Im symbolträchtigen Ambiente der Vela di Calatrava – Città dello Sport in Rom wurde heute der Ferrari Luce enthüllt. Diesen Ort hat Ferrari bewusst gewählt: um den Beginn eines neuen Kapitels in der traditionsreichen Geschichte von Ingenieurskunst und Innovation des Cavallino Rampante zu markieren. Denn an diesem Tag im Jahr 1947 errang Ferrari in Rom seinen ersten Sieg überhaupt, als der Ferrari 125 S auf dem Circuit de la Caracalla den Gran Premio di Roma gewann. An jenem historischen Tag legte Pilot Franco Cortese den Grundstein für eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. 79 Jahre später kehrt Ferrari zurück: um ein Projekt vorzustellen, das sein unbeirrbares Engagement unterstreicht, die Grenzen des Machbaren immer wieder neu zu definieren.

Der neue Ferrari Luce markiert den Gipfelpunkt der Multi-Energie-Strategie der Marke aus Maranello, die am Kapitalmarkttag 2022 vorgestellt und seither mehrfach bestätigt wurde. Entsprechend dem Prinzip der Technologieneutralität ist Elektrifizierung nur eines der Mittel, mit denen Ferrari sein Gestaltungspotenzial in Bezug auf Produktarchitektur, Leistung, Design und Fahrerlebnis erweitern kann, ohne die bestehenden Motoren zu ersetzen.
Die Vertiefung der unternehmenseigenen Expertise von Ferrari im Bereich Elektrotechnologie eröffnet neue Potenziale für Leistung und Effizienz im gesamten Ferrari Ökosystem. Dies umfasst den Technologietransfer zwischen Straßenmodellen und dem 499P, der die jüngste Langstrecken-Weltmeisterschaft gewann, sowie das ambitionierte Projekt Ferrari Hypersail, ein einzigartiges Forschungs- und Innovationslabor. Der Ferrari Luce erweitert die Kompetenz der Marke aus Maranello nochmals und erschließt ihr ein neues Segment, das dabei ganz im Einklang mit der Ferrari DNA steht: der Kombination aus Leistung, Fahrspaß und Vielseitigkeit.
Der Name Luce steht für Klarheit und Zielstrebigkeit. Er weist den Weg in die Zukunft und unterstreicht die Absicht, einen Ferrari 360° zu schaffen – nicht einfach nur einen „elektrischen Ferrari“, sondern einen völlig neuen Ferrari, der für ein noch intensiveres Fahrerlebnis ebenso konzipiert wurde wie für ein Plus an Leistung mit einem einzigartigen, unverwechselbaren Charakter. Traditionell entwickelt und fertigt Ferrari entscheidende Komponenten selbst. Von den Elektromotoren bis zum Akku wird auch für die neue Baureihe jedes Element in Maranello produziert, um Qualität, umfassende Kontrolle und Singularität zu gewährleisten. Das Projekt umfasst mehr als 60 neue Patente: ein mehr als deutlicher Beleg für die technologische Exzellenz von Ferrari und die konsequent zukunftsorientierte Vision der Marke. Ganz im Sinne der „Ferrari Forever“-Philosophie wird das Unternehmen künftig Unterstützung für alle elektrischen Komponenten anbieten, einschließlich Batterien.

Die Entwicklung des Designs des Ferrari Luce wurde der kalifornischen Kreativwerkstatt LoveFrom anvertraut, dem Designkollektiv unter der Leitung von Sir Jony Ive und Marc Newson. Die Einbindung eines externen Teams außerhalb des Designzentrums Ferrari Centro Stile unter der Leitung von Flavio Manzoni zeitigte neue Perspektiven, brachte einen fruchtbaren Ideenaustausch mit sich und ermöglichte die Entwicklung einer neuen Designsprache. LoveFrom erhielt von Beginn an die nötige kreative Freiheit, um die Designrichtung des Projekts zu definieren und diese in ein authentisches Ferrari Erlebnis zu übersetzen. Die elektrische Kraftquelle in Gestalt der von Ferrari entwickelten Motoren und des fortschrittlichen Antriebsstrangs ermöglicht eine radikal neue Architektur. Sie verbindet die außergewöhnliche Ferrari Performance auf einzigartige Weise mit luxuriösem Raumgefühl.
