Die Reise von Schönbrunn bis zum Großglockner

Neue Ausstellung zum 170. Jahrestag des Kaiserbesuchs auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

Mit dem Jubiläumsjahr 2026 rückt die Großglockner Hochalpenstraße ein besonderes Kapitel österreichischer Geschichte in den Mittelpunkt: Vor 170 Jahren erreichten Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth den Fuß des Großglockners. Neue Ausstellungen, ein Panoramaweg und eine feierliche Eröffnung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe machen die historische Reise von Schönbrunn bis zum Großglockner neu erlebbar.

Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (Nationalpark Hohe Tauern): Vor 170 Jahren wurde die Region rund um den Großglockner zum Schauplatz eines besonderen historischen Moments: Im Sommer 1856 erreichten (am 7. September) Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als ‚Sisi‘, den Fuß des Großglockners. Was heute für Besucherinnen und Besucher ein spektakulärer Aussichtspunkt auf Österreichs höchsten Berg und die Pasterze (dem längsten Gletscher der Ostalpen) ist, war damals Teil einer sehr aufwendigen und beschwerlichen Reise des jungen Kaiserpaares durch die südlichen Kronländer und damit nach Kärnten und Tirol. Anlässlich dieses Jubiläums, dem Kaiserbesuch vor 170 Jahren, widmet die Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG) im Jahr 2026 ein eigenes Erlebnis- und Ausstellungsjahr auf der später nach diesem benannten Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.
Im Zentrum steht die neue Ausstellung „Gipfeltreffen Eurer Majestäten“, die den historischen Besuch am 6. und 7. September 1856 aus einer zeitgemäßen Perspektive beleuchtet. Statt einer verklärten Darstellung rückt die Schau die politischen, gesellschaftlichen und persönlichen Rahmenbedingungen monarchischer Reisen in den Vordergrund. Historische Grafiken, Berichte und moderne Inszenierungen zeichnen die Reise von Wien bis ins Hochgebirge der Hohen Tauern (damals ‚Norische Alpen‘) nach und zeigen, dass der Besuch am Großglockner weit mehr war als ein symbolträchtiger Ausflug.
Begleitend dazu widmet sich die Ausstellung „Tafeln wie ein Kaiser“ den kulinarischen Vorlieben Kaiser Franz Josephs und der Esskultur am Wiener Hof. Sie verbindet kulturhistorische Einblicke mit persönlichen Geschichten aus dem Alltag der Monarchie und ergänzt damit den historischen Schwerpunkt um eine genussvolle Facette.
Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist der neue Kaiser-Franz-Josef-Panoramaweg. Der leicht begehbare Rundweg (rund 1,4 km) führt von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe hinauf zum Kaiserstein und wieder zurück. Entlang mehrerer Stationen erfahren Besucherinnen und Besucher Wissenswertes über das Leben des Kaisers, seine Reise nach Kärnten, die Begegnung mit der Hochgebirgswelt rund um den Großglockner sowie über persönliche Vorlieben des Monarchen und seiner Gattin Sisi. Der Weg verbindet eindrucksvoll Naturerlebnis und Geschichtsvermittlung inmitten des alpinen Panoramas.
Zu den besonderen Gästen der feierlichen Ausstellungseröffnung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe zählte Markus Emanuel Salvator von Habsburg-Lothringen. Als Urenkel von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth sowie Enkel ihrer jüngsten Tochter, Erzherzogin Marie Valerie, besteht eine unmittelbare familiäre Verbindung zum historischen Anlass. Die von Marie Valerie geerbte Kaiservilla in Bad Ischl ging später in seinen Besitz über.

Persönliche Einblicke und ein besonderes historisches Fundstück
Einen besonders persönlichen Einblick in die Beziehung des Kaiserpaares geben Zitate aus ausgewählten Briefen Franz Josephs an Elisabeth, die in der Ausstellung zu lesen sind. Darin wird deutlich, wie sehr sein Leben von der Spannung zwischen persönlicher Zuneigung und kaiserlicher Pflichterfüllung geprägt war. So schrieb er 1859 an seine Frau, sein größter Wunsch sei es, sie wieder zu umarmen, doch dürfe man sich in schwierigen Zeiten nicht allein „von den Gefühlen des Herzens“ leiten lassen. Ein besonderes historisches Zeugnis wurde zudem im Zuge der Recherchen zur Ausstellung in der Sakristei von Heiligenblut wiederentdeckt: eine Kasel, also ein liturgisches Messgewand, die Kaiserin Elisabeth der Pfarre nach ihrer Reise zum Großglockner als Geschenk zukommen ließ. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Gewand aus der Barockzeit (17. und frühes 18. Jahrhundert) stammt; seine genaue Herkunft und Geschichte sollen noch weiter erforscht werden.
Historisch wertvolle Exponate und Bilddokumente wurden auch zur Verfügung gestellt von der Sektion „Kulturelles Erbe“ des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus.
Ein weiterer besonderer Beitrag zum Jubiläumsjahr sind die eigens für diesen Anlass kreierten Dirndln „Kaiserblick“ und „Sisi“ aus dem Salzburger Heimatwerk. Die Entwürfe des bekannten Trachten-Designers Toni Golser verbinden traditionelles Handwerk, historische Anklänge und eine zeitgemäße gestalterische Handschrift. Der besondere Stoff aus Kärnten (der Traditionsfirma Seidra aus Dresach) unterstreicht dabei – wie die Großglocknerstraße selbst – auch symbolisch die freundschaftliche Verbindung zwischen Salzburg und Kärnten. Die Dirndln machen das Jubiläum auf textile Weise sichtbar und setzen einen eigenständigen kulturellen Akzent innerhalb der Eröffnung und des Gesamtprogramms.
Eröffnet wurde das Jubiläumsjahr am 17. Juni 2026 auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit einem festlichen Programm. Musikalischer Empfang, Ansprachen, eine inszenierte Eröffnung und ein anschließendes Mittagessen mit kaiserlichen Speisen schlagen dabei eine Brücke zwischen historischer Erinnerung, kultureller Inszenierung und alpiner Erlebniswelt.

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