Ein bärenstarkes Wochenede von Simon Schranz

CEZ-Formel 4 in Most

Die drei Rennen der hervorragend besetzten Mitteleuropa-Meisterschaft der Formel 4 hatten Sieger aus Südamerika: Zweimal setzte sich der favorisierte Argentinier Gino Trappa durch, einmal freute sich der Mexikaner Chavier Herrera. Aber auch der Tiroler Simon Schranz konnte zufrieden sein. Zwei sechste Plätze und ein „Stockerl“ bedeuteten für den Renauer-Fahrer in der Gesamtwertung einen großen Sprung vorwärts.

Qualifikation:
Am Samstagmorgen gingen 18 Fahrzeuge (darunter drei mit Mädchen im Cockpit) unter einem drohenden dunklen Wolkenhimmel, jedoch bei trockenem Wetter, in die Qualifikation. Es überraschte nicht, dass sich das Quartett des Teams Jenzer-Motorsport durchsetzen konnte. Schnellster war der Argentinier Gino Trappa vor dem Mexikaner Nicolas Cortes, dem starken heimischen Fahrer Max Karhan und einem zweiten Mexikaner, Javier Herrera. Hinter dem Dänen David Walther (Maffi Racing) lauerte bereits der zweite Tscheche, David Gorčica (Janík). Die vierte Reihe bildeten die schnelle Deutsche Mathilda Paatz (AS) zusammen mit dem Kanadier Hady Mimassi (Renauer). Die Top10 schlossen der Ungar Benett Gaspar (Zengo) und der dritte einheimische Fahrer Theodor Borenstein (Maffi) ab, den in Most sein Mentor, der ehemalige F1-Pilot Tomáš Enge unterstützte.  Der Österreicher Simon Schranz (Renauer) war mit seiner 11. Zeit nicht besonders zufrieden: „Es gibt noch ein Paar Kleinigkeiten, die uns ärgern und deren Lösung wir hoffentlich bald finden. Ich bin aber auch in Salzburg nur von Platz 11 ins Wochenende gestartet, so bin ich doch zuversichtlich.“
Im internationalen Starterfeld folgten der gut aufgelegte Tscheche František Němec (Janík), Nikolaj Dyrved aus Dänemark (Maffi), die Polin Michalina Sabaj (AS), der Schweizer Andreas Lo Bue (Maffi), der Franzose Romuald Bocquet (Janík) und die Deutsche Kiara Henni im Auto ihres Familien-Teams. Das bunte Feld schloss der erfahrene „in der F4 debütierende“ Evergreen des  Autodroms von Most, Tomáš Chabr.

1. Rennen
Bei wechselhaftem Wetter schien am Samstagnachmittag die Sonne auf das F4-Feld. Das erste Rennen des Wochenendes wurde jedoch durch zwei Unfälle, die zu langen Neutralisierungen und sogar zur Unterbrechung führten, getrübt. Nach dem Start übernahm Trappa die Führung vor Cortes, Karhan und Mimassi, aber im Verlauf der ersten Runde hatten Paatz, Walther und Borenstein einen schweren Unfall, und das Rennen musste unterbrochen werden. Das Chaos auf der Strecke nutzten vor allem Nemec und Henni, die auf die Positionen 6. und 10. vorpreschten.
Der folgende Re-Start hat an der Reihenfolge an der Spitze nichts geändert, nur das vierte Auto von Jenzer hat sich auf den vierten Platz vorgekämpft. Es konnte jedoch wieder nur 3 runden voll gefahren werden: Kiara Henni, die ihre bis dahin noch nie dagewesene Position in den Top 10 verteidigte, rutschte in den Kies. Nach der Bergung ihres Autos wurden nur noch zwei Runden gefahren. Gewonnen hat das disziplinierte Quartett von Talenten aus dem Team von Andreas Jenzer vor zwei starken Fahrern des österreichischen Renauer-Teams, Mimassi und dem im Vergleich zur Qualifikation tatsächlich stark verbesserten Schranz.

2. Rennen:
Auch das zweite Rennen am Sonntagvormittag stand im Zeichen der Dominanz und einer perfekten Leistung des Gesamtführenden Gino Trappa. Der Argentinier führte vom Start bis zum Ziel.
Einziger, der sich anfänglich an die vier blauen Jenzer-Tatuus-Wagen anheften konnte, war der hervorragend aufgelegte Österreicher Simon Schranz. Ab Rennmitte musste er jedoch für das hohe Tempo mit zu abgenutzten Reifen zahlen und konnte den Dänen Walther nicht hinter sich halten. Hinter ihm drängte der hervorragende Gorčica, der schließlich auf dem 7. Platz vor Lo Bu, Mathilda Paatz und Theodore Borenstein ins Ziel kam.

3. Rennen:
Die Auslosung der Startreihenfolge für das dritte Rennen sollte für Abwechslung an der Spitze sorgen – und es hat geklappt. Der gute František Němec nutzte die geschenkte Pole-Position und führte Schranz, Herrera und Karhan durch die erste Chicane. Genau hier endete jedoch das Rennen nach Kollision mit Walther für Gorčica.
Nach der folgenden Neutralisierung zeigte ein aggressiver Schranz den besten Re-Start, jedoch mit der Folge, dass er die Schikane ausließ und sich hinter Herrera und Karhan einsortieren musste. Der junge Mexikaner fuhr dann vor den Augen seiner anwesenden Familie nach einer hervorragenden Leistung zu seinem ersten Sieg, während Max Karhan sich auf den zweiten Platz vor Schranz vorkämpfte. Der Österreicher hat das Rennwochenende in Nordböhmen mit einem tollen dritten Platz abgerundet. Hady Mimassi im zweiten Renauer-Auto kam vor Trappa auf dem vierten Platz ins Ziel.
Zwei Events vor Saisonende (Slovakiaring Ende August und Brünn Anfang September) führt Trappa die Gesamttabelle relativ klar an. Simon Schranz verbesserte sich Dank seiner starken Leistungen in Most auf den 8. Gesamtrang.

Ergebnis 3. Rennen:
1. Javier Herrera, Jenzer
2. Max Karhan, Jenzer
3. Simon Schranz, Renauer
4. Hadi Mimassi, Renauer
5. Gino Trappa, Jenzer
6. Andreas Lo Bue, Maffi

Gesamtstand nach 4 von 6 Events:
1. Gino Trappa            237 b.
2. Max Karhan             183 b.
3. David Walther         113 b.
4. Nicolas Cortes           99 b.
5. Javier Herrera           93 b.
6. Hady Mimassi           73 b.
7. Bart Harrison             65 b.
8. Simon Schranz         64 b.

Text und Foto: Roman Klemm

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