Hochklassiges PS-Spektakel ist garantiert

Mit der ET KÖNIG Rallye powered by Peter Hopf Erdbau im Raum Judenburg geht die TEC 7 Rallye-Staatsmeisterschaft in die vierte Runde des laufenden Jahres. Wie schon beim Auftakt bei der Jännerrallye in Freistadt, bei der Rebenland Rallye in Leutschach und der Lavanttal Rallye in Wolfsberg geht es auch diesmal um wichtige Punkte und Entscheidungen in fünf Meisterschaftskategorien.

ORM – Der König fehlt, der Kronprinz hofft
In der Paradedisziplin ORM hat der sechsfache Staatsmeister Simon Wagner den Schlüssel zu seinem siebenten Championat in Folge nach drei Saisonsiegen bereits in der Hand. Aber das Tor in den „siebenten Himmel“ wird er in Judenburg sicher nicht aufstoßen. Denn das Team Hyundai Motorsport hat spontan entschieden, dass der oberösterreichische Toppilot und seine deutsche Copilotin Hanna Ostlender just am Murtaler Rallye-Wochenende bei der tschechischen Rally Hustopece starten müssen, um auch in Österreichs Nachbar-Land noch im Rennen um die Meisterschaft zu bleiben. Somit könnte Wagners erster Verfolger Michael Lengauer die Chance nützen, um mit einem Sieg bei der ET König Rallye 2026 den Rückstand auf den Gesamtleader zu verkürzen und so seine theoretische ORM-Titelchance aufrechtzuerhalten. Leichter gesagt als getan freilich, denn erstens hat Lengauer seinen Sitz im gewohnten Skoda Fabia gegen ein Cockpit in einem (noch) ungewohnten Citroen C3 Rally2 getauscht, und zweitens steht mit dem zweifachen Staatsmeister Hermann Neubauer ein weiterer absoluter Siegkandidat in Judenburg am Start.
Hermann Neubauer ist jedenfalls hochmotiviert: „Ich werde sicherlich versuchen, diesmal den Speed an der Spitze von Beginn an mitzugehen. Im letzten Jahr musste ich mich noch an den neuen Toyota Yaris gewöhnen, außerdem haben wir einige technische Neuheiten ausprobiert. Dieses Kapitel ist vorbei, daher kann ich mich voll aufs Fahren konzentrieren. Die Wunschvorstellung ist natürlich ein Sieg.“
Mit Luca Waldherr geht ein weiterer Podestkandidat in Judenburg ans Werk. Der Niederösterreicher lenkt seinen Erfolgsboliden, mit dem er 2024 seine Heimrallye in der Buckligen Welt gewinnen konnte – einen Citroen C3 Rally2.
Mit Raimund Baumschlager steht auch Österreichs Rekord-Staatsmeister am Start. Der Rosenauer ist nach einer Schulteroperation wieder fit. „Ich freue mich riesig auf die ET König Rallye mit dem fantastischen Stadtkurs durch Judenburg. In den vergangenen Wochen habe ich große Fortschritte gemacht. Die Belastungen im Rallye-Boliden sind natürlich deutlich höher als im Straßenfahrzeug. Deshalb werden wir in den Tagen vor der Veranstaltung noch Tests einlegen. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, und Dr. Bernhard Stitz, der mich operiert hat, steht ja selbst bei der Rallye am Start – da hat er sicher den einen oder anderen Tipp parat, falls es im Cockpit doch noch irgendwo zwickt.“
FAZ-Hausherr Peter Hopf geht nicht nur mit seinem Ford Festa Rally2 ins Rennen, sondern auch mit dem berühmten Heimvorteil, doch er warnt sich selbst: „Das ist so eine gefährliche Sache, man glaubt alle Streckenabschnitte genau zu kennen, fährt dadurch etwas schneller und bekommt so manchmal gröbere Schwierigkeiten. Als Mitveranstalter und Fahrer ist man natürlich doppelt gefordert, ich habe aber eine gute Mannschaft hinter mir, die in der Organisation tätig ist, daher kann ich mich sehr gut aufs Fahren konzentrieren. Mein Ziel ist Top-ten-Platz in der Gesamtwertung.“
Diesen oder weit mehr strebt wohl auch Kris Rosenberger an. Der ehemalige Staatsmeister holte sich kürzlich mit einem zweiten Platz bei der Historic Akropolis Rallye hinter dem dreifachen finnischen Vizeweltmeister und aktuellen Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala Selbstvertrauen. Allerdings tauscht Rosenberger in Judenburg seinen Subaru Impreza GT Turbo gegen einen in der ORM konkurrenzfähigen Rally2-Boliden.

