Lechner Racing gehört seit vielen Jahren zu den Spitzenteams des Porsche-Mobil-1-Supercups, der im Rahmen der F1-Grand-Prix fährt. Beim Heimrennen feierte der rosa BWT-Porsche 911 aus Faistenau bei Salzburg den ersten Triumph der Saison – eine gute Gelegenheit, sich über den bisherigen Verlauf der Saison 2026 mit Besitzer Robert Lechner zu unterhalten.

Herzlichen Glückwunsch zum ersten Saisonsieg!
Danke – es hätte und sollte besser sein! Nach dem Start hielten wir die ersten beiden Positionen und unser Ziel war eigentlich, zwei Autos aufs Podium zu bringen.
Letztes Jahr trat Lechner Racing nur mit zwei Autos an, dieses Jahr habt ihr drei, warum?
Eigentlich sind wir nur wieder zur Normalität zurückgekehrt, drei Autos hatten wir bis auf letztes Jahr immer. Es lag am Einführen des neuen Modells…
Wer hat die Fahrer von Lechner Racing ausgewählt und was kannst du mir über sie erzählen?
Für die Auswahl der Fahrer bin ich verantwortlich. Der Niederländer Robert de Haan ist unser erfahrener Spitzenfahrer. Er soll um Siege kämpfen und konsequent um den Titel. Mit dem Sieg hat er das hier unterstrichen. Das zweite Auto fährt der junge Finne Marcus Armand. Er hat viel Erfahrung aus dem Formelsport und wir wollen, dass er ebenfalls oft vorne mitfährt. Unser drittes Auto bekam ein Neuling aus Australien, Caleb Sumich. Für ihn wird es ein Lehrjahr. Mit Australiern habe ich die besten Erfahrungen gemacht und der Sponsor BWT hat in seinem Land bestimmte Interessen…
Wie habt ihr euch auf die Saison vorbereitet?
Im Porsche Cup gibt es keine Testbegrenzungen. Ich bin ein Verfechter von Tests direkt auf der Strecke – nicht im Simulator, deshalb haben unsere Fahrer mehrere Wochen auf dem Red Bull Ring, in Spa und auf dem Hungaroring verbracht.
Vor Spielberg hattet ihr nur zwei vierte Plätze auf dem Konto, wie kommt das?
Zu Beginn der Saison in Monaco lief die Qualifikation für uns nicht gut. Marcus war dort zum ersten Mal, und schon ein Unfall im Training hat ihm das ganze Wochenende ruiniert. Robert qualifizierte sich als Vierter und ist wegen des Charakters der Strecke auch nur als Vierter ins Ziel gekommen… In Barcelona fuhr Marcus ein gutes Rennen, Robert kam nach einer schlechten Qualifikation nicht ins Ziel. Vor allem das Quali müssen wir also verbessern, dann wird es gut laufen. Hier in Österreich standen unsere zwei Autos in der zweiten Reihe, und ich wusste, dass wir gut abschneiden würden.
Die Saison umfasst nur 9 Rennen, wie stellst du sicher, dass deine Fahrer „nicht einrosten“?
Ich unterstütze ihre Teilnahme mit anderen Teams in anderen Meisterschaften, zum Beispiel im Porsche-Cup BeNeLux oder in Deutschland.

Gleich im Zelt nebenan steht das Auto des ehemaligen Weltmeisters Jacques Villeneuve. Was sagst du zu seinem Engagement im Porsche-Cup?
Ich sehe, dass es ihm sehr viel Spaß macht, obwohl er an den Wochenenden ständig zum F1-Paddock läuft wegen seiner Verpflichtungen als TV-Kommentator. Dass er relativ hinten fährt, überrascht mich nicht. Das Feld ist sehr wettbewerbsfähig – und er testet praktisch nicht. Aber es ist großartig, ihn hier zu haben. Ich erinnere mich noch genau an unser erstes Treffen bei der FIA-Meisterehrung in Paris 1997: er wurde damals Weltmeister in der F1 und ich war Champion in der F-Renault…
Was sind die Hauptprojekte von Lechner Racing außerhalb des Porsche-Mobil-1-Supercups?
Mit Erfolg veranstalten wir den Middle-East-Porsche-Cup und auch unsere Porsche-Sprint-Challenge-Central-Europe hat sich sehr gut etabliert. Dort fahren inzwischen über 20 Autos.
Text und Fotos: Roman Klemm
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