Das vorletzte Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC wurde bei nassem Wetter in Barcelona von Toyota-Prototypen dominiert. Die japanische Marke sicherte sich mit einem Doppelsieg vorzeitig den Herstellertitel. Unter den GT-Fahrzeugen setzte sich in Spanien der Österreicher Richard Lietz durch.
Qualifikation
„Dank des Krieges“ im Nahen Osten bekam auch der Circuit de Catalunya bei Barcelona, unerwartet und plötzlich die Chance, ein Rennen der WEC-Weltmeisterschaft für Prototypen auszurichten. Die Qualifikation in Montmeló endete mit einer Sensation: Die erste Pole-Position der Geschichte holte für die neue Marke Genesis-Hyundai der relativ unbekannte französische Fahrer Mathys Jaubert (im Rennen teilte er sich das Cockpit mit dem Deutschen Lotterer und dem Brasilianer Derani) auf dem Prototyp GMR 001. Seine Qualifikationsrunde war 0,2 Sekunden schneller als der Versuch von Ryo Hirakawa, der seinen favorisierten Toyota für das Sonntagsrennen als Zweiter qualifizierte. Klar, die Startposition spielte vor dem 6-Stunden-Marathon keine entscheidende Rolle, die bemerkenswerte Wettbewerbsfähigkeit des Genesis-Projekts zeigte sich jedoch bereits im freien Training.
Rennen:
Zum Start stand ein attraktives Feld gebildet von 17 Hypercars (Sportprototypen) und 18 Fahrzeugen der LMGT3-Klasse bereit. Auch in Spanien regnet es manchmal – und genau am Mittag des 18. Oktobers 2026, also zur Startzeit, regnete es. Unter diesen Bedingungen startete Juncadella im zweiten Genesis am besten. Schon während der ersten Runde überraschte ihn jedoch die Nässe und er musste in den Kies… Aus der Anfangsrunde kam daher Buemi (Toyota) als Erster zurück, vor Hanson (Ferrari), Lotterer (Genesis), Molina (Ferrari), Stevens (Cadillac) und Gounon (Alpine).
Nach einer Stunde des Rennens waren bereits beide Toyotas TR010 an der Spitze, und die in Köln hergestellten „Japaner“ dominierten von da an klar. Nach 6 Stunden gewannen Sebastien Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa vor ihren Teamkollegen Conway, Kobayashi und de Vries.
Um den Titel „best of the rest“ stritten der Ferrari von Fuoco/Molina/Nielsen mit dem Cadillac von Bamber/Bourdais/Aitken und dem „gelben“ Ferrari von Ye/Kubica/Hanson. Das beste BMW-Fahrzeug kam nur auf den siebten Platz, was für Toyota den vorzeitigen Gewinn des Herstellertitels bedeutete. Um den Fahrertitel kämpfen die Toyota-Piloten am 1. November beim WEC-Finale 2026 in Monza. Der Polesetter Genesis konnte seine Qualifying-Show nicht bestätigen und wurde nur Elfter. Unter den GT-Fahrzeugen setzte sich der erfahrene Österreicher Lietz mit seinen Kollegen Shahin und Pera im Manthey-Porsche durch.

Ergebnis WEC 6h Barcelona:
1. Toyota Racing – Sebastien Buemi/Brendon Hartley/Ryo Hirakawa – Toyota TR010
2. Toyota Racing – Mike Conway/Kamui Kobayashi/Nyck de Vries – Toyota TR010
3. Ferrari AF Corse – Antonio Fuoco/Miguel Molina/Nicklas Nielsen – Ferrari 499P
4. Cadillac Hertz Team Jota – Earl Bamber/Sebastien Bourdais/Jack Aitken – Cadillac V-Series.R
5. AF Corse – Yifei Ye/Robert Kubica/Philip Hanson – Ferrari 499P
6. Cadillac Hertz Team Jota – Will Stevens/Norman Nato/Alex Lynn – Cadillac V-Series.R
7. BMW M Team WRT – Kevin Magnussen/Raffaele Marciello/Dries Vanthoor – BMW M Hybrid V8
9. Alpine Endurance Team – Jules Gounon/Victor Martins – Alpine A424
10. Aston Martin Thor Team – Alex Riberas/Marco Sörensen – Aston Martin Valkyrie
Text und Bilder: Roman Klemm
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