ORM 2 – Kein Millimeter Platz zwischen den Konkurrenten
In der Klasse der zweitstärksten Allrad-Boliden regiert die Ausgeglichenheit, was die Dramatik bei jeder Rallye nach oben schraubt. Der Grund liegt nicht nur an den wieselflinken R3-Autos bzw. den hier auch zugelassenen bärenstarken Prototypen, sondern vor allem auch an der Klasse der drinsitzenden Piloten. Diese tragen durchaus bekannte Namen. So sieht sich der Meisterschaftsführende Günther Knobloch einer prominenten Verfolgerschar ausgesetzt. Neben dem schnellen Niederösterreicher Christoph Zellhofer oder dem deutschen Routiner Hermann Gassner, drückt vor allem auch Ex-2WD-Staatsmeister Roland Stengg kräftig aufs Gaspedal. Für Aufmerksamkeit sorgte zuletzt jedoch Maximilian Lichtenegger. Der Wolfsberger wird genau am Donnerstag, dem Tag des Zeremonienstarts in Judenburg 22 Jahre jung. Er gewann die ORM-2-Wertung seiner Heimrallye im Lavanttal und fuhr gleich darauf bei der ERC Andalucia Rally auf den formidablen dritten Platz.

ORM 3 – Heiße Brüder-Duelle unter den Zweiradlern
Von spannenden Familien-Duellen wird die Klasse der zweirad-getriebenen Fahrzeuge, kurz genannt ORM 3, geprägt. Hier Marcel und Nico Neuinger, da Raphael und Lukas Dirnberger. Und garniert wird die vierköpfige PS-Jagd aus Oberösterreich noch durch den Kärntner Thomas Traußnig, der ebenfalls immer wieder, wenn auch noch etwas zu selten, schnelle Zeiten zu fahren imstande ist. Das Nonplusultra freilich heißt Marcel Neulinger, der mit dem oben erwähnten ORM-2-Youngster Maximilian Lichtenegger zu den hoffnungsvollsten Nachwuchspiloten des Landes zählt. So hat der junge Oberösterreicher im Murtal die Möglichkeit, den Staatsmeister-Sack zuzumachen und somit den Titel vom Vorjahr erfolgreich zu verteidigen.

ORM Junior – Mit neuem Sponsor und schnellen Youngsters
Mit neuem Sponsor und finanziell wieder lukrativ aufgewertet präsentiert sich die RP-Tools Junioren Rallye Staatsmeisterschaft auch bei der ET KÖNIG Rallye. Hier führt wie in der ORM 3 der regierende Champion und also Titelverteidiger Marcel Neulinger. Er hat alle heurigen ORM-Rallyes gewonnen und steht auch hier vor seinem nächsten Titel. Sein Debüt in der Junior Rallye Europameisterschaft gab Marcel Neulinger im pinken Lancia Ypsilon Ende Mai bei der ERC Royal Rally of Scandinavia in Schweden. Mit Copilot Jürgen Heigl beendete er den Schotterlauf auf Platz sieben in der JERC-Wertung.
Lukas Dirnberger und Thomas Traußnig komplettieren das momentane Junioren-Podest in Österreich.

