WEC-Auftakt in Imola: Habsburg starker Vierter!

Nach der Absage des geplanten Beginns der World Endurance Championship auf der Arabischen Halbinsel war es also Imola in Italien, wo sich 2026 der Spitzen-Langstreckenmotorsport präsentieren konnte. Vor fast 100.000 begeisterten Tifosi dauerte die lang ersehnte Show der Scuderia Ferrari nicht bis ins Ziel – zu ihrem Bedauern freuten sich nach 6 Stunden die ehemaligen F1-Fahrer Sebastien Buemi und Brendon Hartley mit Ryo Hirakawa im Dienste von Toyota.

Qualifikation: Giovinazzi, wie es von ihm die voll besetzten Tribünen erwartet haben 
Egal, aus welchen Gründen die WEC-Saison gerade in Imola startet: Die FIA konnte keinen wertvolleren Austragungsort wählen. Die Langstreckenrennen haben auf dieser Strecke, die früher den GP von San Marino ausrichtete, endgültig ihr Zuhause gefunden. Das Publikumsinteresse ist absolut gigantisch – dank der Werksbeteiligung der Scuderia Ferrari war der Besuch beim 6-Stunden-Rennen nur geringfügig kleiner als beim F1-GP. Was für ein viel würdigerer Start in die Meisterschaft, als es die Anonymität der Wüste vor einer Handvoll reicher und nichts verstehender Beduinen bieten würde.
FIA und WEC halten seit mehreren Jahren erfolgreich die Teilnahme auf sehr hohem Niveau – und trotz des Wegganges von Porsche hat sich daran nichts geändert. In der Königsklasse Hypercar engagieren sich acht Hersteller, und damit ist der sportliche Wert der Meisterschaft gegeben. Am Samstag wollten die zehntausenden Zuschauer auf den prall gefüllten Tribünen verständlicherweise nichts anderes sehen als die schnellste Zeit ihres Ferrari. Und der ehemalige F1-Fahrer Antonio Giovinazzi machte seine Landsleute glücklich. Die Tatsache, dass er nur 0,011 Sekunden schneller war, als der schnellste Toyota (Hirakawa) und dass der zweite Ferrari mit dem besten Peugeot keine Zehntelsekunde (!) verloren, deutete jedoch darauf hin, dass die Scuderia am Sonntag nicht gerade in unschlagbarer Form antreten wird. Der einzige Vertreter Österreichs in der Hypercar-Klasse, Ferdinand Habsburg (Alpine) konnte von einem vielversprechenden 7. Platz ins Rennen gehen. In der GT3-Klasse ging vor allem Clement Schmid (Lexus) von Startplatz 3 mit berechtigten Hoffnungen an den Start.

Rennen: In den Boxen waren die Japaner geschickter
Am Sonntag geschah nach tatsächlich 6 Stunden Verfolgungsjagd das, was auf dem „Autodromo Enzo e Dino Ferrari di Imola“ eigentlich nicht passieren sollte: Mit einem Vorsprung von 13 Sekunden fuhr der Hypercar-Toyota des Teams Buemi, Hartley, Hirakawa als Erster ins Ziel! Für den Samstaghelden blieb nur der zweite Platz. Und es war so: Nach dem Start zündeten die Roten ihre Show und hielten die Doppelführung. Besorgt waren die Tifosi jedoch, dass sowohl das schnellste Toyota als auch der Cadillac kein Problem hatten, dieses Tempo zu halten. Eine absolute Katastrophe für die italienische Leidenschaft mussten dann die Boxenstopps sein. Beim ersten (Hartley übernahm von Hirakawa) rückten die schnelleren Japaner auf den zweiten Platz vor – und beim zweiten übernahmen sie sogar die Spitze! Die Spitzenautos beider Teams waren auf der Strecke ungefähr gleich schnell, und die Fans sahen ein schönes Duell. Beim vorletzten Stopp gelang es Toyota jedoch, auch ihr zweites Auto vor das beste Ferrari zu bringen. In den letzten beiden Stints reichten die Gewinner von Le Mans, Giovinazzi, Puer Guidi und Calado, nur noch dafür aus, wenigstens auf den zweiten Platz zu kommen.
Während das zweite Werks-Ferrari durch die schlechte Reifenwahl die Hoffnung verlor, und das „private“ Kubica-Auto das ganze Wochenende über an Wettbewerbsfähigkeit einbüßte, präsentierten sich vor allem Alpine und Cadillac nach der Winterpause in deutlich verbesserter Form. Habsburg und seine co-Piloten Milesi und da Costa haben das „Stockerl“ nur relativ knapp verpasst und wurden nach eine starken Vorstellung Gesamt-Vierte.

Die Debütanten Genesis (Hyundai), die in Imola vom Star Jacky Ickx unterstützt wurden, mussten erkennen, dass ihnen noch ein sehr langer Weg bevorsteht. Ihr erstes Auto war nach einer Viertelstunde bereits in der Garage, das zweite kam weit hinter der Konkurrenz ins Ziel.
Die GT3-Klasse wurde im Wesentlichen von Garage59-McLaren aus der Pole-Position mit der Besatzung Kirchoefer, Fleming, Au dominiert. Eine halbe Stunde vor Schluss begann jedoch die Elektronik seines Fahrers zu streiken, sodass der Sieg dem Team WRT-BMW mit der Besatzung McIntosh, Harper, Fleming in den Schoß fiel. Dafür hatte Schmid Pech: sein Teamkollege musste ihr Auto bereits nach eine Stunde abstellen. Doch Langstrecken-Evergreen Richard Lietz brachte seinen Bend-Manthey-Porsche zusammen mit Shahin und Pera auf Platz 3 der Klasse ins Ziel!
Das zweite Rennen der WEC-Meisterschaft findet am 9. Mai in Spa statt.

Ergebnis WEC 6h of Imola 2026:
1. Buemi, Hartley, Hirakawa – Toyota
2. Pier Guidi, Calado, Giovinazzi – Ferrari
3. Conway, Kobayashi, de Vries – Toyota
4. Felix da Costa, Milesi, Habsburg – Alpine
5. Frijns, Rast – WRT-BMW
6. Fuoco, Molina, Nilesen – Ferrari
7. Magnussen, Marciello – WRT-BMW
8. Bamber, Bourdais – Cadillac
9. Tincknell, Gamble – Aston Martin
10. Ye, Kubica, Hanson – AF-Ferrari

Text und Foto: Roman Klemm

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