Eine wertvolle sportliche Darbietung, die den rund 10.000 Fans auf dem Slovakiaring die Mitteleuropäische Formel 4 (F4 CEZ) bot, wurde nur durch häufige Neutralisationen gestört. Das Wochenende gehörte vor allem dem Dänen David Walther, der das Finalrennen gewann und dem Tschechen Theodor Borenstein, der die meisten Punkte kassierte. Für das österreichische Renauer Motorsport Team hatte der Süden der Slowakei nur 5 Pünktchen zu bieten.

Qualifikation:
Sportlich betrachtet war die top-besetzte Formel 4 das beste, was der „Truck Race of Slovakia“ auf dem Slovakiaring zu bieten hatte. Die in zwei Gruppen aufgeteilte Qualifikation nahmen 37 Wagen in Angriff.
Das Ergebnis der ersten Qualifikationsgruppe hob das Talent des jungen Deutschen Simon Rechenmacher hervor. Der Fahrer des italienischen Teams Cram besiegte seinen Landsmann Elia Weiss und den Tschechen Max Karhan vom Jenzer-Team! Hinter dem Italiener Antonio Errigo und dem Schweiz-Russen Georgij Zasov erzielte Ella Hakkinen eine gute 6. Zeit.
In der zweiten Gruppe entschied das Duell mit David Walther (Maffi) der Tscheche Teo Borenstein (Jenzer) überraschend klar für sich. In Zehntelsekundenabständen folgten die hervorragend eingestellten Mathilda Paatz, Aleksandar Bogunovic, Markas Silkunas und Dean Pedersen. „Wie schon auf dem Salzburgring haben wir die Quali wieder vergeigt. Werde mit meinen Fahrern sprechen müssen,“ kommentierte Sepp Renauer die Plätze 12 und 15 seiner Fahrer Andreas Lo Bue und Tomas Rudokas.

1. Heat
Bei sonnigem, aber windigem Wetter stand Borenstein auf der besten Startposition des ersten Laufs vor Rechenmacher, Weiss und Paatz. Während der tschechische Pilot einen hervorragenden Start hatte, verschlief Rechenmacher und verlor zwei Positionen gegenüber Paatz und Weiss.
Wegen eines Unfalls des Brasilianers Louza mit dem Polen in der Sektion nach der gegenüberliegenden Geraden wurde jedoch noch während der ersten Runde neutralisiert. Das Entfernen der beiden Monoposto aus dem Kies kostete die Beteiligten ein Drittel des Rennens…
Beim Neustart stubste Rechenmacher noch auf der Geraden Paatz an, und sie drehte sich. Zum Glück traf sie keines der folgenden Fahrzeuge. Mathilda verlor so ihre Spitzenposition – Simon erhielt eine Zeitstrafe… Am Ende des Rennens konnte Rechenmacher zwar Borenstein angreifen, der Schützling von Tomáš Enge ließ sich aber nicht beunruhigen und gewann das erste von vier slowakischen Rennen. Als Zweiter wurde Weiss gewertet, vor Markas Silkunas und dem bestraften Rechenmacher. Mit Platz 5. Platz debütierte der vielversprechende 15-jährige Pole Piotr Orcholski, der für das italienische Team Harp fährt.

