Stockcar Racing Cup: Stefan Holzer darf schon feiern!

Beim vierten Renntag zum Stockcar Racing Cup sicherte sich der Burgenländer vorzeitig den Titel in der Heckklasse

Es war alles angerichtet, die Sonne sorgte für einen freundlichen Strahl, und die Zuschauerplätze waren mit knapp 800 Fans bestens gefüllt. Einem packenden und unterhaltsamen 4. Saisonrenntag zum Stockcar Racing Cup stand auf der Sportanlage in Natschbach-Loipersbach somit nichts im Wege. Und die Erwartungen wurden von den insgesamt 53 Startern auch in jeder Hinsicht erfüllt.

Formel 2
Mit 15 Startern war die Kategorie der Stockcar-Königsklasse einmal mehr top besetzt und wurde in zwei Vorlaufgruppen unterteilt. Erfreulicherweise wurde jede durch je einen Gaststarter aus den Niederlanden in den „internationalen“ Status erhoben. In Gruppe 1 war dies Kees Koning, in Gruppe 2 Ivo Peeters. Gleich vorweg: Mit dem Tempo der heimischen Elite konnten beide Holländer nicht mithalten. In Gruppe 1 gab vom ersten Vorlauf an Titelverteidiger und Topfavorit Bernd Herndlhofer den Ton an. Der Niederösterreicher aus Hohe Wand gewann alle drei Vorläufe souverän. – In Gruppe 2 setzte mit Franz Rumpler ebenfalls der erwartete Favorit den ersten Akzent. Der Grafenbacher gewann den Auftakt-sowie den zweiten Vorlauf und musste nur im dritten Sohnemann Matthias Rumpler den Vortritt lassen. – Das anschließende B-Finale ging an Gernot Weiss aus Edlitz. – Im A-Finale wurde Favorit Bernd Herndlhofer in die „Rumpler-Zange“ genommen und beendete das Rennen hinter Sieger Matthias und vor dem Dritten Franz Rumpler als Zweiter. –  In einem rasanten Grande Finale bewies dann Bernd Herndlhofer, dass er nicht nur kongenialer Organisator der Formel-2-Truppe, sondern auch als Fahrer deren Nummer 1 ist. Er gewann vor Matthias Rumpler und Franz Rumpler, baute seine Gesamtführung aus und holte naturgemäß auch den Sieg in der Tageswertung. Saloonklasse
Die jedes Jahr wild umkämpfte Klasse der Saloon Cars stellte insgesamt 11 Starter und begann mit einer Überraschung im ersten Vorlauf. Nicht so sehr, dass diesen der der Neunkirchner Georg Weissenböck gewann. Die Klasse hat der Ex-Meister allemal. Für Verwunderung sorgte da schon eher, dass der Gesamtführende Manuel Ungersböck aus Scheiblingkirchen als Siebenter und der Gesamtzweite Burkhard Köppel aus Ligist in der Steiermark als Neunter nur im hinteren Feld zu finden waren. – In Vorlauf 2 schlug Manuel Ungersböck zunächst mit einem Sieg zurück, ehe es in Vorlauf 3 turbulent wurde. Der Ternitzer Philipp Hecher fabrizierte mit seinem Mitsubishi Lancer zunächst einen wilden Überschlag. Rene Supin aus Pottschach konnte nicht mehr ausweichen, und Hecher landete mit seinem Auto auf dem Dach des Honda Civic. Beide Piloten blieben dabei unverletzt. Das neu gestartete Rennen gewann schließlich David Gütl aus Köflach. – Die Final-Phase eröffnete Peter Strass mit einem hauchdünnen Sieg. Der Drassmarkter kam im „Burgenländer-Fight“ um 0,6 Sekunden vor Christian Neuwirth aus Wulkaprodersdorf und 1,7 Sekunden vor Roman Führinger aus Wiesmath ins Ziel. – Das Grande Finale begann mit dem schon obligatorischen Abbruch nach einer Kollision. Auch der zweite Versuch endete nach Unfällen vorzeitig, ehe vom nur noch siebenköpfigen Rest des Feldes fünf Piloten das Rennen im dritten Akt endlich zu Ende brachten. Als Sieger durfte sich hernach Georg Weissenböck vor Peter Strass und Roman Führinger feiern lassen. – Den Pokal für den Tagessieg nahm jedoch Peter Strass mit nach Hause.80er Klasse
Mit 8 Startern bildete die seit heuer eingeführte 80er-Klasse (= nur Fahrzeuge bis maximal 80 PS) eine schlagkräftige Gruppe, in der sämtliche Asse vertreten waren und sich in den Vorläufen zunächst Martin Heinrich aus Breitenau, dann Felix Vollnhofer aus Neunkirchen und letztendlich der Burgenländer Hannes Kleinrath aus Wiesmath durchsetzen.  – Das Finale endete für den in der Gesamtführung führenden Rene Messner aus Ternitz vorzeitig. Ein klassischer Patschen zwang ihn, seinen VW Polo nach zwei Runden abzustellen, was ihn wichtige Punkte kostete. Denn Finalsieger Roland Anslinger aus Breitenau, der Messner in der Gesamtwertung folgt, fuhr mit 40 Punkten die Höchstzahl ein. – Im Grande Finale machte Rene Messner als Zweiter hinter dem Sieger Martin Heinrich wieder einiges gut, weil Roland Anslinger hinter Hannes Kleinrath nur Vierter wurde. – Mit diesem Sieg holte sich Martin Heinrich auch den Tagessieg als Punktebester. Heckklasse
Die Heckklasse ging mit 4 Teilnehmern an den Start, um dann tatsächlich mit nur 3 Teilnehmern zu starten. Ausgerechnet der BMW E39 von Organisator Gerald Koloc ließ sich nicht starten, woraufhin der Gloggnitzer vorerst enttäuscht das Handtuch werfen musste. „Er ist halt schon ein alter Herr“, sagte Koloc und meinte damit das Auto, das sich im weiteren Verlauf des Renntages dann doch wieder einsatzbereit zeigte. Im Endeffekt war’s jedoch egal, weil die Heckklasse erwartungsgemäß sowieso wieder von Seriensieger und -meister Stefan Holzer diktiert wurde. Der Oberwarter im 265 PS starken BMW E36 Compact gewann wieder einmal fast alles, was es zu gewinnen gab – drei Vorläufe und das Finale. – Weshalb der plötzliche Sieg im Grande Finale für Gerald Koloc fast einer Majestätsbeleidigung gleichkam, Koloc jedoch umso mehr freute. – Stefan Holzer wird’s verkraften. Er steht bereits vor dem letzten Renntag am 24. Oktober als neuer alter Heck-Champion fest.

