Der bereits vor einem Jahr unternommene Versuch, einen österreichischen Käufer für die von Alois Schweighofer (72) über drei Jahrzehnte mit großer Leidenschaft zusammengetragene private Jochen-Rindt-Sammlung zu finden und dieses einzigartige Stück Motorsportgeschichte im Land zu halten, ist letztlich gescheitert – sei es am mangelnden Interesse oder an den fehlenden finanziellen Mitteln.
Es ist, als wäre Jochen Rindt ein zweites Mal gestorben, als das Museum in Kroisbach an der Feistritz (Oststeiermark) ausgeräumt wurde. Ein schmerzlicher Abschied von einem einzigartigen Stück österreichischer Motorsportgeschichte. Alois Schweighofer, der sein Leben mit großer Leidenschaft dem Andenken an den ersten österreichischen Formel-1-Weltmeister gewidmet hat, musste schweren Herzens eine Entscheidung treffen. Aus Altersgründen und weil sich kein Nachfolger gefunden hat, der das Museum in seinem Sinne weiterführen könnte, wird die einzigartige Sammlung nun aufgelöst.
Die über Jahrzehnte mit viel Herzblut zusammengetragenen Erinnerungsstücke wurden dem Auktionshaus Ni-Cola in Deutschland übergeben. Damit endet zwar eine besondere Ära, zugleich eröffnet sich Motorsportbegeisterten und Jochen-Rindt-Verehrern aus aller Welt die einmalige Gelegenheit, eines der seltenen Originalstücke zu erwerben und damit ein kleines Stück der Geschichte des unvergessenen Formel-1-Weltmeisters zu bewahren.
Es ist allerdings zu befürchten, dass viele dieser authentischen und historisch wertvollen Erinnerungsstücke dauerhaft in privaten Sammlungen verschwinden und damit der Öffentlichkeit für immer verborgen bleiben. Umso bedauerlicher ist es, dass sich offenbar weder eine Institution noch ein Museum oder eine Stadt in der Steiermark, der Heimat von Jochen Rindt, dieser einzigartigen Sammlung angenommen und sie für die Nachwelt gesichert hat. Schließlich handelt es sich um weit mehr als bloße Erinnerungsstücke: Sie sind wertvolle Zeugnisse der österreichischen Motorsportgeschichte und erinnern an ein unvergessenes Sportidol, das Generationen von Motorsportfans begeistert hat und dessen Faszination bis heute ungebrochen ist.
Text & Fotos: Manfred Noger
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