Patrick Schober: Mitten im Kampf um den NASCAR-Meistertitel

Der 21-jährige Riese Patrick Schober ist eine sehr interessante und internationale Persönlichkeit. Er wurde in Spanien als Sohn einer slowakischen Mutter und eines österreichischen Vaters geboren, seine Eltern wohnen im slovakischen Trnava, Patrick in der Nähe des Red Bull Rings und seine Freundin in Budapest! Im Cockpit seiner NASCAR-Silhouette muss er all das jedoch beiseite lassen und sich auf das Hauptziel der Saison 2025 konzentrieren: den Titel des Champions zu gewinnen!

Du bist erst 21 Jahre alt, aber auf der Rennstrecke bist du schon sehr lange aktiv. Würdest du dich bitte den Lesern vorstellen?
PS: Mein Vater hat in der österreichischen Formel Ford Rennsport betrieben und als ich zwischen 3 und 4 Jahren alt war, setzte er mich zum ersten Mal in einen Kart. Mit acht Jahren fuhr ich meine ersten Rennen, bereits mit 14 stieg ich auf Monoposti um und fuhr Formel König.

Du hast bereits eine ziemlich unübersichtliche Menge an Titeln…
PS: Wir haben dann ein Auto der Formel ADAC besorgt und damit wurde ich 2018 slowakischer Rundstreckenmeister. Mit dem Monoposto F4 war ich in der Saison 2020 Vize-Meister von Österreich und Mitteleuropa, und im Corona-Jahr 2021 sammelte ich Titel als Meister überall dort, wo ich antrat: Österreich, Slowakei, Drexler Cup und CEZ.

Wie kam es zu dem Sprung aus einem kleinen Formelauto in die riesigen NASCAR?
PS: Natürlich würde ich lieber weiterhin den Weg in den Formelklassen gehen,  das ist aber sehr kostspielig. Mein Vater hat Hunderte von Sponsoren angesprochen – ohne großen Erfolg. Er sagt, dass er darüber einen Roman schreiben könnte… In Vallelunga habe ich gegen Ende der Saison 2021 die NASCARs ein wenig genauer beobachtet und es schien uns eine logische Möglichkeit zu sein. Zudem hatte mein Manager Robert Wagner bereits einen Fahrer in der NASCAR. Noch im Dezember habe ich dort den Recruit-Test absolviert.

Und dieser Test war eigentlich bereits der erste Erfolg?
PS: Ja, ich war der Beste aller Bewerber und habe somit eine kleine Unterstützung von NASCAR erhalten. Mein Weg war also vorbestimmt…

Du hast dann bei dem italienischen Team DoubleV unterschrieben?
PS: Sie waren neu in der NASCAR und wir haben zusammen gelernt. Die Zusammenarbeit mit ihnen war sehr gut und ich blieb zwei Jahre. Im Jahr 2022 belegte ich den 10. Platz insgesamt und im Jahr 2023 feierten wir in Oschersleben unseren ersten Sieg. Insgesamt landete ich auf dem 4. Platz.

Du konntest also höhere Ziele anpeilen?
PS: Ja. Für die Saison 2024 bin ich ins französische Team EDV gewechselt, das ein erfahrenes Team ist, das bereits viele Titel in verschiedenen Klassen gewonnen hat. Ich habe zwei Rennen gewonnen und wurde Vizemeister. In der Teamwertung sind wir Champions geworden. Zur offiziellen Siegerehrung sind wir in die USA geflogen. Es fand dort statt, wo auch die Champions der US-NASCAR bekannt gegeben wurden – was für ein Erlebnis!

Könnten Sie uns die Technik des Fahrzeugs vorstellen, mit dem die NASCAR Euro Series fährt?
PS: Das Chassis und die 5,7-Liter-Motoren mit etwa 400 PS werden von einer Firma in Kanada gebaut. Zusammengebaut wird alles von FJ-Motorsport in Frankreich. Das Auto auf Hoosier-Reifen wiegt etwa 1200 Kilogramm, im Vergleich zu den USA haben wir also relativ leichte Autos.

Und die Markenzeichen an den „Kühlern“?
PS: Die sind nur dort, um an die Marken zu erinnern, die in der US-NASCAR tätig sind. Hier in Europa engagieren sich die Automobilhersteller leider überhaupt nicht…

Was machst du zwischen den Rennen?
PS: Ich arbeite als Instruktor im Driving Center Red Bull Ring! Für dieses Jahr haben sie mich dort ausgewählt. Es ist für mich so eine Art Rückkehr in die Kindheit. Mein Opa hat nämlich ein Häuschen direkt über der Glatz-Kurve des früheren Österreichrings.

Wie bewertest du den Verlauf der Saison 2025?
PS: Es tut mir leid, dass ich in diesem Jahr noch nicht gewonnen habe und es ist schade, dass das Wochenende in Most so unglücklich verlaufen ist. Trotzdem ist die Gesamtmeisterschaft noch völlig offen und ich habe nur 22 Punkte Rückstand auf den Führenden. Für die Play-offs in Oschersleben und die Finalrennen in Zolder habe ich nur ein Ziel: den Titelgewinn.

Wer unterstützt dich in diesem Jahr?
PS: Es sind die Firmen Dr. Bohrer und die Kuchelnacher Gruppe. Die Hauptfinanzlast trägt jedoch die Firma meines Vaters, ProCar, die Fahrkurse auf dem Slovakiaring anbietet.

Wenn du dir die optimale Zukunft aussuchen könntest, wie würde sie aussehen?
PS: Wenn sie in NASCARs stattfinden sollte, müsste mein Weg in die USA führen. Ich würde dort gerne etwas ausprobieren. Vielleicht in der Xfinity Series oder beim Truck Racing (Pick-Ups). Für einen möglichen „europäischen Weg“ versuchen wir, Tests mit GT3- oder LMP3-Autos zu organisieren.

Amerika, das würde Ovale bedeuten….
PS: Sicher, und ich würde mich wirklich darauf freuen. Ich habe Erfahrungen vom niederländischen Oval in Venray und die sind absolut positiv. Letztes Jahr sind wird dort mit einem Gegner komplette 20 Runden Seite an Seite gefahren. Absolute Konzentration, kein Hauch von Langeweile. Man vergisst alles um sich herum. Das Rennen verging wie im Flug. Das würde mir gefallen…

Und deine unmittelbaren To-dos heute Nachmittag?
PS: Ins Auto springen, meine Freundin nach Budapest bringen, umdrehen und am nächsten Tag wieder bereit im Driving Center Red Bull Ring sein!

Text und Foto: Roman Klemm

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