Diese Architektur ermöglicht eine großzügige Lösung mit vier Türen und fünf Sitzen – eine Premiere für Ferrari, da Transaxle-Konfigurationen mit Front-Mittel-Motor und Getriebe hinten keinen fünften Sitz zulassen. Der Innenraum zelebriert Hunderte Komponenten, die mit großer Sorgfalt konzipiert und mit viel Liebe zum Detail bearbeitet wurden. In ihrer Gänze erzeugen sie ein harmonisches, klares Volumen, dessen Formen sich einfach und rational präsentieren, um auf diese Weise das Fahrerlebnis zu optimieren. Exterieur, Interieur und Bedienelemente folgen einer einheitlichen Designsprache.

Das Benutzer-Interface folgt bei Ein- und Ausgabe klaren Strukturprinzipien. Bedienelemente und Anzeigen wurden funktional gruppiert, wobei die wichtigsten Einheiten für Bedienung und Feedback direkt im Sichtfeld des Fahrers liegen. Tausende durchdachte Details vereinen sich, um ein einzigartiges Fahrerlebnis zu ermöglichen. Präzisionsgefertigte mechanische Tasten, Knöpfe, Drehregler und Kippschalter erhalten Ergänzung durch multifunktionale Digitalanzeigen, die mithilfe von Samsung Display entwickelt wurden. Die verwendeten Materialien zeigen sich authentisch und hochwertig: zum Beispiel eloxiertes Recycling-Aluminium, Corning Gorilla Glass und Premium-Leder.
In technischer Hinsicht basiert der Ferrari Luce auf einer eigens entwickelten Plattform mit einem speziell konzipierten Chassis und innovativen technischen Lösungen für eine Vielzahl an Komponenten. Technologien aus der mehr als reichen Erfahrung von Ferrari im Motorsport ermöglichten ein Leergewicht von lediglich 2260 Kilogramm. Dies leistet entscheidende Beiträge zu den erstklassigen Leistungsdaten des Modells: Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden, von 0 auf 200 km/h in 6,8 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit über 310 km/h. Ebenso eindrucksvoll sind die Maximalleistung von 772 kW bzw. 1050 PS sowie die Reichweite von über 530 Kilometern.
Der Ferrari Luce wird von vier Elektromotoren angetrieben: einer pro Rad. Er verfügt zudem über einen leistungsstarken 122-kWh-Akku, ein vom F80 abgeleitetes aktives Fahrwerk und eine unabhängige Hinterachslenkung. Im Kontext dieser technologischen Innovationen symbolisieren zwei Konzepte den ambitionierten Einstieg von Ferrari in die Welt der elektrischen Hochleistungssportwagen am besten: eine präzise Kontrolle der Radbewegung in jede Richtung und unter allen Dynamikbedingungen sowie ein authentisches Soundkonzept.
Jedes Rad ist mit je einem Aktuator für Traktion und Rekuperation, einem für den Lenkwinkel und einem für die Steuerung der Vertikalbewegung ausgestattet. Die Möglichkeit, die Drehmomentverteilung in Echtzeit an die Straßenverhältnisse und die gewünschte Performance anzupassen, ermöglicht außergewöhnliche Freiheit und Präzision bei der Kontrolle. Jedes Rad des Ferrari Luce passt sich somit perfekt an die Eingaben des Piloten an und ermöglicht ihm ein flüssiges, harmonisches Fahrgefühl. Die Möglichkeit zum Torque Vectoring und die elastische Balance des Aufhängungssystems erleichtern präzise Richtungswechsel und verbessern dadurch Wendigkeit und Fahrkomfort.
