Der neunte Arlberg-Renn-Slalom lieferte am vergangenen Freitag und Samstag Motorsport pur. Jeweils rund 200 Starter sorgten auf der Strecke für Hochbetrieb – und zugleich für volle Betten im Austragungsort Stuben am Arlberg. Der veranstaltende RRCV (Renn- und Rally Club Vorarlberg) setzte bewusst darauf, dass die Teilnehmer auch das touristische Angebot der Region nutzen. Viele Fahrer verlängerten ihren Aufenthalt oder buchten gleich einen Urlaub – sehr zur Freude der Ortsvorsteherin Mag. Barbara Mathies, die diesen Effekt bei der Preisverteilung besonders hervorhob.

Im Mittelpunkt standen die Läufe drei und vier zum Internationalen 47. Vorarlberger Dinovino Automobil Cup. Schon der Freitag entwickelte sich zum Härtetest – wetterbedingt ebenso wie sportlich auf der 1.500 Meter langen Strecke. Erst eine Gewitterzelle am späten Nachmittag brachte Abkühlung, da waren die schnellsten Läufe jedoch bereits entschieden. Ganz vorne setzte sich diesmal der Tiroler Transportunternehmer Wolfgang Zobel durch. Nach zweimaligem Pech in den ersten Rennen triumphierte er mit seinem Abarth Hayabusa V8. Das ursprünglich von der Rennwagenschmiede Pedrazza in Hard aufgebaute Einzelstück leistet heute 500 PS und wird von einem Suzuki-V8-Motor angetrieben, der aus zwei Motoren zusammengesetzt wurde. Rang zwei ging an den Schweizer Hanspeter Bochsler, der seinen KTM X-Bow aus österreichischer Produktion souverän über die Distanz brachte. Dominik Fröhle aus Feldkirch, bisher zweifacher Laufsieger, kämpfte hingegen mit einem zur Überhitzung neigenden Motor in seinem BMW-ähnlichen Silhouetten-Boliden und konnte diesmal nicht in die Entscheidung eingreifen. Kurt Flatz aus Alberschwende pilotierte seinen Lancia Delta Integrale sicher ins Ziel und belegte mit 1,625 Sekunden Integrale sicher ins Ziel und belegte mit 1,625 Sekunden Rückstand nach drei gewerteten Durchgängen Rang drei im Gesamtklassement – inklusive Klassensieg.
Am Samstag setzte Christoph Lampert das sportliche Ausrufezeichen des Wochenendes. Mit seinem 540 PS starken Nova Proto NP1, der auch in der österreichischen Berg-Meisterschaft zum Einsatz kommt, zündete er am Arlberg ein wahres Feuerwerk. Trotz vieler Freunde und Unterstützer im Fahrerlager, die für reichlich Trubel sorgten, blieb der Routinier fokussiert und präsentierte sich als wahrer Künstler am Lenkrad. Der 44-jährige Nofler ließ sich von der Aufmerksamkeit rund um seine Person nicht ablenken und war am Samstag klar der schnellste Mann auf der Strecke. Der Hitze zum Trotz gelangen dem sympathischen Mechatroniker, der mit der Kapfgarage in Feldkirch beruflich fest verankert ist, drei sensationelle Durchgänge mit Bestzeiten unter einer Minute. Mit 57,96 Sekunden stellte Lampert zudem einen neuen Streckenrekord auf. Zu den ersten Gratulanten zählte auch Formel-1-Experte Philipp Brändle aus Klösterle, der den Boliden anschließend genauer unter die Lupe nahm und dabei auch aerodynamische Verbesserungsvorschläge entdeckte. Platz zwei ging an den Vortagssieger Wolfgang Zobel. Dominik Fröhle (38), Autoverkäufer bei Linher-Koch, bekam die Überhitzungsprobleme in den Griff und katapultierte sich auf Rang drei – ein durchaus brauchbares Ergebnis.
Für Kurt Flatz gab es wie am Vortag den Klassensieg, Marco Schöbel folgte ihm mit dem Opel Kadett auf Platz zwei war aber auch Siegreich am Vortag in der Klasse E1-2000.
Text & Fotos: Manfred Noger
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