Weder das Renauer Team, noch die debütierende Wienerin Ivonn Simeonova hatten am Wochenende in Most Glück. Abgesehen vom ersten Lauf wurden alle drei Rennen durch zahlreiche Neutralisierungen und sogar Unterbrechungen mit der roten Flagge zunichtegemacht. Die wenigen verbleibenden scharfen Runden nutzte der fehlerfreie Deutsche Elia Weiss vom Team Jenzer, um den Gesamtsieg zu erringen.
Qualifikation:
Zum „Racing Journal Speed Fest“ in Most reiste ein riesiges Feld von 40 Fahrern an. Die Qualifikation wurde wie gewohnt in zwei Gruppen aufgeteilt, und die gut besetzten Tribünen (sowohl am Samstag als auch am Sonntag sahen rund 5000 Zuschauer zu) freuten sich besonders über die schnellste Zeit des Einheimischen Max Karhan (Jenzer). In seiner Gruppe ließ er seine Teamkollegen Elia Weiss, Markas Silkunas, Aleksandar Bogunovic (SG) und den Star des Events Ella Hakkinen, ebenfalls aus dem riesigen Schweizer Team Jenzer, hinter sich. Auch in der zweiten Gruppe setzte sich ein tschechischer Fahrer durch: Teodor Borenstein (Jenzer), gecoacht von Tomáš Enge. Hinter ihm qualifizierten sich der Däne David Walther (Maffi), der Deutsche Simon Rechenmacher (Cram), der gut gelaunte Italiener Francesco Pio Coppola (Technorace) und Mathilda Paatz, die für das Team ihres Vaters startet.
Die beiden Fahrer des österreichischen Renauer-Teams konnten nicht zufrieden sein. Der Schweizer Andreas Lo Bue qualifizierte sich für die 8. Startreihe, sein Litauischer Kollege Tomas Rudokas gar nur für die 15. Team-Boss Renauer fasste zusammen: „Im freien Training waren sie schneller, als jetzt! Sie verkrampfen einfach zu sehr…“ Zufriedener konnte die debütierende Wienerin Ivonn Simeonova (Mathilda Racing) sein, sie fuhr in ihrer Gruppe die gute 11. Zeit.
Zum ersten Lauf stellte sich das Starterfeld bei Regen (!) in der Reihenfolge Karhan, Borenstein, Walther und Silkunas auf. Karhan kam am besten weg und führte vor Borenstein, Walther, Silkunas und Bogunovic. Überraschend war, dass die Fahrer sehr diszipliniert agierten – niemand wollte sich gleich im ersten Lauf das Wochenende verderben. Mitte des Rennens hörte es auf zu regnen und die Fahrer mussten auf der langsam abtrocknenden Fahrbahn mit der Lebensdauer der Reifen haushalten. Später fing es wieder an zu regnen, es kam aber weder zu Positionswechseln an der Spitze, noch zu Unfällen. Max Karhan konnte nach fehlerfreier Fahrt einen der größten Triumphe seiner Karriere feiern. Renauers Lo Bue war auf dem Weg nach vorne und hielt bereits P11, als er zurückfiel.
2. Heat:
Völlig anders verlief des zweite Rennen am Nachmittag – zum echten Fahren kamen die Fahrer darin wohl nur 4-5 Runden… Bei trockenem Wetter, aber unter drohend bewölktem Himmel, startete man in der Reihenfolge Borenstein, Weiss, Silkunas, Rechenmacher, Pio Copola und Hakkinen. Der Start, bei dem Weiss sich vor Borenstein, Rechenmacher und die aufmerksame Ella Hakkinen drängte, war bereits vorentscheidend. Jorge Louis Bruno stellte nämlich seinen Drivex-Tatuus bereits in der ersten Runde ab, woraufhin die Rennleitung zunächst neutralisierte und das Rennen in der zweiten Runde unterbrach. Nach dem Neustart änderte sich die Top-3-Reihenfolge nicht, nur Hakkinen verlor nach einem Fehler in der Schikane eine Position gegenüber Coppola. Nach nur 3 Runden im Renntempo wiederholte sich jedoch das „Farbenspiel“ der Rennleitung: Zuerst fuhr das Safety-Car vor den Leader hinaus und dann wurde das Rennen mit der roten Flagge abermals unterbrochen. Diesmal war Borensteins „Abflug“ schuld. Zum dritten Mal wurde samstags nicht mehr gestartet…
Simeonova hielt anfangs P18, wurde aber in einige Kollisionen verwickelt und beendete das erste Rennen ihrer Karriere als 23.
Eine ähnliche Farce mit Neutralisierungen und Unterbrechungen bot leider auch der dritte Vorlauf am Sonntagmorgen. Von der Pole-Position durfte wieder der Lokalmatador Karhan starten, vor Weiss, Walter, Rechenmacher, Bogunovic und Hakkinen. Claudias Hürtgens Adoptivsohn reagierte jedoch wieder am besten, und vier Runden lang fuhr die Spitze in der Reihenfolge Weiss, Karhan, Rechenmacher, Bogunovic, Hakkinen und Paatz. Dann sahen alle wieder rot: Bruno beendete auch seinen zweiten Start in Most mit einem Unfall. Nach dem Neustart gab es an der Spitze keine Veränderungen – nur Rechenmacher wurde wegen Frühstarts bestraft. Viel Zeit zum Rennen hatten die Fahrer abermals nicht: Es wurden nur zwei Runden gefahren, bevor erneut und endgültig abgebrochen wurde.
Lo Bue machte Teamchef Renauer Freude mit seinem „Zug nach vorne“, der letztendlich Platz 10 bedeutete, Simeonova fiel nach einem Fehler in der Schikane auf P22 zurück und wurde im Ziel als 19. gewertet. Für die Teilnahme am Finale reichte das nicht…
Finale:
Zum großen Finale startete man in der Reihenfolge Weiss, Karhan, Borenstein, Walther, Bogunovic, Coppola, Hakkinen und Paatz – gefahren wurde aber nur wenige hundert Meter. Bereits in der ersten Schikane kollidierten gleich 3 Mädchen (Hakkinen, Paatz und Danielsson) sowie Rechenmacher mit Pedersen.
Nach langer Streckenräumung und Restart führte der konzentrierte Weiss, während Karhan hinter Borenstein zurückfiel. Nach einem Unfall des debütierenden Argentiniers Bulbarela in der 4. Runde entschied sich die Rennleitung jedoch erneut für Abbruch… Nach dem Restart sprintete Elia Weiss zu einem sauberen Hattrick, während Karhan zwei weitere Positionen gegen Walther und Bogunovic verlor.
„Das ganze Wochenende war ziemlicher Mist,“ kommentierte Renauer die Finalplätze 19 (Rudokas) und 24 (Lo Bue). Vor dem Ende der Saison sind noch Rennen in Brünn und am Hungaroring ausstehend.
Ergebnis:
1. Elia Weiss, Jenzer
2. Teo Borenstein, Jenzer
3. David Walther, Maffi
4. Aleksandar Bogunovic, SG
5. Max Karhan, Janezer
6. Francesco Pio Coppola, Technorace
Meisterschafts-Gesamtstand:
1. Elia Weiss 229 b.
2. David Walther 215 b.
3. Teo Borenstein 205 b.
4. Max Karhan 184 b.
5. Simon Rechenmacher 117 b.
Text und Foto: Roman Klemm
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