Am letzten Wochenende wurde das legendäre ADAC Hockenheim Historic „Das Jim Clark Revival“ zu Ehren des großartigen Piloten und zweifachen Formel 1-Weltmeisters Jim Clark durchgeführt, der hier an dieser Stelle 1968 tödlich verunglückte und heuer seinen neunzigsten Geburtstag gefeiert hätte. Die Veranstaltung bot historischen, aber auch modernen Rennsport eine Plattform und wird von über 45.000 Zuschauern besucht. Gleich in drei verschiedenen Kategorien waren Piloten aus Vorarlberg angetreten.

Debüt von Christian Klien
Ein durchwachsenes Debüterlebnis hatte unser Ex-Formel 1 Fahrer Christian Klien. Der 43-jährige Hohenemser startete erstmals in der „Velom Watches Supercup by Interwetten SCC“ Serie im Team von Pedrazza in einem Sport Prototypen. Das Training lief gar nicht so schlecht, einmal zweiter und einmal erster im freien Training. Im morgendlichen Qualifying zu Lauf eins am Samstag war er mit Platz zwei schon mal in der ersten Reihe, neben dem mehrfachen Meister der Serie aus dem Allgäu Marco Fink. Zum Rennlauf wurde vorsorglich nach Problemen mit dem Getriebe, dieses gewechselt. Der Rennlauf am Samstag wurde mit 19 Boliden auf der Startaufstellung losgeschickt, vorneweg gelang Marco Fink mit seinem Nova Proto und einem V8 BMW Aggregat mit vier Liter Hubraum behauptete gleich die Führung. Klien dicht dahinter, aber nur bis zur zweiten Kurve, dann war es nicht mehr möglich die Gänge zu wechseln, ein Fehler in der elektronischen Synchronisation wie sich später herausstellt. Aber es kam noch Dicker. Im Zeittraining zum zweiten Lauf schaffte Klien mit dem PRC WPR 66, der von einem 3,5ltr. V8 Ford-Cosworth angetrieben wird, der letzte Typ DFR wie er 1989 in der Formel 1 verwendet wurde, noch den zweiten Rang auf der Startaufstellung, doch das Triebwerk mit ca. 600PS zeigte schwächen, die vor Ort nicht behoben werden konnten. Somit war für den letzten österreichischen Formel 1 Fahrer kein gewerteter Rennlauf am Wochenende auf seinem Konto.
„Es ist wirklich schade, wir waren gerade nach den Testfahrten Anfang Mai hier sehr zuversichtlich, es lief alles Problemlos und auch das freie Training hier stimmte zuversichtlich. Aber so ist es im Motorsport, das kenn ich aus meiner Karriere, dass es auch mal nicht so läuft wie gewünscht und die Technik versagt“ so Christian Klien.
Tourenwagen „Golden Ära“
Der Baumeister Markus Reich (56) aus Au im Bregenzerwald startet schon viele Jahre in der Tourenwagen Serie „Golden Ära“ und bewegt sehr elegant und zudem auch schnell einen Audi A4 aus 1996 der früher in der „Super Tourenwagen Wagen“ Serie von Emanuel Pirro recht erfolgreich gelenkt wurde. Auch hier am Hockenheimring war die Truppe bestehend aus drei Mann mit von der Partie. Ein gewaltiges Starterfeld von 37 Auto aufgeteilt in sieben Kategorien sorgten für eine unglaubliche Kulisse im Motordrom von Hockenheim. Markus Reich war in der Klasse Division2 STW bis 2000ccm mit seinem Audi A4 nur von Michael Kammermann im BMW E36 geschlagen worden und war somit am Podest auf Rang 2. Der Zweikampf setzte sich im Sonntagsrennen fort, gleich in der ersten Runde verbremste sich der Auer in der Spitzkehre und traf den BMW auf der Beifahrerseite. Somit war der Sonntag gelaufen und es wurde ein beschädigter Tourenwagen eingeladen und gottlob blieben alle beteiligten unverletzt, was die Hauptsache war.
BOSS GP
In der Monoposto Serie der Big Open Single Seaters (BOSS GP) ist mit dem Harder Roland Rupprechter (59) ein spätes Talent am Lenkrad der immer wieder als Amateur in die vorderen Ränge der Ergebnislisten fährt. Er freute sich wie ein Firmling über den Beginn der Saison und auf den Rennen hier am Hockenheimring und es sprudelte nur so aus ihm heraus und erklärte die Eindrücke, die auf ihn einwirken, wenn er im Cockpit sitzt. Im Rennen eins wurde er nach einem Ausfall der Hydraulik aufgrund der zurückgelegten Distanz noch auf Platz sieben gereiht in der Formel 2 Klasse, denn er fährt mit dem Dallara aus 2005 der einst vom Japaner Kamui Kobayashi gefahren wurde. Für Sonntag hatte sein Team R&B Wealth Management, das von Leidinger Rennsport Technik aus Wels betreut wird, die Hydraulik Probleme und einen Sensor im Schaltgetriebe gewechselt. Somit war für das Rennen am Sonntag alles angerichtet. Der immer optimistische Finanzexperte, der neuerdings auch Eigner eines Hubschraubers mit dazugehörigem Pilotenschein ist, war für das Rennen bestens vorbereitet. Das 20 Wagen umfassende Feld war mit elf Formel 2 Monoposto auf die Reise gegangen. Am Ende schaffte Rupprechter den erhofften sechsten Rang im stark umkämpften Feld. „Ich konnte hier meine persönliche Bestzeit fahren und wenn ich so die Rundenzeiten anschaue, sind wir die schnellsten Fahrzeuge am ganzen Wochenende, das zeigt wie Competitiv die Boss GP Serie ist, was aus dem Vergleich der Rundenzeit herauszulesen ist, aber durch die völlig verschiedenen Klassen nicht relevant ist“, so Roland Rupprechter.
Alle Resultaten: https://raceresults.at/Results
Text und Bilder: Manfred Noger
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