Bekenntnis zur Windkraft – wenn Rahmenbedingungen stimmen

Nach einem Jahr Windmessungen mittels LiDAR und Windmessmast steht fest: Das Windpotenzial auf der Alpe Rauz ist zu gering, um einen Windpark wirtschaftlich betreiben zu können.

Die Windmessungen erfolgten in einer Kombination aus einem meteorologischen Messmast und einer ergänzenden LiDAR-Messung mittels Lichtimpulsen. Die Messkampagne erstreckte sich insgesamt von Ende Juni 2025 bis Ende Juni 2026.
Die Messergebnisse zeigten, dass das Windfeld auf der Alpe Rauz inhomogen ist und im Projektgebiet variiert. Das beste Windpotenzial wurde in höhergelegenen Bereichen gemessen, wo jedoch aufgrund der engen Talstruktur nicht ausreichend Raum für die geplanten Anlagen vorhanden ist.
Nach Abschluss der Messungen wurde der Messmast planmäßig Ende Juli 2026 abgebaut und abtransportiert. Auf Basis der einjährigen Messergebnisse sowie weiterführender Simulationen der Windverhältnisse für das gesamte Projektgebiet wurde anschließend eine Ertragsprognose für einen möglichen Windpark mit fünf Windenergieanlagen ermittelt – mit einem eindeutigen Ergebnis: Die Messungen weisen im Durchschnitt lediglich rund 1.000 Volllaststunden aus – viel zu wenig für das geplante Projekt. Bestätigt werden die Ergebnisse der Windmessungen auch vom aktuellen Windatlas für Österreich, der kürzlich präsentiert wurde.

Projekte müssen ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich vertretbar sein
Dr. Christof Germann, Vorstandsvorsitzender der illwerke vkw dazu: „Unsere Windparks in Deutschland weisen durchgehend Volllaststunden von deutlich über 2.000 Stunden aus. Bei zudem höheren Investitionskosten aufgrund der alpinen Lage ist ein Projekt auf der Alpe Rauz unter diesen Randbedingungen nicht realisierbar. Wir bekennen uns weiterhin zur Windkraft – aber dort, wo die Rahmenbedingungen stimmen und Projekte ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich vertretbar sind. Deshalb bauen wir unser Windkraft-Portfolio vor allem an geeigneten Standorten in Deutschland weiter aus. Vorarlberg bleibt aufgrund seiner natürlichen Voraussetzungen in erster Linie ein Land der Wasserkraft und der Photovoltaik.“
Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Akzeptanz vor Ort. Gerade in sensiblen alpinen Räumen müssen energiepolitische Ziele, Natur- und Landschaftsschutz sowie die Interessen der Bevölkerung sorgfältig abgewogen werden.
Germann: „Die Messkampagne auf der Alpe Rauz zeigt, dass nicht jedes theoretische Potenzial auch praktisch sinnvoll nutzbar ist. Zugleich braucht Vorarlberg den Ausbau erneuerbarer Energien. Der nächste Schritt im Rahmen einer weiteren professionellen Abklärung möglicher Windkraft-Projekte in Vorarlberg ist deshalb eine LiDAR-Messung im Potenzialgebiet Egg/Klaratsberg ab dem kommenden Herbst.“

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