McLaren setzt auf Lena Pichler

Andere 15-Jährige überlegen in den Sommerferien vielleicht, wohin es zum Baden geht. Lena Pichler aus Österreich beschäftigt dagegen eine ganz andere Frage: Wo kann ich mit 620 PS noch später bremsen?

Die erst 15-jährige Österreicherin absolvierte auf Einladung von McLaren ihren zweiten Test im McLaren Artura Trophy EVO. Diesmal ging es auf den anspruchsvollen Autodromo Vallelunga vor den Toren Roms – eine Rennstrecke, auf der Lena zuvor noch nie gefahren war.
Auf diesen zweiten Test hatte die junge Österreicherin regelrecht hingefiebert. Schließlich geht es längst nicht mehr nur darum, einmal einen schnellen McLaren ausprobieren zu dürfen.

2027 wird Lena Pichler in der McLaren Trophy an den Start gehen
Damit beginnt für die 15-Jährige der nächste große Abschnitt ihrer noch jungen Motorsportkarriere. Bei McLaren wird ihre Entwicklung aufmerksam verfolgt. Der österreichische Bergkristall“ soll behutsam geschliffen und Schritt für Schritt an größere Aufgaben herangeführt werden.
Und dafür heißt es zunächst: lernen, testen, Kilometer sammeln – und nochmals lernen. Begleitet wurde Lena in Vallelunga von ihrem Vater Hannes Pichler und von ihrem Coach Patrick Schober, der 2026 selbst erfolgreich in der McLaren Trophy fährt und die Nachwuchsfahrerin bereits seit längerer Zeit betreut.
Patrick hatte Lena schon bei Fahrten mit einem Porsche GT4 auf dem Slovakiaringwichtige Grundlagen und Feinheiten des GT-Fahrens vermittelt. „Dafür bin ich sehr dankbar. Mit 15 Jahren kann man noch sehr viel lernen – und Patrick kann mir durch seine Erfahrung sehr viel erklären“, sagt Lena.In Vallelunga bekam der Begriff „Coaching“ allerdings eine besonders direkte Bedeutung
Für den Test war der 620 PS starke McLaren mit einem zusätzlichen Beifahrersitz ausgestattet. Patrick konnte dadurch direkt neben Lena Platz nehmen und ihr unter realen Bedingungen erklären, worauf es bei Linienwahl, Bremspunkten, Kurvengeschwindigkeit und vor allem beim Vertrauen in das Fahrzeug ankommt.
Später wurden die Rollen getauscht. Patrick übernahm für einige Runden selbst das Steuer, Lena saß daneben – und plötzlich bekam die 15-Jährige eine völlig neue Vorstellung davon, wie viel Grip in diesem McLaren tatsächlich steckt. „Da habe ich erst richtig gemerkt, wie viel das Auto kann. Als ich danach wieder selbst gefahren bin, habe ich mich viel mehr getraut. Das war sehr hilfreich“,erklärte Lena nach dem Test.
Stint für Stint steigerte sich die junge Österreicherin. Sie fasste immer mehr Vertrauen zum Auto, verschob ihre Bremspunkte und begann, die Möglichkeiten des McLaren konsequenter auszunutzen. Vallelunga hatte allerdings noch eine zusätzliche Prüfung vorbereitet: 37 Grad Außentemperatur. Im Rennwagen selbst können unter solchen Bedingungen Temperaturen im Bereich von 60 bis 70 Grad Celsius entstehen. Motorsport kann eben manchmal auch Sauna sein – nur dass man in dieser Sauna einen Helm trägt und mit weit über 200 km/h unterwegs ist. Dass Lena mit der enormen Hitze erstaunlich gut zurechtkam, war kein Zufall. Die 15-Jährige absolviert seit Beginn des Jahres 2026 kontinuierlich ein Fitnessprogramm, das sie gezielt auf die körperlichen Belastungen im Rennwagen vorbereitet.
Auch Andrea, der Lena während des Tests betreuende Ingenieur, zeigte sich mit ihrer Entwicklung sehr zufrieden. Nach einem langen und extrem heißen Testtag bekam die junge Österreicherin ein besonderes Lob: Sie sei sehr gut gefahren, und er sei stolz auf die Fortschritte, die sie während des Tages gemacht habe.Von motorSPORTaktiv.at bis McLaren
Der Weg dorthin begann schon deutlich früher. Lena kam über die Verbindung zu motorSPORTaktiv.at in den Kartsport und wurde von der österreichischen Nachwuchsschule Schritt für Schritt aufgebaut und gefördert. Dort wurden wichtige Grundlagen gelegt, die sie inzwischen bis in das professionelle McLaren-Umfeld geführt haben.
Im Kartsport sammelte sie Rennerfahrung, lernte Zweikämpfe, Linienwahl und Fahrzeugkontrolle. 2026 folgte mit Starts in der italienischen Predator-Einsitzer-Serie der nächste wichtige Schritt. Die Formelrennen liefern ihr nicht nur wertvolle Erfahrungen, sondern schaffen auch wichtige Voraussetzungen für ihren geplanten GT-Einstieg.
nd dieser steht nun fest: 2027 geht Lena Pichler in der McLaren Trophy an den Start. Eine wichtige Rolle spielt dabei Mauro Casadei von McLaren, der Lenas Entwicklung auf McLaren-Seite begleitet und ihre Fortschritte verfolgt. Mit erst 15 Jahren steht Lena damit noch ganz am Anfang eines Weges, der bei entsprechender weiterer Entwicklung weit über die Trophy hinausführen könnte.Das Ziel: McLaren Academy – und irgendwann Werksfahrerin
Die McLaren Trophy 2027 soll deshalb nicht das Endziel sein, sondern die nächste Entwicklungsstufe. Parallel dazu steht für Lena als weiteres großes Ziel 2027 der Weg in die McLaren Academy im Raum. Dort soll sie sich mit ihren Leistungen empfehlen und zeigen, ob sie für weitere Aufgaben innerhalb der McLaren-Strukturen bereit ist.

Keine Motor Freizeit Trends News mehr verpassen!

Jetzt Newsletter kostenlos abonnieren.

Wir respektieren den Datenschutz! Eine Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

An welche Email-Adresse sollen wir die Motor Freizeit Trends News senden?

MFT Jahresabo
Anzeige

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*