HRM – Fünffacher Europameister auf nationalem Titelkurs
Mit einer gewissen Favoritenstellung kommt der Wiener Karl Wagner in der Historischen Staatsmeisterschaft zum steirischen Rallye-Spektakel. Eine Rolle, die einen fünffachen Europameister freilich nicht wirklich nervös machen dürfte und es wohl auch nicht tut. Der smarte Porsche-Pilot mit der nicht minder legendären Gerda Zauner am Beifahrersitz quälte sich zum Saisonauftakt mit dem bei Schnee relativ suboptimalen Heckantrieb noch übers Freistädter Jännerrallye-Terrain, ließ aber am Asphalt in der Südsteiermark und im Lavanttal seinem knallgelben 911er freien und daher siegreichen Lauf. Eigentlich spricht auch in Judenburg sehr viel für „Sir Karl“ und „Lady Gerda“.

Technische Daten und Zeitplan der ET König Rallye 2026
Gesamtkilometer 504,84 Kilometer
davon am 1. Tag 5 Sonderprüfungen mit 53,23 Kilometer
davon am 2. Tag 10 Sonderprüfungen mit 87,27 Kilometer
An beiden Tagen zusammen 15 Sonderprüfungen mit 140,50 Kilometer


Donnerstag, 11. Juni 2026
18.00 Uhr                   Ceremonial Start, Hauptplatz Judenburg

Freitag, 12. Juni 2026
14.00 Uhr                   Start der ET König Murtal Rallye im Fahrtechnikcenter Fohnsdorf
14.35 Uhr              1. Sonderprüfung RK Gaal – Hammergraben 1 1 Runde    11,67 Kilometer
15.00 Uhr              2. Sonderprüfung Seckau – St. Marein 1                                9,11 Kilometer
15.40 Uhr                   Regrouping im FAZ Fohnsdorf
16.55 Uhr              3. Sonderprüfung RK Gaal – Hammergraben 2
1 Runde    11,67 Kilometer
17.20 Uhr              4. Sonderprüfung Seckau – St. Marein 2                                9,11 Kilometer
18.15 Uhr              5. Sonderprüfung RK Gaal – Hammergraben 3 1 Runde    11,67 Kilometer
19.05 Uhr                   Technical Zone FAZ Fohnsdorf In
19.50 Uhr                   Parc Ferme FAZ Fohnsdorf In

Samstag, 13. Juni 2026
  7.15 Uhr                   Parc Ferme FAZ Out
7.30 Uhr                   Start zur 2. Etappe
  7.55 Uhr              6. Sonderprüfung Baumkirchen – Gaberl 1                          11,39 Kilometer
  8.45 Uhr              7. Sonderprüfung Obdach – Sabathyhütte 1            10,52 Kilometer
9.30 Uhr                   Regrouping im FAZ Fohnsdorf
10.30 Uhr              8. Sonderprüfung Baumkirchen- Gaberl 2                           11,39 Kilometer

11.20 Uhr              9. Sonderpürfung Obdach – Sabathyhütte 2            10,52 Kilometer
12.10 Uhr            10. Sonderprüfung Baumkirchen – Gaberl 3                          11,39 Kilometer
12.50 Uhr                   Regrouping im FAZ Fohnsdorf
14.25 Uhr            11. Sonderprüfung Rundkurs Judenburg 1                               5,32 Kilometer

15.20 Uhr            12. Sonderprüfung Möderbrugg 1                                              8,05 Kilometer
16.05 Uhr            13. Sonderprüfung Rundkurs Judenburg 2                              5,32 Kilometer
16.30 Uhr                   Regrouping im FAZ Fohnsdorf
17.50 Uhr            14. Sonderprüfung Rundkurs Judenburg 3                              5,32 Kilometer

18.35 Uhr            15. Sonderprüfung Möderbrugg 2 Powerstage                          8,05 Kilometer
19.00 Uhr                   FINISH FAZ Fohnsdorf

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