ÖAMTC warnt: Erntezeit erhöht Unfallgefahr auf Österreichs Straßen

Mehr landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs – Aufmerksamkeit und richtige Ladungssicherung jetzt besonders wichtig

Mit der Hochphase der Erntezeit steigt auf Österreichs Straßen das Verkehrsaufkommen durch Traktoren, Mähdrescher und andere landwirtschaftliche Fahrzeuge. Gleichzeitig können Erde, Schlamm oder Erntegut auf der Fahrbahn zu gefährlichen Situationen führen. Die ÖAMTC Fahrtechnik appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer:innen, in dieser Zeit besonders aufmerksam und vorausschauend unterwegs zu sein.

„Landwirtschaftliche Fahrzeuge sind groß, schwer und deutlich langsamer als der übrige Verkehr. Zudem können sie hinter hochgewachsenem Mais oder Getreide leicht übersehen werden und plötzlich auf die Fahrbahn einbiegen“, beschreibt Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik die Gefahr, die von landwirtschaftlichen Fahrzeugen ausgeht.
Besonders tückisch sind verschmutzte Fahrbahnen. Erde oder Schlamm, die von Fahrzeugen aus der Landwirtschaft auf die Straße gelangen, können die Haftung massiv verringern. Kommt Regen dazu, entsteht ein schmieriger Schmutzfilm, der ähnlich rutschig sein kann wie Glatteis. „Auf diesem Untergrund verlängern sich Bremswege deutlich, im schlimmsten Fall kann das Fahrzeug sogar ins Schleudern geraten. Daher sollte das Tempo in solchen Bereichen deutlich reduziert werden. Für Motorrad- und Mopedfahrer:innen besteht hier ein besonders hohes Sturzrisiko. Wer ein Fahrtraining absolviert hat, kann in solchen Situationen besser und sicherer reagieren“, so Frisch. 

Vorausschauend fahren statt riskant überholen
Unfälle mit landwirtschaftlichen Maschinen haben aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts oft schwere Folgen. Deshalb gilt gerade jetzt: auf Sicht fahren, ausreichend Abstand halten und riskante Überholmanöver unbedingt unterlassen.
„Auch wenn man eine Strecke gut kennt, können sich die Bedingungen während der Erntezeit täglich ändern. Wer frühzeitig die Geschwindigkeit reduziert und geduldig bleibt, erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten“, betont der Fahrtechnik-Experte.

Ladungssicherung: Pflicht für alle – hohe Strafen bei Verstößen
Zur Erntezeit werden nicht nur landwirtschaftliche Großmengen transportiert. Auch viele Hobby-Gärtner:innen sind mit Obst, Gemüse oder Grünschnitt unterwegs. Was viele nicht wissen: Die gesetzliche Pflicht zur Ladungssicherung gilt für alle Transporte. „Wer seine Ladung nicht ordnungsgemäß sichert, riskiert Strafen von bis zu 10.000 Euro. Wird dadurch die Verkehrssicherheit gefährdet, kann zusätzlich eine Vormerkung im Führerscheinregister erfolgen“, erklärt ÖAMTC-Jurist Matthias Wolf.
Kommt es durch verlorene oder verrutschte Ladung zu einem Unfall, drohen außerdem zivilrechtliche Schadenersatzforderungen und strafrechtliche Konsequenzen.
Ebenso sind Lenker:innen verpflichtet, größere Erd- oder Schmutzmengen von Reifen oder Fahrzeugen zu entfernen, bevor sie öffentliche Straßen befahren. Wird eine verschmutzte Fahrbahn zur Unfallursache, kann dies ebenfalls rechtliche Folgen haben.

So wird die Ladung richtig gesichert

Für eine sichere Fahrt gilt: Die Ladung muss entweder formschlüssig oder kraftschlüssig gesichert werden. „Beim Formschluss wird die Ladung so verstaut, dass sie sich nicht bewegen kann. Beim Kraftschluss wird die Ladung mit Spanngurten oder Zurrketten sicher fixiert und auf die Ladefläche gedrückt“, erklärt ÖAMTC Fahrtechnik-Experte Frisch.
Zusätzlich können Anti-Rutschmatten die Sicherheit erhöhen. Kleinere Transporte – etwa Obst, Gemüse oder Grünschnitt – sollten mit einem Netz oder einer Plane vollständig abgedeckt werden. Schwere Gegenstände gehören im Pkw möglichst tief in den Kofferraum und direkt an die Rücksitzlehne, damit sie bei einer Notbremsung nicht nach vorne geschleudert werden können.

Richtiges Verhalten in Gefahrensituationen trainieren
Verlorene Ladung oder rutschige Fahrbahnen führen jedes Jahr zu schweren Verkehrsunfällen. Das richtige Verhalten in kritischen Situationen lässt sich jedoch trainieren. Bei einem Fahrtechniktraining stehen unter anderem Notbremsungen bei höheren Geschwindigkeiten, Ausweichmanöver und das sichere Reagieren auf rutschigem Untergrund oder bei Aquaplaning auf dem Programm. Informationen zu den Trainingsangeboten in den ÖAMTC Fahrtechnik Zentren gibt es unter www.oeamtc.at/fahrtechnik. 

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