39. NitrOlympx in Hockenheim: Die Unvollendete

Zum dritten Lauf der Dragster-Europameisterschaft kamen in Hockenheim 47.000 zahlende Zuschauer. In der Königsklasse „FIA Top Fuel Dragster“ kämpften die amtierende Meisterin Susanne Callin aus Schweden und die Championin der Saison 2024, India Erbacher aus der Schweiz, um den Einzug ins große Finale. Das sehnlich erwartete Duell der „Königinnen des Drag-Racing“ fand aus Zeitgründen jedoch letztlich nicht statt.Laut dem Veranstalter Hockenheimring GmbH ist das jährliche NitrOlympix regelmäßig das finanziell erfolgreichste Projekt des Jahres, und so überrascht es nicht, dass sich die Deutschen auch dieses Jahr zum neununddreißigsten Mal im relativ „übersichtlichen“ Kalender der FIA- und FIM-Europameisterschaft einreihten: Die Saison begann Ende Mai mit dem Klassiker im britischen Santa Pod, nach einer langen Pause ging es Anfang August in der schwedischen Tierp Arena weiter, und die Saison 2025 wird bereits 3 Wochen nach der Hockenheimer „Rico Anthes Meile“ erneut auf der berühmten Santa Pod Raceway abgeschlossen.In der Spitzenklasse FIA-Top-Fuel-Dragster (die Autos haben etwa 10.000 PS und erreichen am Ende der Viertelmeile nach einem 4-Sekunden-Sprint Geschwindigkeiten von über 500 km/h!) setzte sich im Halbfinale die blonde Schwedin Susanne Callin gegenüber ihrem Teamkollegen von RF Motorsport, dem Briten Colin Millar durch. Im zweiten Halbfinale kam zwar Oyvor Jacobsen als Erste ins Ziel. Die erfahrene Norwegerin hatte jedoch einen Frühstart produziert und so wurde als Siegerin wurde die Superstar der Szene India Erbacher gewertet, deren Motor bei diesem Versuch explodierte.Fans und Experten freuten sich daher zu Recht auf das Duell der beiden „Königinnen“ Callin und Erbacher. Das Finale wurde jedoch von einem der Drag-Rennmotorräder ruiniert, das nach einem Motor-/Getriebeplatzer fast die gesamte Strecke mit Öl verschmutzte.
Der Veranstalter musste nach langen Bemühungen einsehen, dass eine gründliche Reinigung und Vorbereitung der speziell „gummierten“ Bahn länger dauern würde, als das Zeitlimit erlaubte. Mit der Stadt Hockenheim gilt nämlich die Vereinbarung, dass „ab 18:00 Uhr Ruhe herrscht“. Die Finalrennen mussten daher zum Unmut der Teilnehmer und des Publikums abgesagt werden – und das genau in dem Moment, als die erschöpften Mechaniker von Erbacher nach 3 Stunden Arbeit ihren Dragster mit frischem Motor auf das Pre-Grid schopen.
Die Punkte wurden in allen Klassen nach den Ergebnissen des Halbfinales eingeteilt. Österreich ging dabei leer aus, da der einzige Teilnehmer Erich Gruber mit einer Spitzengeschwindigkeit von 243,73 km/h in seiner Klasse SuperStreetBike bereits in den Vorläufen ausschied. Tja, die Zeiten, als die Drag-EM noch auf dem Österreichring rannte, sind wohl unwiederkehrlich vorbei.
Die höchsten Geschwindigkeiten der Klassen in Hockenheim:
Top-Fuel-Dragster: Susanne Callin, 480,13 km/h
Top-Methanol-Dragster: Tony Bryntesson, 435,56 km/h
Top-Methanol-Funny-Car: Juergen Nagel, 398,93 km/h
Pro-Stock-Car: Jimmy Alund, 339,15 km/h
Pro-Modified-Car: Jere Rantaniemi, 401,96 km/h
Top-Fuel-Bike: Luke Farrugia, 356,34
Super-Twin-Top-Fuel-Bike: Marcus Christiansen, 357,74 km/h
Pro-Stock-Bike: Bertrand Maurice, 300,54 km/h
Funny-Bike: Markus Laur, 323,16 km/h
Super-Street-Bike: Daniel Lancses, 354,19 km/h

Text und Foto: Roman Klemm

Keine Motor Freizeit Trends News mehr verpassen!

Jetzt Newsletter kostenlos abonnieren.

Wir respektieren den Datenschutz! Eine Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

An welche Email-Adresse sollen wir die Motor Freizeit Trends News senden?

MFT Jahresabo
Anzeige

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*