SPAR-Appell: Ausbau der E-Lkw darf nicht am Stromnetz scheitern

E-Lkw im Regelbetrieb: Praxistests zeigen Alltagstauglichkeit

Bei einem gemeinsamen Pressetermin mit Bundesminister Peter Hanke betonen SPAR-Vorstand Marcus Wild und SPAR-Geschäftsführer Alois Huber: E-Lkw bewähren sich auch in der anspruchsvollen Lebensmittel-Logistik. Auch während extremer Hitzeperioden wie im Sommer 2026 funktionierte die gekühlte Lebensmittellogistik rein elektrisch einwandfrei. Damit SPAR als Marktführer im Lebensmittelhandel seine Lieferlogistik mit großer Flotte und langen Routen weiter elektrifizieren kann, braucht es ausreichende Netzkapazitäten und leistungsfähige Stromanschlüsse. Die Elektrifizierung des Schwerverkehrs macht deutliche Fortschritte. SPAR setzt seit April 2026 zehn E-Lkw der neuesten Generation im Regelbetrieb ein und untersuchte dabei das Zusammenspiel von Fahrzeugtechnik, Ladeinfrastruktur und Energieversorgung unter realen Bedingungen. Das Mobilitätsministerium unterstützte die Anschaffung der E-LKW und der Ladeinfrastruktur im Rahmen des Programms eMOVE Austria mit rund 2 Mio. Euro. Die Fahrzeuge werden für die Belieferung von SPAR-Märkten eingesetzt und kommen dabei auch im Anhängerbetrieb sowie für temperaturgeführte Transporte zum Einsatz.
Mit mehr als 1.500 SPAR-, EUROSPAR- und INTERSPAR-Märkten ist SPAR Marktführer im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel. Die tägliche Belieferung reicht von innerstädtischen Standorten bis in ländliche und alpine Regionen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Logistik und die dafür eingesetzten Fahrzeuge. Laut dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sollen die 10 geförderten E-LKW innerhalb der ersten fünf Betriebsjahre 3,75 Millionen Kilometer emissionsfrei zurücklegen.  Das entspricht laut den Berechnungen des Ministeriums einer voraussichtlichen Einsparung von rund 2.500 Tonnen CO₂ gegenüber herkömmlichen LKW.

Praxistest zeigt: E-Lkw sind alltagstauglich, Ladeinfrastruktur muss Schritt halten
SPAR hat nicht nur die Fahrzeugtechnik getestet, sondern den gesamten Einsatz im Logistikbetrieb: Kühltransporte, Anhängerbetrieb, Tourenplanung, Ladefenster, Energiemanagement und Flottensteuerung. Das Ergebnis ist klar: Die E-Lkw sind einsatzbereit – doch auch die die Energieinfrastruktur muss Schritt halten. Am Standort St. Pölten zeigt sich die Herausforderung besonders deutlich: Perspektivisch müssten dort bis zu 90 schwere Fahrzeuge, darunter 60 eigene Lkw, innerhalb kurzer betrieblicher Zeitfenster geladen und anschließend wieder einsatzbereit sein. Dafür sind höhere Netzkapazitäten erforderlich.
Aktuell sind zehn E-Lkw an vier Standorten für die Liefergebiete Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich im Einsatz. Mit einer Batteriekapazität von rund 600 kWh erreichen die Fahrzeuge Reichweiten von bis zu 400 Kilometern, das entspricht ungefähr der Strecke von Wien nach Zagreb, und können damit auch längere Touren ohne Zwischenladung absolvieren. In den Batterien eines einzelnen Fahrzeugs steckt dabei so viel Energie, wie ein durchschnittlicher Haushalt in ein bis zwei Monaten verbraucht. Die Fahrzeuge werden im normalen Logistikbetrieb eingesetzt und übernehmen dieselben Aufgaben wie konventionell betriebene Fahrzeuge.

Die Technik im täglichen Betrieb funktioniert
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass moderne E-Lkw die Anforderungen des täglichen Lebensmittel-Logistikbetriebs erfüllen können. Pro Fahrzeug lassen sich gegenüber einem vergleichbaren Diesel-Lkw durchschnittlich rund 52 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen. Technologische Weiterentwicklungen ermöglichen heute auch temperaturgeführte Transporte und den Einsatz mit Anhänger im Regelbetrieb. Die Elektrifizierung von Logistikstandorten hängt aber nicht nur von den Fahrzeugen ab, sondern auch von den verfügbaren Ladezeitfenstern und den erforderlichen Netzkapazitäten. Da mehrere E-Lkw innerhalb kurzer Zeiträume mit hoher Leistung geladen werden müssen, sind leistungsfähige Netzanschlüsse und eine entsprechende Infrastruktur unverzichtbar. Sie bilden die Grundlage für eine weitere Elektrifizierung der Lieferlogistik. Schon jetzt produziert SPAR 1,4 MW mit einer auf der Zentrale installierten PV-Anlage. Und deckt damit in den Sommermonaten bis zu 25% des durchschnittlichen Strombedarfs.
Gerade in dicht besiedelten Gebieten kann der Einsatz elektrisch betriebener Lkw zusätzliche Vorteile bieten. Die Fahrzeuge verursachen während der Fahrt keine direkten Abgasemissionen und sind leiser als vergleichbare Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb und verbrauchen keinen Diesel.
„Mit der vollständigen Umstellung der 90 Lkw in St. Pölten könnten wir jedes Jahr rund 3,5 Millionen Liter Diesel einsparen und uns unabhängiger von Dieselimporten machen. E-Lkw sind damit nicht nur eine Antwort auf die Klimakrise, sondern auch eine Frage der der Unabhängigkeit der Lebensmittelversorgung und somit der Lebensmittelversorgung“, so Geschäftsführer Huber abschließend.

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