Nach Ethan Ischer, Oscar Wurz und Gino Trappa wurde am Hungaroring Elia Weiss als vierter Champion der F4 Central European Zone gekrönt. Auch bei seinem kühlen Finale florierte die noch so junge Meisterschaft – um den Erfolg kämpften 34 junge Sportler. Darunter gleich zwei österreichische Mädchen und das Renauer-Team.
Qualifikation:
Das riesige Teilnehmerfeld wurde vom Veranstalter traditionell in zwei Qualifikationsgruppen aufgeteilt. In der ersten setzte sich der Deutsche Elia Weiss durch, vor seinen Teamkollegen vom dominierenden Team Jenzer Motorsport, Gregoriy Zasov und Max Karhan. Die Schnellsten der zweiten, nur minimal langsameren Gruppe, waren ebenfalls Fahrer des Schweizer Teams, der Tscheche Teodor Borenstein und Markas Silkunas aus Litauen. Hervorzuheben sind die Leistungen der sechs Mädchen im Feld: „Hakkinen und Co.“ hat dabei die debütierende Brasilianerin Victoria Farfus (Cram) geschlagen. Die Tochter der DTM-Legende Augusto Farfus fuhr in ihrer Gruppe sensationell auf Platz 6 und lag dabei zwei Plätze vor dem „Star“ Ella Hakkinen. Die erfahrene Polin Michalina Sabaj zeigte als 10., dass sie mithalten kann. In der zweiten Gruppe überraschte die mollige Italienerin Ginevra Panzeri mit einer hervorragenden 7. Zeit, die in der CEZ-F4 debütierende Österreicherin Clara Stiebleichinger erzielte eine gute 10. Zeit, während ihre Landsfrau Ivonn Simeonova auf Platz 14 etwas zurückblieb.
1. Heat
Die Startaufstellung des ersten Rennens unterstrich deutlich die ungesunde Überlegenheit der Autos vom Jenzer-Team: Weiss, Borenstein, Silkunas und Karhan besetzten die ersten beiden Reihen. Dahinter lauerten – unter anderem – gleich 5 Mädchen.
Bei kaltem Wetter fing es leicht an zu regnen und die Autos rutschten wie auf Eis. Nach nur einer schnellen Runde ging das Safety Car auf die Strecke. Erst 12 Minuten vor Rennende wurde wieder frei gefahren, und zu allgemeiner Überraschung hatte Ginevra Panzeri die besten Karten! Auf Profilreifen führte sie eine Runde lang, bevor sich die Slicks der Favoriten aufheizten. Weiss übernahm wieder die erste Position vor Silkunas und Borenstein. Claudia Huertgens Adoptivsohn fuhr anschließend fehlerfrei zum Sieg – und damit auch vorzeitig zum Meistertitel! Debütantin Victoria Farfus kam als gute 8. ins Ziel. Simeonova wurde 16., die aus der französischen F4 kommende Stiebleichinger nur 21.
2. Heat
Bei trockenen Bedingungen durfte Borenstein am Samstagmittag von der Pole-Position in das zweite Rennen vor Zasov und Karhan gehen. Am besten kam jedoch der Schweizer mit russischen Wurzeln weg und kehrte aus der ersten Runde vor beiden Tschechen zurück. An der Reihenfolge änderte sich in der ersten Hälfte nichts. Erst nach einem Unfall des einheimischen Gaspar verschwanden die Abstände „Dank“ einer Safety-Car-Phase. Danach wurden nur noch 2 Runden gefahren, in denen sich Georgiy Zasov den Sieg nicht nehmen ließ. Als bester Nicht-Jenzer-Pilot erreichte Aleksandar Bogunovic vom Team SG hinter Borenstein und Karhan den 4. Platz. Victoria Farfus bestätigte den hervorragenden Eindruck des Wochenendes. Sie fuhr vor Hakkinen und Panzeri als sechste und beste Frau durchs Ziel. Sepp Renauers einziger fahrer, Tomas Rudokas hlte als 11. „kleine Punkte“, Stiebleichinger kam als 20. an.
3. Heat:
Die erste Startreihe am Sonntagmorgen nahmen die Sieger der bisherigen beiden Rennen ein, Elia Weiss und Georgiy Zasov. Dahinter machten sich Silkunas und Bogunovic bereit. Der frischgebackene Champion Weiss startete bei Sonnenschein und trockenem Wetter richtig durch und kam nach der ersten Runde als Erster zurück, vor Silkunas, Zasov, Rechenmacher und Bogunovic. Während sich an dieser Reihenfolge – bis auf eine Zeitstrafe für Silkunas – nichts änderte, erfreute Hakkinen die Zuschauer in Runde 7 mit einem schönen Überholmanöver gegen Gaspar im Kampf um den 8. Platz. Weiss gewann souverän ein relativ unspektakuläres Rennen und bestätigte damit seine Überlegenheit. Rudokas hat verlustig des Heckspoilers das Rennen nicht beendet, Simeonovas Anstrengungen reichten nur für Platz 19.
Finale:
Zum letzten Rennen der Saison 2026 durfte der neue Meister Weiss von der ersten Position aus starten, vor Zasov, Borenstein, Silkunas und Rechenmacher. Vor einigen Hundert Zuschauern auf der Haupttribüne legte Weiss einen perfekten Start hin und führte vor Borenstein, Zasov und Rechenmacher. Anfang der 3. Runde setzte sich jedoch der Schützling des ehemaligen F1-Piloten Tomáš Enge, Teo Borenstein, an die Spitze. In der 5. Runde lieferte der Ungar Gaspar seinen zweiten schlimmen Unfall des Wochenendes ab. Nach Kontakt mit dem Schweden Ohlert flog er in die Barrieren der zweiten Kurve – das Rennen wurde unterbrochen…
Entscheiden sollte danach ein 4-Runden-Sprint. Borenstein gewann klar vor Weiss, Rechenmacher und dem starken gastierenden Briten Archie Owen (Hitech). Unter den Mädchen setzte sich Panzeri durch, sie kam als 11. ins Ziel.
Ergebnis Finale:
1. Teo Borenstein, Jenzer
2. Elia Weiss, Jenzer
3. Simon Rechenmacher, Cram
4. Archie Owen, Hitech
5. Aleksandar Bogunovic, SG
6. Dean Pedersen, Mathilda
Meisterschafts-Endstand:
1. Elia Weiss 319 P.
2. Teo Borenstein 282 P.
3. Max Karhan 240 P.
4. David Walther 237 P.
5. Simon Rechenmacher 171 P.
6. Markas Silkunas 156 P.
7. Aleksandar Bogunovic 142 P.
8. Georgiy Zasov 139 P.
9. Francesco Pio Coppola 97 P.
10. Mathilda Paatz 89 P.
Text und Foto: Roman Klemm
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