Jugendklasse
Ungebrochen ist der Zulauf bei der Jugendklasse, wo Pilot/innen vom 12. bis zum 17. Lebensjahr zugelassen sind. Hier haben sich für den vierten Renntag 15 Aktive angemeldet, weshalb zum ersten Mal drei Gruppen gebildet wurden. „Die dritte Gruppe“, erklärt Stockcar-Racing-Organisator Gerald Koloc, „haben wir jedoch nur für komplette Neueinsteiger eingeführt, damit diese sich praktisch schon jetzt auf die kommende Saison vorbereiten können.“ Um der Gruppe trotzdem einen Wettbewerbscharakter mit einem Tagessieger zu verleihen, wurden hier nur halbe Punkte vergeben.
In den Gruppen 1 und 2 freilich ging es um wertvolle Punkte hinsichtlich des Jahressieges. Hier behielt in Gruppe 1 der Gesamtführende Nico Kügler (16 Jahre) aus Diepolz mit zwei gewonnenen Vorläufen souverän die Übersicht. Nur einmal musste er sich dem 15-jährigen David Roth aus St. Bartholomä beugen. – In Gruppe 2 holte zunächst Yasmin Pospichal aus Bad Vöslau (wurde gestern 16) einen Vorlaufsieg, während Jamie Holzer (14) aus Oberwart als nur Dritter Punkte einbüßte. Ein Makel, welches der Burgenländer mit dem Sieg in Vorlauf 2 und Vorlauf 3 jedoch gekonnt auslöschte. – Das B-Finale der Nachwuchs-Helden holte sich der 17-jährige Simon Petz aus Wartmannstetten. – Das A-Finale der schnellsten Youngsters ging überraschenderweise an Philipp Supin. Der 14-jährige Pottschacher konnte die favorisierten Nico Kügler, Cora Kraßnigg sowie Jamie Holzer oder auch Yasmin Pospichal hinter sich lassen. – Die Tageswertung sicherte sich jedoch trotzdem Nico Kügler, der seine Gesamtführung damit auf 37 Punkte vor Jamie Holzer ausbauen konnte.
In der Gruppe der Neulinge zeigte übrigens der 12-jährige Nico Riegler aus Loipersbach mit drei Vorlauf- bzw. auch dem Finalsieg seine besonderen Racer-Qualitäten. Da konnten seine Widersacher Luca Windbacher (16) aus Hirtenberg, Tina Sophie Anslinger (13) aus Breitenau und Valentina Lang (12) aus Ternitz nur anerkennend applaudieren und ihm vielleicht für 2027 den Kampf ansagen!

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