Vorschau auf die sensationelle Mitteleuropäische F4

An diesem Wochenende stratet auf dem Red Bull Ring die Central-European-Zone-Formel-4 in ihre vierte Saison. Die Meisterschaft hat eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht. Nach schwierigen Anfängen mit nur einem Dutzend Teilnehmern hat sie sich zu einer Meisterschaft entwickelt, zu der sich in diesem Jahr über 40 Konkurrenten angemeldet haben! Ab 2026 verliert die ‚CEZ F4‘ also ihre bisherige ‚Unschuld‘ und wird zweifellos zu einer der wichtigsten Juniorenmeisterschaften der Welt.

Die Organisatoren um Josef Křenek veranstalten ab 2023 mit Unterstützung der FIA auf tschechischen, österreichischen und slowakischen Rennstrecken eine Art „alternative“ Mini-F4-Meisterschaft. Ihr Durchhaltevermögen hat sich ausgezahlt – und aus der „Alternative“ ist spätestens in diesem Jahr ein Riese des internationalen Sports geworden, der eine gefährliche Konkurrenz für das bisher dominierende italienische F4-Championat darstellt (dort sind bisher nur etwa 25 Fahrzeuge gemeldet). Für Spielberg haben sich 18 Teams aus Italien, Österreich, Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Rumänien, der Slowakei, Argentinien, Spanien, Slowenien und Tschechien mit vierzig Fahrern angemeldet! Und das zu einer Zeit, in der zum Beispiel in Deutschland oder Österreich überhaupt keine nationale Monoposto-Meisterschaft zustande kommt.
Křenek wird 2026 den Teilnehmern zwei F1-Strecken anbieten (Red Bull Ring und Hungaroring), die beiden tschechischen Rennstrecken in Most und Brünn, den Slovakiaring und den ultraschnellen Salzburgring. Offensichtlich ein verlockendes Angebot, auf das natürlich – unter anderen – einer der größten Unterstützer der CEZ F4, Andreas Jenzer, nicht verzichten konnte. Die Schützlinge des Schweizers haben bisher alle drei Titel gewonnen und auch in diesem Jahr werden seine sechs (!) Autos zu den Favoriten gehören. Ihnen werden vor allem Fahrer seiner Landsleute von Maffi Racing, der führenden italienischen Scuderia Cram, Fahrer der tschechischen Teams Janík und JMT, das dänische Team Step, des ungarischen Zengo-Teams, der Slowenen von AS und noch viele andere gegenüberstehen. Aus Österreich hat das traditionelle Renauer-Team gennant, heuer leider ohne einheimischen Fahrer. Man wird den erfahrenen Jean-Alesi-Schützling Andreas Lo Bue aus der Schweiz und den Letten Tomas Rudokas einsetzen.
Die Favoriten sollte man unter den erfahreneren Fahrern suchen. Ganz vorne steht da natürlich der Tscheche Max Karhan. Der amtierende vize-Meister wird für Jenzer starten. Gute Voraussetzungen haben auch der Deutsche Elia Weiss (Jenzer), der Däne David Walther (Maffi) und die Deutsche Mathilda Paatz (AS). Doch da gibt es auch viele bisher unbekannte Neulinge aus Argentinien, Brasilien, Dänemark, Schweden, Polen…
Ein weiterer riesiger Erfolg von Křenek ist die umfangreiche Teilnahme von Mädchen. Die Bewerbungen der Französin Jade Jacquet, der Italienerin Ginevra Panzeri, von Mathilda Paatz, der Amerikanerin Ava Dobson, der Schwedin Alexia Danielsson, der Polin Michalina Sabaj und der in der Schweiz lebenden Finnin Ella Hakkinen beweisen, dass es möglich ist, das weibliche Geschlecht auf „natürliche“ Weise in Cockpits zu locken – ohne seltsame Umwege über rein feminine Serien (drei der genannten starten dieses Jahr parallel in der Formel F1-Academy). Die Sensation der Starterliste ist sicherlich die 15-jährige Tochter des ehemaligen F1-Weltmeisters Mika Häkkinen, Ella. Das Mädchen mit tschechischer Mutter wird für das Spitzen-Team Jenzer fahren.
Die Fans dieser Talentshow werden mit drei Vorläufen und einem großen Sonntagsfinale belohnt. Eines ist sicher: Wer sich in diesem hochwertigen Feld durchsetzen kann, dem blüht eine große Zukunft im Motorsport!

CEZ-F4 Kalender 2026:
10.-12. April – Red Bull Ring, Österreich
29.-31. Mai – Salzburgring, Österreich
5.-7. Juni – Slovakiaring, Slowakei
1.-2. August – Most, Böhmen
11.-13. September – Brünn, Böhmen
23.-25. Oktober – Hungaroring, Ungarn

Text: Roman Klemm sr. /  Foto: Roman Klemm jr. 

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