Viele ungarische Punkte für Charlie Wurz

F3 in Budapest

Der beste Fahrer der Formel 3 in dieser Saison, der Brasilianer Rafael Camara, krönte sich mit einem weiteren Sieg auf dem nassen Hungaroring bereits vor dem letzten Rennen in Monza zum Champion der FIA Formel 3. Ferrari hat eindeutig einen Ersatz für den schwächelnden Hamilton. Auch Österreichs Charlie Wurz hatte ein starkes Wochenende in der Puszta und kassierte mit Plätzen drei und vier 20 Punkte!

Freitag:
Die vorletzte Qualifikationssitzung der Saison 2025 fand vor sensationell gefüllten Tribünen des stark modernisierten Hungaroring statt. Aufgrund der lächerlichen Streckenführung rechneten die Teams nicht mit Überholmöglichkeiten im Rennen, weshalb das Qualifikationsergebnis absolute Priorität hatte. Das äußerte sich darin, dass die meisten Fahrer drei (!) Sätze frischer Reifen verwendeten.
Diese Tausendstel-Lotterie ging am besten für Camara aus, der nach zwei misslungenen Versuchen kurz vor dem Fallen der karierten Flagge die beste Zeit fuhr. Der Ferrari-Junior war um 8 Tausendstel schneller als Mari Boya vom Campos-Team. Hinter ihnen qualifizierten sich Tuukka Taponen (ART), Gerard Xie (Hitech), Theophile Nael (Vam Amersfoort) und der sehr gut aufgelegte Österreicher Charlie Wurz (Trident).

Samstag:
Der thailändische Polesetter Tasanapol Inthraphuvasak (Campos) zeigte einen makellosen Start und kehrte als Erster aus der ersten Runde zurück, gefolgt von Hedley und Wharton. Schlechter schnitt der Junior von Williams, Alessandro Giusti, ab, als er am Ende derselben Runde nach einer Kollision mit Ugochukwu crashte und somit den ersten Einsatz des Safety Cars verursachte.
Inthraphuvasak konnte nach dem Neustart Hedley hinter sich halten, und hinter ihnen entstand die für den Hungaroring so typische Schlange ungeduldiger Fahrer in der Reihenfolge Wharton, Ugochukwu, Badoer, Wurz, Nael, Boya und weiteren. In der 7. Runde schob sich der Schwarze Ugochukwu vor Wharton auf den dritten Platz. Zur Hälfte des Rennens lag das Trio Inthraphuvasak-Wharton-Ugochukwu mit 2 Sekunden Vorsprung vor Wharton, der offensichtlich Badoer und Wurz hinter sich bremste. Das Tempo des Führenden konnte schließlich auch der Außenseiter Hedley nicht halten. 8 Runden vor Schluss überholte ihn Ugochukwu. In derselben Phase kämpfte sich Charlie Wurz auf den 4. Platz vor Badoer und Wharton.
Eine weitere Änderung der Reihenfolge wurde jedoch durch den zweiten Einsatz des Safety Cars aufgrund eines Unfalls von Leon mit Noel in der 4. Kurve verhindert. Im modernen Zirkus von Liberty Media dauert es leider eine Ewigkeit, ein einziges, kaum beschädigtes Fahrzeug zu entfernen, und so konnte nur noch eine einzige scharfe Runde gefahren werden. Beim entscheidenden Neustart ließ sich Inthraphuvasak nicht überraschen und gewann vor Ugochukwu. Hinter ihnen reagierte insbesondere der Anglo-Österreicher Wurz hervorragend. Er überholte Hedley und durfte somit auf das Siegerpodium.
Rafael Camara nutzte die Rochaden der zweiten Rennhälfte, um sich mit dem 8. Platz zumindest ein paar Punkte zu sichern, während Tsolov punktlos blieb.

Sonntag:
Am Sonntag wurde auch Ungarn vom schlechten Wetter des Sommers 2025 eingeholt, und es regnete auf dem Hungaroring. Nach Einführungsrunden hinter dem Safety Car wurde daher fliegend gestartet.  Pole-Setter Rafael Camara kam aus der ersten Runde mit einem Vorsprung von knapp einer Sekunde auf Boya, Taponen, Xie, Ugochukwa, Nael und Wurz zurück. Ferrari-Junior Camara und der Junior von Aston Martin, Boya, bestimmten an der Spitze klar das Tempo und fuhren der Konkurrenz um 5 Sekunden davon, bevor sich das Feld nach 4 Runden erneut hinter dem Safety Car zusammenstauchte: Der Pole Bilinski schickte den Amerikaner Benavides in die Barriere der vorletzten Kurve…
Auch nach dem Restart wurde nicht allzu lange gerannt, denn der Chinese Xie schleuderte durch einen Fehler sich selbst und den Amerikaner Ugochukwu in den Kies der Kurve 5. Davon profitierte vor allem Wurz, der sich hinter Taponen auf den 4. Platz verbesserte.
Am Ende des Rennens entschied auf einer abtrocknenden Strecke, wer sich am besten die Lebensdauer der weichen Reifen eingeteilt hatte. Es überraschte nicht, dass es der „Mann des Jahres“ Camara war. Der brasilianische Fahrer des Trident-Teams gewann vor Boya und krönte sich damit bereits vor dem letzten Rennen des Jahres in Monza zum FIA-Formel-3-Meister. Um den dritten Platz lieferten sich Taponen, Wurz, Nael und Tsolov einen unterhaltsamen Kampf. Der Bulgare Tsolov kam zwar von Startplatz 21 auf den sechsten Platz vor, verlor jedoch seine theoretischen Chancen auf den Titel.
„Es war eine lange und vor allem mental sehr anspruchsvolle Saison. Ich habe diesem Moment weit weg von meiner Familie und Freunden viel geopfert. Endlich kann ich ein wenig entspannen,“ fasste „Rafa“ Camara den größten Moment seiner bisherigen Karriere zusammen. Der Brasilianer ist mit Abstand der vielversprechendste Junior der Ferrari Akademie. Es würde nicht überraschen, wenn der alternde Hamilton eines Tages eben durch Camara ersetzt würde.
Der in Monaco lebende Charlie Wurz zeigte in Ungarn sein bisher stärkstes F3 Wochenende überhaupt. Die 20 Punkte vom Hungaroring katapultierten ihn in der Gesamttabelle unter die Top10.

Ergebnis Sonntagsrennen F3:
1. Rafael Camara, Trident
2. Mari Boya, Campos
3. Tuukka Taponen, ART
4. Charlie Wurz, Trident
5. Theophile Nael, Van Amersfoort
6. Nikola Tsolov, Campos
7. Brando Badoer, Prema
8. Laurent van Hoepen, ART
9. Alessandro Giusti, MP
10. Tasanapol Inthraphuvasak, Campos

Text und Foto: Roman Klemm

Keine Motor Freizeit Trends News mehr verpassen!

Jetzt Newsletter kostenlos abonnieren.

Wir respektieren den Datenschutz! Eine Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

An welche Email-Adresse sollen wir die Motor Freizeit Trends News senden?

MFT Jahresabo
Anzeige

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*