31. Ausgabe der Ennstal Classic

– auch „im ersten Jahr nach Zwickl“ Österreichs Nummer eins

1993 setzten der bekannte österreichische Journalist Helmut Zwickl und sein Freund und Enthusiast Michael Glöckner erstmals ihre Idee um, historische Fahrzeuge in einer Art Rallye durch das wunderschöne steirische Ennstal und die umliegenden Hügel fahren zu lassen. Die erste Ausgabe ihrer „Ennstal Classic“ gewann der brillante Walter Röhrl, und sogar „Mr. Red Bull“ Dietrich Mateschitz war unter den Startern.

Vielleicht war es dem Vermächtnis dieser prominenten „Paten“ zu verdanken, dass sich die Veranstaltung in den folgenden Jahren zur größten ihrer Art in Österreich entwickelte. Die dreitägige Rallye endet traditionell mit dem „Porsche Design Grand Prix“: einer Parade von Rennwagen durch das von Fans dicht belagerte Gröbming. Das Spektakel, dem bereits Persönlichkeiten wie Sir Stirling Moss, Sir Jackie Stewart, Niki Lauda, Mario Andretti, John Surtees, Maria-Teresa de Filippis, Nigel Mansell, Rauno Aaltonen, Nino Vaccarella, Emerson Fittipaldi, Hans Herrmann, Mike Thackwell und Jochen Mass beiwohnten, hat sich im Laufe der Zeit zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Die Rallye wird von schätzungsweise 100.000 Zuschauern verfolgt und soll der Tourismusregion Ennstal 20.000 Übernachtungen bescheren.
Die größten Stars aus dem Motorsportbereich der diesjährigen 31. Ausgabe waren F1-Fahrer und Le-Mans-Sieger Hans-Joachim Stuck, F2- und Tourenwagen-Legende Dieter Quester, Ex-F1-Pilot David Brabham, DTM-Star Thomas Preining und Dakar-Champion Matthias Walkner. In Augen vieler wurden sie aber von einem Überraschungsgast getoppt: dem genielen und relatif öffentlichkeitsscheuen Konstrukteur Gustav Brunner. Der ex-F1-Konstruktreur von Maurer, ATS, RAM, Rial, Ferrari und Toyota kam einer Einladung des ehemaligen F1-Chaftechnikers von ATS, Bruno Flückinger nach Gröbming.
Stuck fuhr den Grand Prix in seinem Le Mans-Sieger Porsche 962C, Quester im Porsche 356, Brabham im F2-Brabham BT38B und Preining im Porsche 908. Das sensationelle Feld ergänzten unter anderen KR Hofer in seinem Ferrari 250 SWB, Rudolf Raml im unlängst erworbenen Wolf WR1 und Alfred Ecker im Lola T620.
Knapp 180 wertvolle Schmuckstücke auf vier Rädern gingen bei der dreitägigen Rallye an den Start, viele davon pilotiert von erfolgreichen österreichischen Persönlichkeiten aus Kultur und Sport. Es siegten Peter Schöggl und Werner Tripolt auf Alfa Romeo 1750 Spider Veloce.
Die Ennstal Classic ist seit vier Jahrzehnten eine Erfolgsgeschichte – und doch war heuer „alles anders“: Erstmals fehlte Initiator Helmut Zwickl. Der gebürtige Wiener entwickelte sich in den 1960er-Jahren in Jochen Rindts „Windschatten“ zu einem der einflussreichsten deutschsprachigen Journalisten. Er schrieb für den Kurier, aber auch für Fachmagazine wie Autorevue oder Motorsport aktuell. Zwickl war nicht nur ein Vertrauter von Rindt, sondern später auch von Lauda, Berger und Mansell. Er besuchte rund 850 Grands Prix und erhielt 2005 von Max Mosley eine „lebenslange F1-Akkreditierung“. Doch Helmuts Interesse an der aktuellen Formel 1 ließ mit der Jahrtausendwende merklich nach. Als seine neue Hauptaufgabe sah er die Ennstal Classic. Der Autor zahlreicher Bücher starb Anfang Februar dieses Jahres im Alter von 85 Jahren. Michael Glöckner muss nun seine „Ennstal“ allein mit dem Orga-Team rund um Familie Zwickl weiterführen…

Text und Foto: Roman Klemm

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