So quasi als Belohnung für die beiden heimischen Rallye-Staatsmeister Titel ermöglichte das ZM-Racing Team ihrem Fahrer-Duo Hermann Neubauer/Ursula Gassner (Toyota GR Yaris Rally2), sowie Christoph Zellhofer/Anna Maria Seidl (Ford Fiesta Rally2) einen etwas günstigeren Start bei der zur Deutschen Rallye Meisterschaft und Mitropa Cup zählenden 59. Auflage der 3-Städte Rallye, mit Start und Ziel im bayrischen Hauzenberg.
Insgesamt waren 57 Mannschaften am Start, darunter in der stärksten Klasse RC2 mit zehn bzw. zwei RGT-Boliden die gesamte Spitze mit allen deutschen Top-Fahrern. Die Wetterverhältnisse waren an beiden Tagen unterschiedlich, wurden die ersten vier Sonderprüfungen am Freitag noch bei trockenen Verhältnissen absolviert, so gab es am Schlusstag am Samstag durch einen Schlechtwettereinbruch mit Regen, etwas schwierigere Bedingungen.
Der erste Tag brachte Hermann Neubauer nach vier Prüfungen eine knappe Führung in der Gesamtwertung von 2,6 Sekunden vor dem vielfachen deutschen Meister Marijan Griebel (Skoda Fabia RS Rally2) und Philip Geipel (Toyota GR Yaris Rally2) mit 9,1 Sekunden. Christoph Zellhofer hatte bereits auf der Sonderprüfung 2 etwas Pech, er verbremste sich bei der Ausfahrt aus dem Rundkurs, der Wagen schoss ohne anzuschlagen gerade weiter, dabei ist der Motor abgestorben. Der Zeitverlust war beträchtlich, so dass der Juniorchef des Hauses Zellhofer an achter Stelle liegend mit einem Rückstand von fast 40 Sekunden übernachtete.
Der zweite Tag stand dann auf Grund der differenten Wetterbedingungen ganz im Zeichen der richtigen Reifenwahl. Hier gab es bei einigen Prüfungen echte Überraschungen wie die Bestzeiten von Albert von Thurn und Taxis (Skoda Fabia Rally2) auf der SP 5, SP 8 und SP 10, Björn Satorius (Toyota GR Yaris Rally2) auf der SP6 und Julius Tannert (Porsche 992 Rally GT) auf der SP 7.
Hermann Neubauer verstand es ausgezeichnet ein Tempo zu fahren, dass die Möglichkeit bot mit der Spitze mitzufahren, ohne dabei seine Gesamtführung zu gefährden. Christoph Zellhofer steigerte sich auf der SP 5 mit einer sechstbesten und auf der SP 8 gar mit einer fünfbesten Zeit, ohne jedoch dabei einen Platz gut machen zu können. Dies, obwohl es neuerlich auf der SP 6 zu einer heftigeren Berührung mit einem Erdwall kam, wobei wieder der Motor abgestorben ist. Chrissi blieb aber Achter.
Auf den letzten vier Sonderprüfungen zeigten dann Hermann Neubauer und Ursula Gassner mit ihrem Toyota GR Yaros Rally2 aus dem Hause von ZM-Racing, dass sie ihren Vorsprung, der mit einem Sekundenkrimi begann, ganz entscheidend weiter ausbauen konnten. Sie sind eine taktisch großartige Rallye gefahren und so als absolut würdige Sieger auf dem Stadtplatz von Hauzenberg von den trotz des Regens gekommenen Fans, gebührend gefeiert worden. Aber auch Christoph Zellhofer mit seiner deutschen Beifahrerin Anna Maria Seidl (Ford Fiesta Rally2) konnte trotz einiger „Hoppalas“ mit seinem achten Gesamtrang durchaus zufrieden sein.
Sieger Hermann Neubauer:“ Es war wie ein Länderkampf Österreich gegen Deutschland, das ist etwas Spezielles. Unsere Leistung war ok, aber es ist nicht ganz so einfach, einen Vorsprung zu verwalten und keinen Fehler zu machen. Die Kuppen in den Kurven waren für uns sehr ungewohnt, es bestand da eine Gefahr sich einen Patschen einzufahren, für uns war das eher ungewöhnlich. Ich bin froh, dass wir dadurch keinen Fehler gemacht haben. Es war eine Superrallye, es war mein dritter Start und ich bin endlich durchgekommen. Meine Gegner aus Deutschland waren sehr stark.“
Auch Christoph Zellhofer darf mit Gesamtrang 8 durchaus zufrieden sein:“ Es waren hier sehr schwere Bedingungen, es war extrem rutschig und es war dadurch sehr schwer einzuschätzen, was man riskieren konnte oder nicht. Nachdem die Prüfungen sehr schnell waren, kam hier Einiges zusammen. Ich bin mit einigen sehr guten SP-Zeiten zufrieden, leider hatte ich auch zwei kleine Ausritte die Zeit gekostet haben. Wenn man so schnell unterwegs ist, kann es auch passieren, dass man über seine Grenzen geht. Jedenfalls haben wir unser Soll erfüllt.“
ZM Racing Teamchef Max Zellhofer, der diesen Start ermöglicht hatte, war wie sein Stellvertreter Herbert Kreillechner u. Technik-Chef Alex Köck vom Abschneiden des gesamten Teams sehr angetan:“ Mit dem Hermann Neubauer haben wir hier einen Kandidaten gehabt, wo wir schon gewusst haben, wir könnten unter die ersten Drei kommen. Wir haben die Deutschen vorher nicht einschätzen können, weil wir keinen Vergleich hatten. Es waren zwei perfekte Tage für uns, das Auto war sehr schnell, mit der Leistung von Christoph und seinem achten Platz bin ich auch zufrieden. Er muss sich noch an das doch schnellere RC2-Auto gewöhnen. Sonst war alles perfekt und wir als Team können mit diesem Sieg unsere erfolgreiche heurige Bilanz weiter fortführen.“
Hier noch das genaue Resultat der Top-Ten in der Gesamtwertung:
1.Hermann Neubauer-Ursula Gassner, A/A, Toyota GR Yaris Rally2 1:38:03,5 Stunden
2.Albert von Thurn u.Taxis-Jara Hain, D/D, Skoda Fabia RS Rally2 +38,3 Sek.
3.Philip Geipel-Jennifer Lerch, D/D, Toyota GR Yaris Rally2 +53,0 Sek.
4.Julius Tannert-Pirmin Winklhofer, D/D, Porsche 992 Rally GT +1:52,3 Min
5.Marijan Griebel-Ela Kremer, D/D, Skoda Fabia RS Rally2 +2:16,0 Min
6.Carsten Mohe-Andrea Lieber, D/D, Porsche 992 Rally GT +2:47,1 Min
6.Björn Satorius-Stephan Schneeweiß, D/D, Toyota GR Yaris Rally2 +3:14,9 Min
8. Christoph Zellhofer-Anna Maria Seidl A/D, Ford Fiesta Rally2 +4:08,5 Min
9. Manuel Kößler-Alessandra Baumann D/D, Hyundai i20 R5 +6:26,3 Min
10.Kilian Nierenz-Milana Rarthel, D/D, Opel Corsa Rally4 +9:41,6 Min
Nächster Einsatz von ZM-Racing erfolgt bei der Herbst-Rallye am 24. Oktober 2026
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