24h Nürburgring: Die starke Österreicher-Riege ging leer aus

Die 54. Ausgabe des Klassikers 24 Stunden auf dem Nürburgring wurde vor einem Drittel Million Fans von zwei Besatzungen des Winward-Mercedes-Teams dominiert. Lange sah es so aus, als würde sich der Formel-1-Weltmeister Max Verstappen sensationell den Sieg sichern, nach einem Defekt seines Fahrzeugs konnten sich jedoch Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin freuen. Am Start war das beste, was Österreich fahrerisch zu bieten hat – Thomas Preining und Lucas Auer schieden jedoch aus, so war der 9. Philipp Eng der beste seiner Landsleute.

Qualifikation:
Nach der Top-Qualifikation am Freitag rieb man sich vor allem im Team Abt zufrieden die Hände: Ihre beiden Lamborghini Huracan Evo2 belegten nämlich die medial wichtige erste Startreihe. Am schnellsten fuhr der DTM-Fahrer Luca Engstler vor seinem Kollegen Marco Mapelli. „Ich bin stolz und zufrieden. Es war eine perfekte Runde – schneller wäre wirklich nicht möglich gewesen“, bewertete Engstler. Auf dem dritten Platz stellte der erfahrene Christopher Haase seinen Scherer-Audi R8 auf, die vierte Zeit fuhr Daniel Juncadella, der sich den Winward-Mercedes AMG mit den Star-Kollegen Max Verstappen, Jules Gounon und Lucas Auer teilte. Insgesamt qualifizierten sich 156 Teams, 5 erreichten das Zeitlimit ihrer Klasse nicht und ihre Fahrer mussten am Samstag zusehen.

Rennen:
Gestartet wurde am Samstag um 15:00 Uhr vor einer Rekordkulisse von 352.000 Zuschauern (Gesamtzahl am Wochenende) und bei wechselhaftem Wetter auf einer nassen, unberechenbaren Strecke. Mirko Bortolotti provozierte einen Frühstart seines Kollegen Mapelli, und Juncadella setzte sich dahinter. Ein unglücklicher Start für beide Abt-Lamborghini: Bortolotti musste sofort wegen eines Reifenschadens an die Box, und Mapelli erhielt eine Zeitstrafe.
Nach 5 Runden wechselten die Fahrer erstmals, und Max Verstappen begann sein Abenteuer in diesem Marathon mit aggressiven Überholmanövern. Es begann zu regnen, und mehrmals verhinderte nur Glück einen Unfall, doch der Niederländer brachte seinen Winward-Mercedes in Führung, die dann auch Lucas Auer souverän hielt.
Nach nicht ganz 4 Stunden hatte der bei den Fans so beliebte „Grello“ Manthey-Porsche 911 (Estre, Preining, Gueven, Campbell) weniger Glück. Kevin Estre beschädigte das Auto irreparabel durch einen Aufprall auf die Leitplanken in der Sektion Brünnchen. Fast an gleicher Stelle zerstörte wenig später Arjun Maini seinen HRT-Mustang-Ford.
Bei Einbruch der Dunkelheit führte der Wagen von Verstappen und Auer relativ deutlich, während die Konkurrenz von Lamborghini durch weitere Probleme ausgebremst wurde und die rutschige Sektion Bruennchen weitere Opfer forderte. Vor Mitternacht wurde die Mercedes-Konkurrenz weiter dezimiert: Die 2025-Sieger von Rowe-Racing waren gezwungen, ihren beschädigten BMW zurückzuziehen.


Nach Mitternacht, als Hubert Haupts Team nach Unfall auch den zweiten Ford-Mustang verloren hatte, führten beide Fahrzeuge von Winward Racing. Verstappens AMG-Mercedes wurde an der Spitze nämlich von einem ähnlich schnellen Exemplar der erfahrenen Crew Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin „begleitet“. Um 2:00 Uhr lieferte sich Engel mit Verstappen einen schönen Kampf um die Führung – der Formel-1-Weltmeister konnte sich durchsetzen. Um 3 Uhr morgens führten also relativ eindeutig beide Mercedes vor dem Walkenhorst-Aston Martin, zwei BMW und dem Abt-Lamborghini des Pole-Setters. Diese Reihenfolge änderte sich auch bis zum Morgengrauen nicht.
Alles deutete auf einen doppelten Triumph für AMG-Mercedes hin, als das Auto von Verstappen/Auer/Juncadella/Gounon am Sonntagmittag, also 3 Stunden vor Schluss, aufgrund eines Antriebsdefekts ausfiel! Die Befürchtungen, dass ein ähnlicher Defekt auch das Schwesterauto treffen könnte, waren unbegründet. Die zuverlässigen Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin brachten Mercedes den ersten Sieg seit 2016. Mit einem starken Finish sicherten sich Bortolotti, Engstler und Niederhauser den 2. Platz vor dem Walkenhorst-Aston-Martin-Teams Krognes/Thiim/Drudi/Fernandez Laser. Bester Österreicher wurde somit Philipp Eng, der im Schubert-BMW auf Platz 9. einlief.

Endergebnis 54. ADAC-Ravenol-24h Nürburing 2026:
1. Winward-Mercedes #80 (Engel/Schiller/Stolz/Martin)
2. Abt-Lamborghini #84 (Engstler/Bortolotti/Niederhauser)
3. Walkenhorst-Aston-Martin #34 (Krognes/Thiim/Drudi/Fernandez Laser)
4. Rowe-BMW #99 (Harper/Hesse/S. van der Linde/D. Vanthoor)
5. Touring-BMW #81 (Klingmann/de Phillippi/Verhagen/de Wilde)
6.  Lionspeed-Porsche #24 (Heinrich/L. Vanthoor/Feller) 7. Dinamic-Porsche #54  Sturm/Christensen/Buus/Hartog)
8. HRT-Ford #67 (Olsen/Mies/Vervisch/Stippler)
9. Schubert-BMW #77 (Weerts/Wittmann/Eng/Frijns)
10. Black-Falcon-Porsche #48 (Arrow/Assenheimer/T. Müller/Pereira)

Text und Foto: Roman Klemm

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