Einmal im Jahr verwandelt sich die rund 410 Einwohner zählende Gemeinde Eichenberg hoch über dem Bodensee in eine Hochburg des Motorsports. Allein durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verdoppelt sich die Einwohnerzahl an diesem Wochenende beinahe. Kein Wunder, dass die Gemeinde mit Bürgermeister Nico Flachsenberger hinter der Veranstaltung steht.
Die 1.500 Meter lange Strecke am Pfänderstock bildete am vergangenen Wochenende die Kulisse für die Finalläufe sechs und sieben des Internationalen Vorarlberger Dinovino Automobil Cups 2026. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Renn- und Rallye Club Vorarlberg (RRCV) unter Langzeitpräsident Josef Hammerer (81), tatkräftig unterstützt von der örtlichen Feuerwehr und dem Musikverein.
Regen am Samstag, Rennwetter am Sonntag
Der Samstag machte es den Motorsportlern und Zuschauern nicht leicht. Es regnete nahezu ununterbrochen aus Kübeln, weshalb nur wenige Fans den Weg an die Strecke fanden. Dabei boten die schwierigen Bedingungen reichlich Action: Zahlreiche Piloten mussten dem Regen Tribut zollen und schieden vorzeitig aus.
Am Sonntag zeigte sich das Wetter von seiner versöhnlichen Seite. Die Strecke blieb trocken, wodurch die Amateurpiloten deutlich bessere Bedingungen vorfanden und ihr Können unter Beweis stellen konnten.
Die heimische Motorsportelite, die leider nicht vollständig angetreten war, ließ sich weder vom Wetter noch von der Konkurrenz beeindrucken und erzielte in ihren Klassen Spitzenresultate.
Markus Burtscher: Comeback mit einem Sieg
Am Sonntag schlug der Vandanser Versicherungsmakler Markus Burtscher (45) zu. Nachdem er mehr als zehn Jahre lang keine Rennen bestritten hatte, kehrte er erst vor wenigen Wochen beim Bergrennen in St. Agatha ins Renngeschehen zurück. In Eichenberg brachte er seinen Wolf-Einsitzer-Prototyp mit Aprilia-Motor und rund 230 PS an den Start – und überzeugte auf Anhieb.
Souverän fuhr Burtscher in der Gesamtwertung an die Spitze und durfte seinen Erfolg gemeinsam mit Familie und Freunden feiern. Damit löste er den deutschen Samstagsieger Hans Peter Eller ab, der sich am Sonntag mit dem zweiten Gesamtrang begnügen musste.
Hubert Ganath nutzt den Heimvorteil
Der aus Feldkirch-Levis stammende Hubert Ganath (65) nutzte die Gelegenheit, seinen Porsche Cayman GT4 erstmals in dieser Saison beim Rennen in Eichenberg einzusetzen. Dabei profitierte er auch von der tatkräftigen Unterstützung des Auftaktsiegers Dominik Fröhle. Dieser konnte aufgrund eines technischen Problems selbst nicht antreten, bewies aber als Mechaniker sein Können und trug wesentlich zum Erfolg Ganaths bei.
Ganath hatte sich gleich in zwei Klassen eingeschrieben und konnte beide sowohl am Samstag als auch am Sonntag für sich entscheiden. Im Gesamtklassement bedeutete das den zweiten Rang am Samstag und den dritten Platz am Sonntag.
Ebenfalls stark präsentierte sich Kurt Flatz (65) aus Alberschwende mit seinem bärenstarken Lancia Integrale. In der Kategorie „E1 bis 2000 ccm – stark verbesserte Fahrzeuge“ belegte er am Samstag den dritten Platz. Am Sonntag steigerte er sich auf Rang zwei und komplettierte damit das erfolgreiche Abschneiden der Vorarlberger Piloten.
Marco Schöbel krönt sich zum dritten Mal zum Cup-Sieger
Einen besonders erfolgreichen Saisonabschluss feierte der Harder Marco Schöbel (32) mit seinem Opel Kadett. Mit insgesamt vier Klassensiegen beim Finale in Eichenberg und den meisten Klassenerfolgen über die gesamte Saison sicherte er sich den Titel des Internationalen Dinovino Vorarlberger Automobil-Cup-Siegers 2026.
Für Schöbel ist es bereits der dritte Titelgewinn: Schon 2018 und 2023 hatte er die Cup-Wertung für sich entschieden. Damit unterstrich er einmal mehr seine Konstanz und seine Klasse im Vorarlberger Automobilrennsport. „Der Gewinn im Vorarlberger Automobil Cup bedeutet mir sehr viel, denn er war eher unverhofft, ich habe mich eigentlich erst mit dem Sieg am Arlberg durchzuziehen und war mir da erstmals bewusst, dass ich wieder den Cup gewinnen kann“ so ein glücklicher Marco Schöbel, der viel Unterstützung von Elias Scheibenstock, der als Mechaniker fungierte und selbst Cup-Sieger war 2024.
In seiner Klasse überzeugte auch der Dornbirner Michael Zeilinger (39) mit seinem Ford Escort. Er belegte am Samstag den zweiten und am Sonntag den dritten Platz.
Schweizer Duo auf den weiteren Cup-Rängen
Auch die Schweizer Teilnehmer mischten in der Jahreswertung ganz vorne mit. René Leutenegger aus Walzenhausen belegte den zweiten Rang im Cup, gefolgt von Norbert Sieber aus Widnau auf Platz drei.
Damit ging eine abwechslungsreiche Saison des Internationalen Vorarlberger Dinovino Automobil Cups zu Ende, die mit spannenden Rennen, wechselhaften Wetterbedingungen und starken Leistungen der heimischen Motorsportler einen würdigen Abschluss fand.
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