Wie gehabt, möchte man sagen. Philip Egli gewann die 26. ACS Auto-Renntage Frauenfeld auf der Grossen Allmend – es war der elfte Sieg des Glarners in Serie. Wie im vergangenen Jahr vor dem Walliser Lionel Ryter. Aber bei den Tourenwagen siegte mit Dino Wintsch ein Fahrer, den eigentlich niemand auf der Rechnung hatte – am wenigsten der Zürcher selbst.

Wieder hatte Philip Egli den Tagessieg mit weniger als einer Sekunde Vorsprung geholt. Um 0.73 Sekunden distanzierte der Glarner mit seinem Formel-3-Dallara seinen grossen Konkurrenten Lionel Ryter. Dem drittplatzierten Ursanne Salomon (Formel-3-Dallara) fehlten bereits 6.35 Sekunden auf die Spitze. Im Vorjahr hatten Ryter mit seinem Formel Tatuus-Renault sogar nur 0.62 Sekunden auf Egli gefehlt. Entsprechend rechnete die Konkurrenz auch damit, dass der Walliser dieses Jahr die Siegesserie von Egli in Frauenfeld womöglich beenden würde. Mit einer Laufzeit von 1:59.51 Minuten holte sich Egli bei den ACS Auto-Renntagen Frauenfeld den elften Sieg in Serie. Schneller war der Glarner über den 3.2 Kilometer langen Kurs nur 2024 (1:58.87 Minuten).
Egli freute sich diebisch über seinen Erfolg, wahrscheinlich auch, weil er nach dem ersten von zwei Trainings sehr viel Stress hatte. Beim Getriebewechsel am Dallara halfen Marcel Maurer und Yves Hängärtner, ehemalige Konkurrenten Eglis. «Ich bin ihnen und meinem Papa sehr dankbar, dass sie mich so tatkräftig unterstützt haben», meinte der Glarner Dominator nach seiner Siegfahrt. Auch Ryter hatte Probleme im Training. «Die Reifen», meinte der Walliser. Nachdem er Egli im ersten Lauf bis auf 0.83 Sekunden nahegekommen war, wollte er im entscheidenden zweiten Lauf zuschlagen. «Ich habe zu viel riskiert», meinte Ryter leicht enttäuscht. Der linke Frontflügel seines Formelfahrzeugs hatte etwas gar viel Gras geladen, «ich habe die letzte Kurve zu stark geschnitten und bin leicht von der Strecke abgekommen».
Den Vogel abgeschossen, wenn man so sagen will, hat bei den 26. ACS Auto-Renntagen Frauenfeld aber Dino Wintsch. Der Zürcher, mehrmaliger Gesamtsieger des Lotus-Cups, gewann hinter dem viertplatzierten Antonio Scolaro (Nova Proto NP03) überraschend die Tourenwagenwertung. Wintsch nahm auf diese Saison einen Fahrzeugwechsel vor, er fährt nun einen Porsche 911 aus dem Hause von Christoph Zwahlen aus Pfyn. «Mit dem Sieg, meinem ersten Tourenwagensieg bei einem Slalom zur Schweizer Slalommeisterschaft überhaupt, hatte ich nie gerechnet. Das Auto war aber auch top vorbereitet», meinte Wintsch. Sein «Chef» Zwahlen, 2010, 2012 und 2013 selbst Tourenwagensieger in Frauenfeld und dieses Wochenende Gesamtzehnter mit einem Porsche 997 Cup-R, freute sich sehr über den Exploit seines Piloten: «Für mich ist das doch allerbeste Werbung, wenn ich einem Kunden ein Auto hinstelle, das siegfähig ist.» Hinter Dino Wintsch (Laufbestzeit 2:11.37 Minuten) klassierten sich Frauenfeld-Rückkehrer Christian Bralla (Fiat X1/9) und Matthias Bischofberger (2:12.98). Der Pilot aus Wängi (Porsche 997 GT3 Cup) hatte in den zwei Vorjahren das Rennen bei den Tourenwagen gewonnen.
Wintsch feierte in Frauenfeld sogar zwei Siege. Am Samstag hatte er die Tageswertung der LOC-Konkurrenz gewonnen, das aber noch mit einem Lotus Exige, womit er auch die Konkurrenz um den Lotus Cup Suisse gewann. Die zwei Rennläufe zum Suzuki Swiss Racing Cup gewann Titelverteidiger Rico Thomann. Einfach hatte es sich aber auch der ehemalige Schweizer Juniorenmeister nicht gemacht, er teilte sich das Fahrzeug mit seinem Bruder Carlo. Die Schnupperkategorie für Rennsporteinsteiger gewann Alex Lusti in einem Audi RS3.
Erfreulich waren die 26. ACS Auto-Renntage Frauenfeld 2026 auch aus Sicht der Organisatoren. Der Rennbetrieb verlief ohne grosse Störungen, «nur einmal gab es einen Blechschaden, zeitweise hatten wir aber gemessen am Programm sogar einen Vorsprung von 30 Minuten», sagte Rennleiter Marc Flum. «Rund 9’000 Zuschauer fanden an den beiden Renntagen den Weg auf die Grosse Allmend. Das sind ein paar weniger als im letzten Jahr, was aber auch der Wetterprognose, die Regen angekündigt hatte, geschuldet ist», meinte Christof Papadopoulos, Geschäftsführer der ACS Sektion Thurgau, zufrieden.
Alle Ranglisten stehen unter autorenntage.ch zur Verfügung
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