2. Heat
Rechenmacher hatte also einiges wiedergutzumachen. Im zweiten Lauf bekam er dazu Gelegenheit von der Pole-Position vor Walther, Paatz und dem erfahrenen Tschechen Max Karhan.
Mathilda Paatz überraschte alle mit einem Raketenstart und setzte sich an die Spitze vor Walther, Karhan und Rechenmacher. Walther konnte zwar noch während der ersten Runde die erste Position übernehmen, gleich darauf wurde jedoch auch der zweite Heat neutralisiert: Der Ungar Gaspar, die Schwedin Danielsson und der Schweizer Lo Bue standen na Kollision am Streckenrand. „Lo Bue war gerade dabei in die top10 vorzudringen. Schade, da waren viele Punkte drin,“ bemerkte Sepp Renauer.
16 Minuten vor Schluss überraschte Walther beim Re-Start Paatz, die diesmal das Duell gegen Rechenmacher klar auf der Strecke verlor. 4 Runden vor Rennende konnte Rechenmacher Walthers Vorsprung aufholen und beide lieferten sich ein schönes Duell um den Sieg. Ebenso kämpften Pedersen und Karhan um den 3. Platz. Im packenden Kampf um den Sieg setzte sich Rechenmacher knapp durch. Karhan gewann Bronze, Paatz konnte sich über Platz 4 vor dem Schweden Poulsen, dem Slowenen Bogunović und Ella Hakkinen freuen. Renauers zweiter Mann Tomas Rudokas kam nur als 17. ins Ziel. „Der Tomas kommt mit der Strecke einfach nicht zurecht,“ resignierte Teamboss Renauer.

3. Heat
Am Start befand sich der Fahrer von Maffi Racing, David Walther umgeben von einer Armada von Piloten des Jenzer Motorsport: Vor ihm stand der Poleman Borenstein, hinter ihm lauerten Weiss, Karhan und Silkunas!
Das Rennen gehörte jedoch dem hervorragend vorbereiteten Borenstein. Er führte von Start bis ins Ziel und sicherte sich seinen zweiten Triumph des Wochenendes. Dabei nutzte er die Tatsache, dass seine Gegner Walther, Karhan, Silkunas, Pedersen und Weiss hinter ihm intensiv um die Platz 2 kämpften.
Zur Rennhälfte musste das Rennen durch die rote Flagge unterbrochen werden, als Ohlert und Orcholski bei hohem Tempo im Kampf um den 12. Platz verunglückten. Ihre Monoposti wurden schwer beschädigt, die Fahrer kamen ohne schwere Verletzungen davon.
Beim folgenden Re-Start konnte sich Pedersen auf den 2. Platz vorarbeiten, aber Walther erkämpfte sich diese Position zurück. Vor ihnen fuhr Borenstein fehlerfrei zu seinem zweiten Sieg des Wochenendes. Leider wurde das letzte Viertel des Rennens erneut durch eine Neutralisierung zunichtegemacht: Dazu reichte bereits ein einziges Auto (Bien Cezary) im endlosen Kiesbett der letzten Kurve…
Für Renauer Motorsport bedeutete Heat 3 die einzigen Punkte des Wochenendes: Der erfahrene Lo Bue kam als guter 11. ins Ziel.
Finallauf:
Am Sonntagmittag starteten die 32 Besten zum abschließenden Finale in der Reihenfolge Borenstein, Walter, Rechenmacher und Weiss. Borenstein konnte sich zwar am Start durchsetzen, wurde jedoch noch in der ersten Runde von Walther überholt – und der blonde Däne war danach nicht mehr zu schlagen.
Daran änderte auch die Neutralisierung nach einem leichten Unfall von Paatz nichts – im Gegenteil: Rechenmacher, der Zweite, behinderte beim Neustart wegen eines Defekts die Konkurrenten so stark, dass sich Walther einen Vorsprung von 3 Sekunden ausfahren konnte. Dahinter sammelten Fahrer vom Jenzer-Team, Borenstein, Silkunas und Zasov viele Punkte. Ander Renauer Motorsport: Lo Bue und Rudokas kamen nicht unter den gepunkteten ins Ziel.
Die Meisterschaft geht nun in die Sommerpause und wird Anfang August auf dem Autodrom Most fortgesetzt.
Ergebnis:
1. David Walther, Maffi
2. Teo Borenstein, Jenzer
3. Markas Silkunas, Jenzer
4. Georgij Zasov, Jenzer
5. Erik Poulsen, Step
6. Elia Weiss, Jenzer
F4 CEZ Gesamtwertung nach Halbzeit der Saison:
1. David Walther 167 P.
2. Elia Weiss 154 P.
3. Teo Borenstein 145 P.
4. Max Karhan 128 P.
5. Simon Rechenmacher 101 P.
Text und Foto: Roman Klemm
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