Glatte vierzig Talente der Formel 4 CEZ erschienen zum zweiten Lauf der Meisterschaft im Salzkammergut und zeigten bei überwiegend sommerlichem Wetter sensationellen Motorsport. Die drei Goldpokale teilten sich der Deutsche Elia Weiss und der Tscheche Max Karhan, aber auch die Fahrer des österreichischen Renauer-Teams konnten zufrieden sein.

Training und Qualifikation
Man muss den Organisatoren des Rennens auf dem mörderisch schnellen und engen Salzburgring eines lassen: Man hat die F4-Junioren gut auf diese gefährliche Strecke vorbereitet. Bereits Anfang Mai veranstaltete man einen Testtag und vor dem Rennwochenende standen am Freitag weitere 3 Stunden freies Training zur Verfügung.
Die Beobachter waren nicht überrascht, dass sich der Däne David Walther, der für das Team Maffi parallel zur CEZ auch die komplette italienische Meisterschaft fährt, die schnellste Zeit der Qualifikation sicherte. In der Zeitliste folgte ihm bei strahlendem Sommerwetter eine Armada des Teams Jenzer in der Reihenfolge Max Karhan, Elia Weiss und Teo Borenstein. Weniger zufrieden war der Boss von Renauer-Motorsport, Sepp Renauer: „Meine beiden Fahrer hatten keine Chance. Jeder musste sich in seiner Gruppe allein durschlagen – ohne den Winschatten des Kollegen, der hier absolut wichtig ist. So stehen wir am Start leider mitten drin.“ Renauer fürchtete besonders die enge erste Chicane, doch seine Fahrer Andreas Lo Bue aus der Schweiz und der Litauer Tomas Rudokas sollten dann doch gut durchommen…
Das beste Mädchen war die erstaunliche Ella Hakkinen, die unter anderem von den erfahrenen Managern Arno Zensen (Team Rosberg) und Axel Water (Frentzen, Winkelhock und andere) in Salzburg besucht wurde. Hervorzuheben ist auch die 7. Zeit des Amerikaners Dean Pedersen, der sein erstes Wochenende in Monopostos absolvierte! Ein wenig schlechter lief es für seine Gaststarterin Payton Wescott: Für die amerikanische Juniorin von Mercedes reichte es nur für die Mitte des Feldes.
Top 10 der Qualifikation:
1. David Walther, Maffi 1:20,906s
2. Max Karhan, Jenzer 1:21,024s
3. Elia Weiss, Jenzer 1:21,029s
4. Teo Borenstein, Jenzer 1:21,121s
5. Simon Rechenmacher, Cram 1:21,242
6. Aleksandar Bogunovic, SG Motors 1:21,265
7. Dean Pedersen, Mathilda Racing 1:21,307s
8. Markas Silkunas, Jenzer 1:21,310s
9. Ella Hakkinen, Jenzer 1:21,329
10. Francesco Pio Coppola, Technorace 1:21,366

1. Heat – Samstag
David Walther startete souverän aus der Pole-Position und verteidigte in den ersten Runden ebenso souverän die Führung gegen den Jenzer-Zug Weiss-Borenstein-Silkunas. Es folgten Pedersen und Bogunovic.
Zur Rennhälfte war der Druck von Weiss jedoch so groß, dass der Däne ihm nicht standhalten konnte. Der Adoptivsohn von Claudia Huertgen übernahm die Spitze und hielt sie mit Übersicht bis ins Ziel. Dabei half ihm die Tatsache, dass Walther sich das Vorderflügel beschädigt hatte und sich daher eher auf die Verteidigung gegen Borenstein konzentrieren musste. In der letzten Runde überholte ihn auch Borenstein. Als Vierter erreichte der ausgezeichnete Italiener Coppola das Ziel vor Silkunas und Pedersen.
Unter den Mädchen setzte sich mit Platz 8 Mathilda Paatz durch und bei Renauer konnte man sich nach Lo Bues Aufholjagd über Platz 10. freuen. Rudokas kam als 15. ins Ziel.

2. Heat – Sonntag
Zum zweiten Rennen des Wochenendes startete das Feld in der Reihenfolge Weiss, Karhan, Pedersen und Rechenmacher. Der tschechische Jenzer-Fahrer überholte schon in der zweiten Runde seinen deutschen Teamkollegen und führte, während sich der gefährliche Rechenmacher eine Runde später zunächst auf den 3. Platz vorkämpfte und kurz darauf auch Weiss hinter sich ließ. Der Pilot des italienischen Teams Cram machte jedoch im letzten Drittel einen Fehler, weshalb sich vor ihm ein Duell Weiss-Karhan um den Sieg entwickeln konnte. Letztendlich setzte sich Weiss klar durch und so sah auch „Mami“ Claudia Huertgen wie Elia seinen zweiten Saisonsieg des Wochenendes vor Karhan und Rechenmacher feierte. In ausgezeichneter Form zeigte sich wieder der amerikanische Rookie Pedersen – er beendete das Rennen auf dem vierten Platz vor dem besten Mädchen, Mathilda Paatz. „Schade um die Qualifikation, Andreas hat diesmal klar gezeigt, wie weit vorne wir sonst landen würden,“ war Renauer mit Platz 7 von Lo Bue mehr als happy.

3. Heat – Sonntag
Was Max Karhan am Morgen verpasst hatte, holte er am Mittag nach: Seinen ersten Saisonsieg! Schon in der ersten Runde überholte er in der schnellen Fahrerlagerkurve Poleman Walther und das Rennen gehörte danach ihm. Dabei profitierte er von der Tatsache, dass hinter ihm ein Kampf zwischen Walther, Borenstein und Rechenmacher entbrannte. Diesen Dreikampf verlor hauptsächlich Borenstein, der bei einem der Angriffe so viel Tempo verlor, dass er schließlich nur als Sechster ins Ziel kam. Vor ihm kamen nämlich sowohl Jenzer’s Markas Silkunas als auch Knud Eske Nielsen vom rumänischen Team Real an. Bestes Mädchen diesmal war die insgesamt 9. Ella Hakkinen, die ihre Konkurrentinnen Danielsson und Sabaj klar besiegte. Renauers Tomas Rudokas verfehlte mit Platz 11 nur knapp die top10.
Ergebnis:
1. Max Karhan, Jenzer
2. David Walther, Maffi
3. Simon Rechenmacher, Cram
4. Markas Silkunas, Jenzer
5. Knud Eske Nielsen, Real
6. Teo Borenstein, Jenzer
Etwa 500 zahlende Zuschauer (dass es für den Veranstalter rentabel ist, Eintritt zu kassieren, bleibt sein Geheimnis) freuten sich anschließend auf das Nachmittagsfinale der 34 Schnellsten. Doch ein aufziehendes Unwetter mit viel Wasser von oben machte dies zunichte. Drei Dutzend Teenager auf dem ohnehin schon äußerst gefährlichen Salzburgring fahren zu lassen, war der Rennleitung unter diesen Umständen ein zu großes Risiko…
Die Protagonisten der F4 CEZ werden sich jedoch bereits am kommenden Wochenende auf dem Slovakiaring wieder treffen.
Text: Roman Klemm / Fotos: Roman Klemm jr.
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