Am Wochenende machte die DTM Station auf dem Nürburgring. Auf der Kurzversion des Autodroms setzte sich am Samstag Jack Aitken im Ferrari durch, am Sonntag dominierte der in Österreich lebende Ex-Meister Rene Rast im BMW. Der Tiroler Mercedes-Pilot Lucas Auer punktete beide Male und behielt so seine Tabellenführung.

Samstag:
Mit dem Wochenende am Nürburgring ging das Deutsche Tourenwagen Masters in die zweite Saisonhälfte und in der samstäglichen Qualifikation wurde „italienisch gesprochen“: Unter den ersten vier platzierten sich die Ferrari 296GT des Schweizer Importeurs Emil Frey in der Reihenfolge 1. Jack Aitken, 2. Thierry Vermeulen und 4. Ben Green. Nur Luca Engstler konnte sich mit seinem Lamborghini Huracan des österreichischen Grasser-Teams zwischen die Produkte aus Maranello drängen. Offensichtlich haben die Fahrer in der Pause zwischen Norisring und Nürburgring viel Adrenalin getankt, denn die erste Runde des Rennens führte fast in jeder Kurve zu Kollisionen. Die Spitze übernahm der coole und erfahrene Brite Aitken und Engstler kam mit einem guten Start auf Platz zwei vor. Green folgte ihnen. Weiter hinten wurde sehr aggressiv und mit „Kontakten“ gefahren. Eines der Opfer war Vermeulen, der nach einem Ausflug in den Kies auf die hinteren Plätze zurückfiel. Die Autos von Güven und Bortolotti blieben sogar mit Schäden auf der Strecke stehen, und die Rennleitung unterbrach das Rennen mit der roten Flagge.
Nachdem die Strecke wieder frei befahrbar gemacht wurde, wurde das Rennen erneut gestartet und der ehemalige Williams-F1-Pilot Jack Aitken behielt wieder den Überblick. Diesmal lag er vor seinem Teamkollegen Green und Engstler. Der Führende der Meisterschaft, Lucas Auer, hielt geschickt den vierten Platz vor Pepper und Dörr. Noch vor der Rennhalbzeit konnte der Neffe von Gerhard Berger sogar auf den dritten Platz vorrücken, doch dem Österreicher wurde das Rennen durch einen langsamen Reifenwechsel vermasselt. Die großen Gewinner dieser Phase waren Riccardo Feller im Land-Audi und Marco Wittmann im Schubert-BMW. Der Fahrer des einzigen Fahrzeugs aus Ingolstadt war nach dem Reifenwechsel sogar erster vor Aitken, während Wittmann auf den vierten Platz vor Pepper vorrückte.
Erst eine Viertelstunde vor Rennende konnten die Ferrari von Aitken und Green erneut die „Optik richtigstellen“ und überholten Feller. Sie sorgten dann für einem Ferrari-Doppelsieg vor der Überraschung des Tages, dem privaten Audi von Feller. Auer rettete in Bezug auf die Gesamtwertung eine wichtige 6. Position.

Sonntag:
Die Qualifikation für das zweite Rennen des Wochenendes endete mit einer Sensation: Der Sohn des großen Luxusautohändlers und Besitzers des gleichnamigen Rennteams, Ben Dörr, sicherte sich seine erste Pole-Position in der DTM. Sicherlich hat auch die „neue Gewichtsverteilung“ nach dem Samstag dazu beigetragen. Das Ergebnis war jedenfalls ein weiterer Schlag ins Gesicht für den Star der diesjährigen Saison, den ehemaligen F1-Piloten Timo Glock. Der altgediente Deutsche erreichte in diesem Jahr mit dem gleichen McLaren bei weitem nicht die Ergebnisse des Youngsters Dörr, so tauschten die beiden für den Nürburgring die Autos, damit das Team endlich herausfand, was mit Glocks Chassis nicht in Ordnung ist? Dörr war damit Schnellster, Glock fuhr die 18. Zeit… Während sich die am Samstag dominierenden Frey-Ferrari im Mittelfeld verloren, stellte Lucas Auer seinen AMG-Mercedes neben den Pole-Setter. Es folgte der Außenseiter Jules Magnus (Comtoyou-Aston Martin) und Jules Gounon (Mann-Mercedes).
Vor sensationell gefüllten Tribünen startete Dörr hervorragend und kehrte als Erster aus der ersten Rennrunde zurück, vor Auer, Rast, Magnus, Gounon und Wittmann. Es war aber der Wahl-Vorarlberger Rene Rast, der am Sonntag die meiste Power hatte und nach weniger als einem Viertel des Rennens nicht nur Auer, sondern auch Dörr hinter sich ließ. Während Rast beim ersten der vorgeschriebenen Boxenstopps den ersten Platz hielt, verlor Dörr drei Positionen gegenüber Auer, Wittmann und Magnus.
Seinen zweitem Boxenhalt absolvierte Rast 13 Minuten vor Schluss, und das Team Schubert-BMW konnte bei dieser Gelegenheit auch sein zweites Auto (Wittmann) vor Luggi Auer bringen. Rast fuhr anschließend fehlertfrei zu seinem zweiten Sieg der Saison.
Poleman Dörr kam schließlich nur auf dem 8. Platz hinter dem Außenseiter Magnus ins Ziel. Betzüglich der Gesamtwertung war jedoch der 16. Platz von Aitken wichtiger. Er bedeutete, dass Auer in zwei Wochen als Spitzenreiter zum Sachsenring reisen wird – mit einem 8-Punkte-Vorsprung auf den Briten, 15 Punkte vor Pepper, 20 Punkte vor Rast und 22 Punkte vor seinem Landsmann Thomas Preining, der am Nürburgring mit Plätzen 9 und 10 glücklos.
Ergebnis Sonntag:
1. Rene Rast, Schubert-BMW
2. Marco Wittmann, Schubert-BMW
3. Lucas Auer, Landgraf-Mercedes
4. Maro Engel, Winward-Mercedes
5. Ayhancan Güven, Manthey-Porsche
6. Arjun Maini, HRT-Ford
Text und Foto: Roman Klemm
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