Der Klang des Ferrari Luce wiederum folgt einem wichtigen Grundprinzip: Der Sound muss authentisch und funktional sein, erzeugt von der Mechanik des Fahrzeugs und als Abrundung des Fahrerlebnisses. Ein präziser Beschleunigungsmesser in der Mitte der Achse erfasst Dynamik und Vibration der rotierenden Komponenten, während sich die Schallwellen ausbreiten. Dieses von Ferrari entwickelte und patentierte System filtert, entzerrt und verstärkt Signale ähnlich wie eine E-Gitarre – dies jedoch nur, wenn es dem Fahrerlebnis zugutekommt. Die Soundlevel richten sich nach der Position des e-Manettino und dem Einsatz der Schaltwippen, sodass sich der Fahrer zwischen konzentrierter Ruhe und maximaler Ausdrucksstärke bewegen kann. Der Sound wird sowohl über ein externes Verstärkersystem, das natürliche Klangwellen erzeugt, als auch über ein internes System mit hoher Detailtreue und Klangqualität abgegeben. Der Innenraumsound ist dabei auch außerhalb des Fahrzeugs wahrnehmbar. Der Ferrari Luce profitiert von den Ergebnissen modernster NVH-Forschung (Noise, Vibration, Harshness – Geräusche, Vibrationen und Rauheit) und ist damit der komfortabelste Ferrari aller Zeiten. Die Übertragung von Fahrbahngeräuschen wird durch den ersten elastisch gelagerten Hilfsrahmen in der Geschichte der Marke aus Maranello ebenso signifikant reduziert wie durch das aktive Fahrwerk und durch Optimierungen von Gewicht, Steifigkeit und Schalldämmung.

Mit der Entwicklung des Ferrari Luce verfolgten die Ingenieure ein ambitioniertes Ziel: den mit Abstand niedrigsten Luftwiderstandsbeiwert in der Geschichte der Straßenmodelle aus Maranello zu realisieren, gepaart mit einem unübertroffenen Interieur. Äußerste Sorgfalt im Hinblick auf Aerodynamik prägte daher die grundlegende Architektur. Alle Oberflächen wurden glatt, stufenlos und ununterbrochen angelegt, um den Luftstrom zu optimieren und Verwirbelungen zu minimieren. Eine weitere Premiere für Ferrari sind aktive Aerodynamikgitter: Sie regulieren den Luftstrom zu den Wärmetauschern und gewährleisten stets ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kühlanforderungen und Luftwiderstand. Die aktive Karosseriehöhenverstellung senkt die Fahrzeugfront bei hohen Geschwindigkeiten um 10 Millimeter ab, um die Effizienz zu maximieren, ohne dabei Komfort oder Leistung zu beeinträchtigen. Das Kühlsystem ist Teil einer integrierten Softwarelösung, die die Reichweite optimiert – durch die Abstimmung von Stromverbrauch, intelligenter Aufwärmphase, Schnelllademanagement sowie Batterie- und Kabinen-Vorkonditionierung, die per Fernsteuerung bedient werden kann.
Das Fahrdynamikprofil des Ferrari Luce wurde so gestaltet, dass die enormen Vorteile einer Elektroarchitektur im Hinblick auf Schwerpunkt, Trägheit und Steuerungsfreiheit optimal genutzt werden. Dadurch bietet das neue Modell stets ein agiles und natürliches Fahrverhalten. Der Pilot übernimmt die Steuerung mithilfe des e-Manettino, das Leistung und Traktion moduliert, sowie des legendären Fünf-Positionen-Manettino mit einer Logik, die sich an die Traktionsbedingungen anpasst. Die neue Vehicle Control Unit (VCU) feiert im Ferrari Luce Premiere: Diese Steuerung integriert Antriebsstrang und Dynamiksysteme. Sie aktualisiert die Zielvorgaben 500 Mal pro Sekunde, während die Effizienzstrategien mithilfe der ebenso brandneuen Side Slip Control X koordiniert werden.
