Reini Taus ist Bergrallye Super-Cup-Sieger 2026

Der siebente und letzte Saisonlauf des steirischen Herzog Motorsport Bergrallye-Cups 2026 in Markt Hartmannsdorf war ein würdiges Finale. Spannend blieb es bis zum allerletzten Starter.

Bei gutem Herbstwetter warteten die zahlreichen Zuschauer auf die letzte Startfreigabe des Jahres. Um ca. 17 Uhr war es dann so weit: Reinhold Taus mit der Startnummer 1 auf seinem Subaru Impreza P4 Turbo ging auf die Strecke. Im ersten Rennlauf des Tages stellte er mit einer Zeit von 57,477 Sekunden neuen Streckenrekord in Markt Hartmannsdorf auf. Doch im zweiten wurde der 59-Jährige von einem defekten Temperatursensor gebremst, der Birkfelder erzählt: „Das Auto ging in das Notprogramm – das hatte ich so natürlich nicht geplant, dann bin ich doch etwas nervös geworden.“ Vor dem letzten Run konnte die Crew von Taus das Problem beheben: „Dann war ich mir sicher, dass ich es schaffe.“
Mit einer weiteren 57er-Zeit unterstrich Taus anschließend seine Dominanz auf der über zwei Kilometer langen Strecke im Bezirk Weiz. „Diesmal habe ich mich im Auto so wohl wie noch nie gefühlt. Mein Schweizer Kollege Ronnie Bratschi hat mir gute Tipps beim Fahrwerk gegeben – damit fährt sich das Auto jetzt komplett anders.“ Reini Taus sicherte sich nicht nur einen weiteren Meistertitel in der Königsklasse, sondern auch den wichtigen Super-Cup-Titel. „Dieses Jahr wird mir sicher in Erinnerung bleiben. Wir hatten Höhen und Tiefen, konnten den Kopf aber immer wieder aus der Schlinge ziehen.“ Wie schnell es anders ausgehen kann, beweisen die Ausfälle Thomas Nöst (Getriebe) und Franz Kogler (Antriebswelle) in der Königsklasse.
Den zweiten Platz in der Tageswertung holte sich Peter Probhardt im Mitsubishi Lancer WRC, der auch die Klasse 2a vor Publikumsliebling Felix Pailer und einem weiteren Lancia Delta Integrale des Deutschen Michael Storath gewann. Probhardt blickt als Gesamt-Dritter des Bergrallye Super-Cups ebenfalls auf eine tolle Saison zurück: „Leider habe ich die letzte Kurve des Bergrallye-Jahres ein wenig versemmelt, aber sonst hatten wir das ganze Jahr keine großen Probleme. Das Auto fährt sich so gut und es macht richtig Spaß. Jetzt gehen wir feiern, denn wir müssen erst Montag nach Hause fahren“, so Probhardt.
Sensationsmann auf Tagesrang drei war Andreas Miletich im auf Allrad umgebauten VW Scirocco. Miletich spielte mit seinem Klassensieg auch eine gewichtige Rolle in der Titelentscheidung der Klasse 2b: Denn mit Rang zwei holte Hannes Kaufmann im Ford Escort Cosworth nicht mehr genügend Punkte, um Kontrahent Stefan Wiedenhofer einzuholen – dem Mitsubishi-Piloten genügte der dritte Klassenrang zum Titel.
Auch die Klasse 3a war noch nicht entschieden: Hier setzte sich Kevin Reiß im Mercedes-Benz 190 Evo 1 Turbo durch und sicherte sich gemeinsam mit seinem Teamkollegen Erwin Rabl den Titel vor der Feldbacherin Stella Ochabauer (VW Corrado). Der prestigeträchtige Bergrallye-Pokal der Austrian Motorsport Federation geht in dieser Saison an Heiko Fiausch aus Leoben. Der Opel-Astra-Pilot ist der einzige Pilot bei den modernen Fahrzeugen, der alle Rennen in seiner Klasse (3b) gewinnen konnte und damit die volle Punktzahl abräumte.
Patrick Mayer im 1er-Golf ließ es sich nicht nehmen, trotz vorzeitig fixiertem Titelgewinn auch beim Finale anzutreten. Der Niederösterreicher siegte diesmal vor Christian Strobl und Mario Papst in der Klasse 4a. Enger war es in der 4b, wo Werner Jud (VW Golf) mit einem Sieg standesgemäß den Titel feierte – in Markt Hartmannsdorf vor Tobias Weberhofer und Thomas Kroupa. Mit Patrick Flechl (5a) und Florian Neuherz (5b) siegten weitere Meister ihrer Klassen auch beim Finale.
Eine Vorentscheidung in der noch vakanten Klasse 6 fiel bereits im Training, wo Stefan Mehlmaier durch einen Überschlag aus dem Titelrennen geworfen wurde. Dafür lieferten sich Stefan Franischen, Gabriel Posch und Matthias Kraus im Suzuki Swift GTi einen engen Schlagabtausch. Der Niederösterreicher Kraus, der zuletzt das Bergrennen in St. Agatha gewonnen hatte, feierte mit einer weiteren Spitzenleistung nun seinen Premierensieg im Bergrallye-Cup. Auf Rang zwei folgte der neue Meister Stefan Franischen (aus Mixnitz) im Honda Civic Type R.
Ein kurzer Blick noch auf die Kategorie der historischen Fahrzeuge: Harald Neuherz entschied die Tageswertung im Audi S1 quattro für sich. Einen Heimsieg feierte Mitorganisator Manfred Knaus, der sich im BMW-internen Duell gegen Nino Schanes in der Klasse H für Autos über 2 Liter Hubraum durchsetzte.
Eine großartige Bergrallye-Saison 2026 ist damit zu Ende. Zum Abschluss steigt am 14. November der traditionelle Bergrallye-Ball mit der Jahressiegerehrung, diesmal in Leitersdorf im Raabtal.

Klassensieger Markt Hartmannsdorf: Reinhold Taus (1), Peter Probhardt (2a), Andreas Miletich (2b), Kevin Reiß (3a), Heiko Fiausch (3b), Patrick Mayer (4a), Werner Jud (4b), Patrick Flechl (5a), Florian Neuherz (5b), Matthias Kraus (6); Historische: Manfred Zöchling (11), Jo Krammer (12), Harald Neuherz (13), Mario Stampfer (14), Manfred Knaus (15)
Alle Ergebnisse finden Interessierte auf https://www.delta-timing.hr/hillclimb/index2.html?id=BR

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