Das gigantische Feld der Mitteleuropäischen Meisterschaft F4-CEZ startete in die Saison 2026 mit einem sehr gelungenen Event auf dem österreichischen Red Bull Ring. Das Finale gewann der Däne David Walther vom Schweizer Team Maffi. Die österreichische Renauer-Mannschaft erlebte ein Wochenende, das Hoffnung auf mehr macht.

Qualifikation:
Für die Meisterschaft haben sich dieses Jahr so viele Teilnehmer (41) angemeldet, dass das Organisationsteam um Josef Křenek auf ein „Kart“-Wochenendkonzept zurückgreifen musste. Die Qualifikation wurde daher in zwei Gruppen aufgeteilt und anschließend drei Vorläufe veranstaltet. Aus diesen waren nur die 32 Schnellsten für das große Sonntagsfinale startberechtigt.
Österreich ist heuer leider durch keinen Fahrer vertreten, dafür aber durch das Team von Renauer Motorsport, dass den starken erfahrenen Schweizer Andreas Lo Boe und den debütierenden Letten Tomas Rudokas einsetzen wird. Verstärkt hat man sich durch den ehemalichen F3-Fahrer Joshua Dufek, der die Jünglinge coachen wird.
Die Qualifikation am Samstag gelang am besten dem Schützling des ehemaligen F1-Fahrers Tomáš Enge, Teodor Borenstein. Der Tscheche vom Team Jenzer fuhr in seiner Gruppe am schnellsten vor seinem Kollegen Elia Weiss aus Deutschland (Sohn der bekannten Rennfahrerin Claudia Hürtgen), einem weiteren Deutschen, Simon Rechenmacher, dem Bulgaren Lyuboslav Ruykov (beide Cram) und der sensationell schnellen Ella Hakkinen. Mit tschechischer Lizenz startend, debütierte die Tochter des zweifachen F1-Weltmeisters Mika im Monoposto-Sport für das Team Jenzer. Renauers Rudokas fuhr auf den guten 15. Platz.
Die zweite Gruppe wurde vom amtierenden Vize-Meister der F4 CEZ, Max Karhan, vor dem ebenso erfahrenen Dänen David Walther (Maffi) und zwei weiteren Fahrzeugen des großen Teams von Andreas Jenzer mit dem Schweizer Georgij Zasov und Markus Silkunas aus Lettland am Steuer dominiert. Die fünftbeste Zeit erzielte die Williams-F1-Juniorin Jade Jacquet aus Frankreich (Mathilda Racing) vor dem überraschend starken Slowenen Aleksandar Bogunovic vom Team SG. Andreas Lo Bue platzierte sich auf Position 9.

Vorläufe:
Im ersten der Vorläufe zeigte am Samstag der lernwillige Borenstein, wie sehr ihm die umfangreiche Wintervorbereitung in anderen Meisterschaften geholfen hat und wie gut er sich die Ratschläge von Tomáš Enge zu Herzen nehmen kann. In der ersten Hälfte hielt er geschickt den aggressiven Walther hinter sich. Der schlecht gestartete Karhan benötigte das halbe Rennen, um auf den 2. Platz vorzurücken, aber auch er konnte dem stark verbesserten Landsmann Borenstein seinen ersten Sieg nicht streitig machen.
Mit größerem Abstand folgten auf Walther Rechenmacher und Ruykov. Auch die drei Mädchen dieses Vorlaufs zeigten eine wirklich starke Leistung: die Italienerin Ginerva Panzeri (AS) kam als 11. ins Ziel, unmittelbar vor der Deutschen Mathilda Paatz (Mathilda) und der Polin Michalina Sabaj (AS).
Der zweite Vorlauf startete am Sonntag früh am Morgen und nach dem Start setzte sich Karhan knapp vor den Deutschen Weiss und Rechenmacher durch. Der vielversprechende Weiss wechselte jedoch schon in 2. Runde den Tschechen an der Spitze ab und konnte diese Position bis ins Ziel verteidigen. Rechenmacher fuhr hervorragend auf den dritten Platz vor Zasov und dem Schweizer Andreas Lo Bue aus dem heimischen Team Renauer. Ella Hakkinen beendete das erste Rennen ihres jungen Lebens auf einem hervorragenden 8. Platz. Ihr Vater würde staunen, wenn er in Spielberg wäre…
In den dritten Vorlauf starteten Borenstein und Weiss gemeinsam aus der ersten Reihe und die Reihenfolge mit dem dahinter lauernden Walther blieb zunächst unverändert. Der Däne rückte jedoch in der 2. Runde auf die zweite Position vor, wonach die ersten drei in dieser Reihenfolge das Ziel auch passierten. Eine 5-Sekunden-Strafe schob Borenstein in der Wertung jedoch auf den 2. Platz hinter Walther zurück. Die Frau des Rennens war die Juniorin von Aston Martin-F1, Mathilda Paatz. Sie überholte die meisten Gegner und kam hinter Ruykov, Bogunovic und Zasov als hervorragende Siebte ins Ziel. Renauers Lo Bue kam gleich hinter ihr ins Ziel. Ella Hakkinen besiegte knapp Jade Jacquet und Alexia Danielson und wurde Elfte.

Finale:
Nur die 32 Besten der Vorläufe durften am Sonntagnachmittag im Finale antreten. Die Spitze auf dem Grid bildeten der Polesetter Borenstein vor Weiss, Walther, Karhan, Rechenmacher, Ruykov, Zasov und Renauers Lo Bue.
Borenstein hatte den besten Start, konnte sich jedoch in der zweiten Runde gegen Walther nicht behaupten. Der blonde Däne gewann dann das durch Neutralisationen und Unterbrechungen geprägte Finale vor Weiss und Karhan, während Borenstein nach einem Unfall mit Rechenmacher leer ausging. Mathilda Paatz und Ella Hakkinen konnten erneut überzeugen und punkteten als Achte und Zwölfte.
Renauers Nummer 1, Lo Bue hatte Pech. Der Schweizer hielt einen starken 6. Platz, als ihm ein Konkurrent den Hinterreifen aufschlitzte… „Das Wochenende hatte seine Hochs und Tiefs. Die Tatsache, dass Andreas locker in den Top10 des Finales mitmischen konnte, macht aber Lust auf das nächste Rennen auf dem Salzburgring,“ fasste der Teamchef Sepp Renauer zusammen.

Ergebnis Finale:
1. David Walther, Maffi
2. Elia Weiss, Jenzer
3. Max Karhan, Jenzer
4. Alexandar Bogunovic, SG
5. Georgij Zasov, Jenzer
6. Francesco Pio Coppola, Technorace
7. David Gorčica, Janík
8. Markas Silkunas, Jenzer
9. Mathilda Paatz, Mathilda
10. Stefan Treneski, JMT
Punktestand vor Salzburing (31.05.2026)
1. David Walther 66 P.
2. Elia Weiss 61 P.
3. Max Karhan 56 P.
4. Teo Borenstein 45 P.
5. Georgij Zasov 34 P.
6. Simon Rechenmacher 31 P.
Text: Roman Klemm senior / Foto: Roman Klemm junior
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