Elektrischer Vierradantrieb stellt eine Premiere für Ferrari dar. Er ermöglicht die volle Ausschöpfung des Potenzials von Torque Vectoring – für ein stets präzises und reaktionsschnelles Fahrverhalten. Gleichzeitig bürgen das neue System Torque Shift Engagement und ein weiterentwickeltes regeneratives Bremssystem für eine progressive Drehmomentabgabe und Motorbremswirkung, die eines Sportwagens würdig sind. Torque Shift Engagement ist die für Ferrari typische Antwort auf eine der Herausforderungen von Elektroantrieben: das Gefühl einer starken, plötzlichen Längsbeschleunigung, das beim Anfahren beunruhigend wirken kann, sich aber mit zunehmendem Tempo abschwächt. Ferrari hat ein patentiertes System entwickelt, das es gestattet, das verfügbare Drehmoment durch Betätigung der rechten Schaltwippe am Lenkrad zu erhöhen und gleichzeitig das Gefühl einer progressiven Beschleunigung beizubehalten. Beim Bremsen hingegen kann mit der linken Wippe eine zunehmend stärkere Motorbremswirkung nachgeahmt werden, die speziell kalibriert ist, um ein noch spannungsreicheres Fahrerlebnis zu bieten.
Der Antriebsstrang besteht aus vier Permanentmagnet-Synchronmotoren mit Radialfluss, die vom F80 abgeleitet wurden und vorn eine Höchstdrehzahl von 30.000/min sowie hinten von 25.500/min erreichen. Das System besitzt eine 800-Volt-Architektur und vereint Leistung mit Effizienz – durch Lösungen, die direkt aus dem Motorsport stammen. Der Hochvolt-Akku wurde in Maranello entwickelt, validiert und gefertigt. Er besteht aus 210 in Reihe geschalteten Zellen mit einer Gesamtkapazität von 122 kWh und unterstützt Schnellladung mit bis zu 350 kW. Der Akku wurde zudem als strukturelles Element des Fahrzeugs konzipiert. Die Steuerungselektronik verfügt über kompakte Wechselrichter und einen DC/DC-Wandler für das aktive Fahrwerk, um einen rekordverdächtigen Wirkungsgrad von über 98 Prozent zu erzielen.
Akku, Chassis und Karosserie des Ferrari Luce bilden ein integriertes System, das die strukturelle Leistung und Effizienz optimiert. Das Chassis kombiniert Hohlgussteile, Strangpressprofile und Aluminium, während an der Karosserie Strangpressprofile und Aluminiumblech zum Einsatz kommen. Die Architektur erlaubt eine Maximierung des Innenraums, da sie ohne Mitteltunnel auskommt und die Akkus unter dem Boden und den Rücksitzen platziert. Ein hoher Grad an Detailoptimierungen und die Integration eines elastischen mechanischen Hilfsrahmens hinten tragen zu Ferrari typischen Handlingeigenschaften sowie bestem Komfort bei. Das Batteriegehäuse unterstützt aktiv die Steifigkeit der Karosserie: Im Vergleich zu früheren viertürigen Modellen liegt sie um über 25 Prozent bei der Biegesteifigkeit und 35 Prozent bei der Torsionssteifigkeit höher. Die Einheit aus Karosserie und Batteriegehäuse zählt dabei zu den leichtesten der Klasse für ein Modell dieser Spezifikation. Abgerundet wird das Konzept mit der semi-virtuellen Doppelquerlenkerachse samt hochgesetztem oberen Querlenker, mit der unabhängigen Hinterachslenkung, optimierten Karbon-Keramik-Bremsen und innovativen Lösungen zur Reibungsreduzierung: zur Maximierung von Fahrspaß und Komfort.
Durch den umfassenden Einsatz von recyceltem Sekundäraluminium kann der CO₂e-Ausstoß bei der Produktion um etwa 70 Prozent des Gesamtgewichts des Modells reduziert werden. Der Ferrari Luce schreibt ein neues Kapitel der Markenhistorie – und er setzt gleichzeitig die lange Geschichte kompromissloser Innovation, herausragender Fahrleistungen und einer Ingenieurskultur fort, die stets die Grenzen des Möglichen neu definieren will.
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