenreifen, während Lena zu den wenigen Fahrern gehörte, die das Rennen trotz der extrem schwierigen Bedingungen auf Slicks bestritten. Umso beeindruckender war ihre fehlerfreie Fahrt unter Bedingungen, bei denen viele erfahrene Fahrer an ihre Grenzen kamen. Gleichzeitig gewann sie souverän die PC015H-Honda-Klasse und setzte damit ihre beeindruckende Erfolgsserie fort.

Rennen zwei: Der Doppelerfolg wird perfekt
Wer glaubte, der Erfolg aus dem ersten Rennen sei lediglich den schwierigen Wetterbedingungen geschuldet gewesen, wurde im zweiten Lauf eines Besseren belehrt. Erneut präsentierte sich Lena hochkonzentriert. Erneut fuhr sie konstant schnelle Rundenzeiten. Erneut blieb sie fehlerfrei. Und erneut gewann sie ihre Honda-Klasse. Damit machte die 15-jährige Österreicherin ihren Doppelsieg in der Honda-Klasse auf der legendären Formel-1-Strecke von Monza perfekt und bewies eindrucksvoll ihre Konstanz unter völlig unterschiedlichen Bedingungen.

Jede Runde bringt Erfahrung
Für Lena standen die Ergebnisse jedoch nicht allein im Vordergrund. Mindestens genauso wichtig war die Erfahrung, die sie an diesem Wochenende sammeln konnte. „Generell war das Wochenende eigentlich ein Erfolg. Ich habe mich schnell an die Strecke gewöhnen können. Es gab das ganze Wochenende lang harte Kämpfe und ich habe unglaublich viel dazugelernt. Gerade das Regenrennen war eine komplett neue Erfahrung für mich. Solche Situationen bringen einen als Rennfahrerin enorm weiter.“ Diese Worte zeigen eindrucksvoll die Einstellung der jungen Österreicherin. Nicht Pokale stehen im Mittelpunkt. Sondern die stetige Weiterentwicklung.

Der nächste Traum wartet bereits
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht. Bereits am 05. August folgt der nächste große Schritt ihrer Karriere. Auf Einladung von McLaren wird Lena Pichler in Cremona erstmals den 620 PS starken McLaren Artura Trophy EVO testen. Ein GT-Rennwagen der absoluten Spitzenklasse. Der Test gilt als wichtige Standortbestimmung für ihre weitere motorsportliche Entwicklung. Nach den beeindruckenden Leistungen in Monza darf man gespannt sein, wie sich der „Bergkristall“ nun auch im leistungsstarken GT-Sport präsentieren wird.

Eine Entwicklung, die beeindruckt
Wer Lena Pichler in den vergangenen Monaten beobachtet hat, erkennt eine Fahrerin, die sich von Rennwochenende zu Rennwochenende weiterentwickelt. Sie überzeugt nicht nur mit Geschwindigkeit. Sie überzeugt vor allem mit Disziplin, Lernbereitschaft, taktischem Verständnis und bemerkenswerter Konstanz. Vor allem das Regenrennen in Monza hat gezeigt, dass die junge Österreicherin auch unter extrem schwierigen Bedingungen kühlen Kopf bewahrt und mutige Entscheidungen nicht scheut. Eigenschaften, die im internationalen Motorsport oftmals wichtiger sind als reine Rundenzeiten. Monza hat einmal mehr gezeigt: Der „Bergkristall“ wächst weiter. Und das nächste Kapitel ihrer noch jungen Karriere steht bereits unmittelbar bevor. Mit dem McLaren-Test in Cremona wartet nun die bislang größte Herausforderung. Eines scheint jedoch schon heute sicher: Von Lena Pichler wird man in Zukunft noch sehr viel hören.

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