Mit einem klaren Sieg im WRC Masters Cup konnten Johannes Keferböck und Ilka Minor bei der Weltmeisterschafts-Rallye in Kroatien die Tabellenführung zurückerobern. Schon in zwei Wochen soll ein weiterer Masters-Sieg eingefahren werden. Johannes ist top motiviert: „Auf Gran Canaria volle Attacke!“

Begonnen hat das Abenteuer am Montag vor der Rallye mit einem Test, bei dem auch der frühere WRC3-Weltmeister Stephane Lefebvre als Berater und später als Teil der wichtigen Gravel-Crew dabei war. Johannes Keferböck erzählt: „Wir haben rund 40 Test-Kilometer absolviert und uns gemeinsam mit Stephane gut in die Abstimmung unseres Autos eingearbeitet.“ Auch den Shakedown vor der Rallye hat man genützt: „Wir haben uns schrittweise ran getastet und das lief gut.“ Der Fokus war von Beginn an klar: „Wir haben uns auf unseren eigenen Rhythmus, auf uns selbst fokussiert und auf unsere direkten Konkurrenten im WRC Masters Cup.“

Schotterbruch als Riesen-Herausforderung
Obwohl die Wetterbedingungen trocken waren, stellten dann doch die Streckenbedingungen bei dieser Asphalt-Rallye eine große Herausforderung dar, wie man auch an den zahlreichen Ausfällen in der obersten Rally1-Kategorie sehen konnte. Johannes nickt: „Es gab brutal viel Schotter auf den Prüfungen, es ging um einen hochkantigen Schotterbruch neben der Straße, der beim Cutten auf die Strecke heraus geschaufelt wurde. Zum Teil hast du den Asphalt nicht mehr gesehen. Wir haben uns aber möglichst rausgehalten und die empfindlichen Stellen bewusst vermieden.“ Mit einem Augenzwinkern fügt Johannes hinzu: „Manche Prüfungen haben mich stark an die Sardinien Rallye erinnert, die ja auf Schotter abgehalten wird.“
Ilka Minor, seit 1997 als Copilotin immer wieder in der Weltmeisterschaft im Einsatz, bestätigt: „So schlimm hat es kaum wo ausgesehen. Es gab Streckenteile, wo ein neuer Asphalt aufgezogen wurde. Da wird seitlich vom Asphalt aufgeschottert und in diesem Schotter sind große Steine vermischt, damit das Wasser besser durchsickert – eine Drainage sozusagen, damit kein stehendes Wasser entsteht. Und diese Steine sind dann ordentlich herausgekommen.“ Was Ilka wundert: „Man hatte früher stets Anti-Cut-Elemente aufgestellt, doch diesmal wurden nur ganz wenige dieser Vorrichtungen platziert.“ Ihrem Fahrer spricht Ilka ein großes Kompliment aus: „Johannes ist souverän mit dieser Situation umgegangen – denn wieder einmal hat er sich bei einer dermaßen schwierigen Rallye keine Fehler erlaubt. Wir haben trotzdem nur drei von 20 Bestzeiten abgegeben – bei einer haben wir schon vor dem Start ganz bewusst gesagt: ‚Nur ja keinen Patschen holen!‘ – und genau diese umsichtige Fahrweise wurde dann auch belohnt.“
WRC Masters Cup-Sieg bringt 15 Punkte Vorsprung
Mit dem 13. Platz der WRC2 sowie dem 24. Gesamtrang bei einer stark besetzten WM-Rallye neben dem Sieg im WRC Masters Cup kann das K4 Rally Team ebenfalls zufrieden sein, wie Johannes Keferböck bestätigt. Zugleich räumt der 53-jährige Oberösterreicher ein: „Wenn ich unsere Zeiten mit jenen der jungen Rally2-Piloten vergleiche, kommt natürlich eine gewisse Ernüchterung einher. Doch unser Ziel haben wir erreicht und darum ist es uns ja gegangen.“
Im WRC Masters Cup führt Keferböck in der Fahrerwertung nun mit 50 Punkten vor dem Griechen Georgios Vasilakis mit 35 sowie dem Polen Michal Solowow mit 25 Zählern. Der Türke Ugur Soylu, den Keferböck in Kroatien schlagen konnte, liegt mit 21 Punkten auf Rang vier der Tabelle. In der Beifahrerwertung führt Ilka Minor mit 50 Punkten vor dem Iren Allan Harryman mit 40 sowie Maciej Baran mit 25 Punkten.
Was Johannes Keferböck in schöner Erinnerung bleiben wird: „Es gab auf den Strecken irrsinnig viele Österreich-Fahnen und die Stimmung war bei dieser Rallye großartig. Es waren unglaublich viele Zuschauer an den Strecken – da hat sicher auch das perfekte Rallye-Wetter mitgeholfen.“

In zwei Wochen: „Volle Attacke auf Gran Canaria
Schon in zwei Wochen steht mit der Rallye Gran Canaria der nächste WM-Lauf auf dem Programm – dort werden Johannes Keferböck und Ilka Minor gänzlich andere Bedingungen vorfinden: „Dort hast du einen Asphalt, der mega viel Grip zulässt. Da müssen wir erst wieder lernen, diese Bedingungen zu verstehen und das Beste herauszuholen. Deshalb werden wir auch am Sonntag vor der Rallye in Spanien einen Test abhalten. Denn auf Gran Canaria wollen wir vom ersten Kilometer an volle Attacke fahren.“
Das Ziel bleibt jedoch unverändert: Abermals möchte das K4 Rally Team den WRC Masters Cup gewinnen und damit die Tabellenführung entsprechend ausbauen.

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