Patrick Schobers vielversprechendes McLaren-Debüt in Monza

Vom Trainingshelden zum Punktejäger – Große Hoffnungen, starke Leistungen und ein Wochenende, das Lust auf mehr macht

Wenn die Familie Schober, Freunde, Sponsoren und Unterstützer gemeinsam die Reise nach Monza antreten, dann geschieht das nicht für einen gewöhnlichen Renneinsatz. Die Erwartungen waren entsprechend hoch. Schließlich hatte Patrick Schober bei den Wintertests in Navarra und Monza mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht und sich damit einen Platz bei einem der erfolgreichsten GT-Teams Europas gesichert: Target Racing.

Gemeinsam mit dem erfahrenen Italiener Alessandro Fabi bildet der 21-jährige Österreicher 2026 das Fahrerduo auf dem McLaren Artura Trophy EVO #9 in der McLaren Trophy Europe. Eine Kombination, die bereits beim ersten gemeinsamen Rennwochenende eindrucksvoll funktionierte. Dabei begann das Abenteuer zunächst etwas holprig.
„Nicht einmal eine Runde gefahren“, berichtete Patrick nach dem ersten Training. Ein Stein hatte den Kühler getroffen, der Motor überhitzte und das Training war beendet, bevor es richtig begonnen hatte. Willkommen im Motorsport. Doch statt Frust gab es eine eindrucksvolle Antwort auf der Strecke.
Bereits im zweiten Training zeigte das Duo, warum Target Racing großes Vertrauen in die beiden Fahrer setzt. Patrick bewegte den 620 PS starken McLaren immer im Spitzenbereich, simulierte Qualifying-Runden und pendelte konstant zwischen P3 und P5.

Und dann kam der große Paukenschlag
Im zweiten Freien Training setzte das Duo Fabi/Schober die absolute Bestzeit des gesamten Feldes. Mit einer sensationellen Runde von 1:47,353 Minuten fuhr der McLaren #9 an die Spitze der Zeitenliste und ließ die Konkurrenz hinter sich. Plötzlich blickte die gesamte McLaren Trophy nach Österreich. Während andere Teams noch ihre Daten analysierten, durfte sich Familie Schober kurz die Augen reiben. P1 -in Monza -beim Debüt. Nicht schlecht für einen Fahrer, der noch vor wenigen Monaten hauptsächlich aus dem Tourenwagen- und NASCAR-Sport bekannt war.

Wenn Motorsport nicht Motorsport wäre …
Doch wer glaubt, Motorsport sei berechenbar, der hat vermutlich noch nie ein Rennen gesehen. Im Qualifying zeigte sich erneut das Potenzial des Target-Duos. Alessandro Fabi stellte den McLaren sogar auf Startplatz zwei für das erste Rennen. Doch dann kamen die kleinen Geschichten, die später oft über große Ergebnisse entscheiden. Eine rote Flagge zerstörte die Strategie im zweiten Qualifying. Patrick bekam nur wenige schnelle Runden und musste sich mit P8 zufriedengeben.
Sein Kommentar danach war bezeichnend: „Die Strategie wurde leider von der roten Flagge verhaut.“ Zwischen den Zeilen hörte man deutlich heraus: Da wäre mehr möglich gewesen. Viel mehr. Vielleicht sogar die Pole Position.

Rennsport zwischen Jubel und Ärger
Auch die Rennen selbst spiegelten die gesamte Bandbreite des Motorsports wider. Im ersten Lauf verlor das Team nach einem starken Qualifying wichtige Positionen. Eine Berührung und eine anschließende Strafe machten die Aufgabe nicht leichter. Als Patrick das Fahrzeug übernahm, lag der McLaren weit außerhalb der Positionen, die seiner tatsächlichen Geschwindigkeit entsprachen. Doch genau hier zeigte der junge Österreicher seine Qualitäten. Mit mehreren starken Überholmanövern kämpfte er sich nach vorne und beeindruckte Team, Konkurrenten und Beobachter gleichermaßen. Trotz beschädigtem Fahrzeug konnte er Positionen gutmachen und wertvolle Erfahrungen sammeln. Im zweiten Rennen schien dann endlich alles in die richtige Richtung zu laufen.
Patrick erwischte einen starken Start, machte sofort zwei Positionen gut und hielt permanent Kontakt zur Spitzengruppe. Während der Boxenstopp-Phase lag das Team zeitweise sogar auf Podiumskurs. P3 -beim ersten McLaren-Wochenende überhaupt – soch erneut hatte Monza noch eine Überraschung parat.

Ein längerer Boxenstopp kostete wertvolle Sekunden und warf das Team zurück auf Rang sieben. Natürlich war die Enttäuschung zunächst spürbar. Doch nach dem Rennen überwog der Stolz. „Es war ein super Rennen. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung und auch das Team war zufrieden. Schade, dass wir nur P7 geworden sind, aber wir hatten die Pace.“ Und genau dieser Satz beschreibt das Wochenende vermutlich am besten. Die Pace war da. Die Geschwindigkeit war da. Das Potenzial für zwei Podiumsplätze war eindeutig vorhanden. Lediglich einige technische Probleme, eine rote Flagge, eine Strafe und ein etwas zu langer Boxenstopp verhinderten ein absolutes Traumergebnis.

Das Wichtigste: Die GT-Welt hat Patrick Schober bemerkt
Noch wichtiger als die Platzierungen war vielleicht etwas anderes. Patrick Schober hat bei seinem ersten internationalen GT-Auftritt bewiesen, dass er auf diesem Niveau nicht nur mithalten kann – sondern vorne mitfahren kann. Die Bestzeit im Training, die starke Rennpace und die positive Resonanz innerhalb des Teams sprechen eine klare Sprache. Auch Alessandro Fabi erwies sich als perfekte Ergänzung. Der erfahrene Italiener brachte die notwendige GT-Erfahrung ein, während Schober mit Tempo, Ehrgeiz und Lernfähigkeit überzeugte. Target Racing dürfte nach diesem Wochenende jedenfalls bestätigt sehen, warum man den jungen Österreicher verpflichtet hat.

Nächster Halt: Das größte GT-Rennen der Welt
Lange Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Ende Juni wartet bereits das nächste Highlight: Spa-Francorchamps. Im Rahmen der legendären CrowdStrike 24 Hours of Spa, dem größten GT-Rennen der Welt, wird auch die McLaren Trophy Europe ihr nächstes Rennwochenende austragen.
Mehr als 300.000 Zuschauer werden entlang der Ardennen-Achterbahn erwartet. Eine gewaltige Kulisse. Eine noch größere Bühne. Und die perfekte Gelegenheit für Patrick Schober, das nächste Kapitel seiner vielversprechenden GT-Karriere zu schreiben. Nach Monza dürfte jedenfalls niemand mehr überrascht sein, wenn der McLaren #9 ganz vorne auftaucht.
Denn eines hat dieses Wochenende eindeutig gezeigt: Der junge Österreicher ist angekommen. Und die Reise hat gerade erst begonnen.

Fotos: Fotospeedy.it – Bericht: Wolfgang Koepp

Keine Motor Freizeit Trends News mehr verpassen!

Jetzt Newsletter kostenlos abonnieren.

Wir respektieren den Datenschutz! Eine Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

An welche Email-Adresse sollen wir die Motor Freizeit Trends News senden?

MFT Jahresabo
Anzeige

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*