Gelungenes Debüt in der Formel 4 von Marlon Bayer

Formel 4 Saudi Arabian Championship

Ein kräftiges Lebenszeichen gab der erst 16-jährige Österreicher Marlon Bayer bei seinem ersten Renneinsatz in der Formel 4 der Saudi-Arabischen Meisterschaft.

Die Rennserie umfasst sechs Veranstaltungen mit jeweils zwei Rennläufen. Den Auftakt bildete am vergangenen Wochenende der Grand-Prix-Kurs von Jeddah. Die 6,175 Kilometer lange Strecke gilt als besondere Herausforderung für jeden Debütanten. Hohe Geschwindigkeiten, enge Mauern und praktisch keine Fehlertoleranz verlangen von den Fahrern höchste Präzision. Hinzu kamen Temperaturen von über 36 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von rund 65 Prozent, die Mensch und Material zusätzlich forderten.
Die Aramco F4 Saudi Arabian Championship ist die offizielle, von der FIA zertifizierte Formel-4-Serie Saudi-Arabiens und gilt als wichtiger Schritt vom Kartsport in den internationalen Formelsport.
Gefahren wird mit identischen Einheitsfahrzeugen, die vom Hitech Grand Prix Team betreut werden. Zum Einsatz kommt der Tatuus F4-T421, ein Formel-4-Bolide der neuesten FIA-zertifizierten Generation. Als Antrieb dient ein 1,4-Liter-Abarth-Turbomotor mit rund 180 PS. Durch die technische Vereinheitlichung sollen die Kosten reduziert und gleiche Voraussetzungen für alle Fahrer geschaffen werden. Eine einheitliche Budgetobergrenze sorgt zudem dafür, dass alle Teilnehmer innerhalb desselben finanziellen Rahmens antreten.
Nach lediglich 16 Testtagen im Formelauto erhielt Marlon Bayer vom renommierten spanischen Campos Racing die Empfehlung, in der F4 Saudi-Arabien an den Start zu gehen.
Für den jungen Fahrer mit Vorarlberger Wurzeln erwies sich diese Entscheidung als genau der richtige Schritt. Mit der Startnummer 44, der Nummer seines großen Vorbilds, des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters Lewis Hamilton, gelang Bayer ein fulminanter Einstand in den Formelsport.
Für den 16-Jährigen ging damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung, nachdem er bereits die letzten vier Jahre im Kartsport und viele Wochenenden an der Rennstrecke verbrachte und mit 13 Schweizer Meister in der X30 Junior und mit 14 Vizemeister in der X30 Senior Klasse wurde.
Bereits in seinem ersten Rennen am Freitag zeigte er eindrucksvoll sein Potenzial. Bayer sicherte sich im Qualifying die Poleposition, erwischte beim Start allerdings keinen guten Beginn und fiel zunächst zurück. Mit einer starken Aufholjagd kämpfte er sich noch bis auf den dritten Platz nach vorne und durfte damit bereits bei seinem ersten Formelrennen auf das Podium.
Ein ähnliches Bild bot sich am Samstag im zweiten Nachtrennen. Wieder war Bayer der Schnellste im Qualifying und startete von der Poleposition. Diesmal bewahrte der junge Österreicher die Ruhe und schaffte es, die Führung vom Start weg zu behaupten. Bis zur Rennhälfte musste Bayer in seinem Formel 4 allerdings hart kämpfen. Mit zunehmender Renndauer fand er immer besser seinen Rhythmus, meisterte die schwierige Situation bereits erstaunlich abgeklärt und setzte sich an der Spitze durch. Schließlich fuhr Marlon Bayer einem Start-Ziel-Sieg entgegen und durfte bei seinem erst zweiten Rennen nach seiner Kart-Karriere die österreichische Bundeshymne von ganz oben anhören.

Text: Manfred Noger
Fotos: F4 Saudi-Arabia

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