Die Beratungsstelle Clean der Stiftung Maria Ebene mit Einrichtungen in Bregenz, Feldkirch und Bludenz startet 2026 ein neues, spezialisiertes Gruppentherapieangebot für Menschen mit problematischem Glückspiel-Konsum. Das Clean reagiert damit auf den schon länger zu beobachtenden Anstieg bei nicht-stofflichen Suchterkrankungen, zu denen unter anderem Glückspielsucht zählt – eine Entwicklung, die sich auch zukünftig fortsetzen dürfte.

Die Beratungsstelle Clean ist seit über 30 Jahren fester Bestandteil in der Suchthilfe in Vorarlberg und bietet umfassende, ambulante Betreuungs- und Behandlungsangebote für Betroffene von Abhängigkeitserkrankungen und deren Angehörige bzw. Bezugspersonen. Die Hilfeleistungen reichen vom niederschwelligen Kontakt über die ambulante Betreuung an den Clean-Standorten in Bregenz, Feldkirch und Bludenz und – als Teil der Stiftung Maria Ebene – bis hin zur Übergabe in stationäre Therapien. Mit kommendem Jahr startet das Clean nun neu ein spezialisiertes Gruppentherapieangebot für Betroffene von Glückspielsucht. „Damit wollen wir den aktuellen und zukünftigen Entwicklungen im Bereich von Verhaltenssüchten Rechnung tragen und gehen gezielt auf entsprechende Rückmeldungen von Betroffenen ein. Unseren Klient:innen soll damit ein zusätzliches Angebot zur Verfügung stehen, in dem Sie mit anderen Betroffenen ins Reden kommen können“, informiert David Junker, MMSc., Bereichsleiter Clean.
Anstieg bei Verhaltenssüchten
Unter allen Konsumformen ist in den letzten Jahren der nicht-stoffliche Konsum, also sogenannte Verhaltenssüchte, an der Beratungsstelle Clean am deutlichsten angestiegen. Dazu zählen vor allem das pathologische Glückspiel, als auch problematischer Spiel- bzw. Medienkonsum, der gerade bei Jugendlichen erhebliche Auswirkungen zeigen kann. „Österreichweit weisen laut Studien mehr als ein Prozent der Bevölkerung ein problematisches Glückspielverhalten auf. Allein in Vorarlberg sind das schätzungsweise knapp 5.000 Menschen, die davon betroffen sein dürften. Und hier reden wir nicht von süchtigem Spiel- oder Medienkonsum, sondern ausschließlich von Glückspiel“, bestätigt David Junker.
Frühzeitige Unterstützung hilft
Die Behandlung von Menschen mit Verhaltenssüchten zeigt viele Therapiemöglichkeiten auf, vor allem wenn Betroffene frühzeitig eine fachlich-geschulte und multiprofessionelle Hilfe suchen. „Seit langem schon haben wir an unseren Beratungsstellen für diese Art von Abhängigkeitserkrankungen speziell zugeschnittene Angebote etabliert. Mit dem neuen Gruppenangebot bringen wir hier einmal mehr gezielt unsere Expertise ein, bauen unsere Rolle als Suchtfachstelle weiter aus und wollen so Betroffenen noch gezielter helfen können“, betont David Junker. Auch für die neue Primaria der Stiftung Maria Ebene, Dr. Simone Bratl, ist das neue Angebot zur Bewältigung von Glückspielsucht sehr wertvoll und gut in die Behandlungskette des gesamten Hauses eingebunden – von Suchtprävention, über ambulante bis zu stationärer Behandlung. „Die Beratungsstelle Clean bietet seit über drei Jahrzehnten fundierte Unterstützung und Betreuung bei verschiedenen Konsumformen und wir möchten dies in Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen im Suchtbereich weiter ausbauen“, so Dr. Simone Bratl.
Online und Standortunabhängig
2025 betreute das Clean bislang insgesamt 68 Klient:innen im Bereich Glückspielsucht in Vorarlberg. In absoluten Zahlen spielen damit Verhaltenssüchte im Vergleich zu den stofflichen wie Alkohol oder illegale Drogen wie Cannabis und Kokain also glücklicherweise weiterhin eine untergeordnete Rolle. „Aber gerade auch bei der Glückspielsucht ist die Diskrepanz zwischen den Betroffen, die keine professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen und jener, die bei uns Hilfe suchen, groß“, weiß David Junker. Gründe dafür sind etwa große Scham wegen der Geldprobleme und Schulden. Zudem ist es in diesem Bereich weniger klar ersichtlich für Betroffene und Angehörige, wann die Verhaltensweise pathologisch wird, verglichen zu substanzgebunden Konsumformen. Gespielt wird dabei vermehrt online, vor allem am Mobiltelefon. Betroffene konsumieren somit standort- und situationsunabhängig. „Gerade das macht die Behandlung so herausfordernd, weil wir diese Geräte praktisch immer dabei haben. Ein Verzicht auf Handy oder Computer ist heute kaum mehr denkbar bzw. oft auch unmöglich. Das bringt für unsere Klient:innen enorme Herausforderungen mit sich.“, erklärt David Junker abschließend.
Weitere Angebote
Weitere Gruppentherapieangebote der Beratungsstelle Clean sind die Angehörigengruppe in Bregenz, eine spezielle Gruppe für Frauen zum Thema Sucht und Trauma und die Gruppe „crossover“ für abhängigkeitserkrankte THC-Konsument:innen. Eine Übersicht über alle Angebote und Leistungen sowie Kontaktdaten der Beratungsstelle Clean findet sich auf der Webseite unter: https://clean.mariaebene.at.
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