Marcel Fässler am Steckborner Bergrennen

Über 280 klassische Fahrzeuge stehen beim Memorial am Start.

Das Memorial Bergrennen Steckborn vom 22./23. September verspricht auch dieses Jahr zu einer tollen Publikumsattraktion zu werden. So sind über 280 klassische Fahrzeuge – Autos und Motorräder – gemeldet, und das Showprogramm wird angeführt vom dreimaligen Le-Mans-Sieger Marcel Fässler auf dem legendären Audi Quattro Rallye Gruppe 4, der dem Siegerfahrzeug von Röhrl/Mouton entspricht.

96 klassische Fahrzeuge stehen am Wochenende vom 22./23. September in Steckborn am Start – ein Traum für Oldtimer-Liebhaber! Einsitzige Rennwagen aus den 60er, 70er und 80er Jahren kontrastieren mit seltenen und zum Teil einmaligen Vorkriegsfahrzeugen. Motorräder mit und ohne Seitenwagen beleben die Szene, die auch Platz bietet für gemütlich im Corso fahrende Luxuslimousinen bekannter englischer und amerikanischer Marken.
Show-Programm mit klingenden Namen
Der 42jährige Marcel Fässler aus Einsiedeln, langjähriger Werksfahrer für Audi und erfolgreicher Corvette-Pilot, ist nicht zum ersten Mal am Bergrennen dabei: Bereits beim ersten Memorial im Jahre 2007 zeigte er sein Können auf einer Corvette. Diesmal wird er einen Audi Quattro Rallye Gruppe 4 pilotieren, ein Fahrzeug mit dem Walter Röhrl und Michelle Mouton die Rallye-Szene dominierten. Und der Kreuzlinger Philipp Frommenwiler ist auch dieses Mal wieder dabei auf einem BMW Z4 GT3.
Im Kanton Thurgau kennt man Eugen Strähl bestens: Sein Fahrzeug wird der Sauber C5 von 1978 sein, den er zusammen mit Peter Bernhard in Le Mans pilotierte. Zur Feier des 50-Jahr-Jubiläums des Opel GT wird der mehrfache Schweizer Meister Fritz Erb aus Hallau zur Abwechslung nicht den legendären Kadett GT/E fahren, sondern einen absolut originalen und wunderschönen GT/J des Wattwilers Edy Kobelt. Kobelt selbst, mehrfacher Schweizer Meister bei den Serienwagen, wird seinen 1964er Ford Cortina Lotus den Berg hochjagen und dabei sein fahrerisches Können demonstrieren.
Damit nicht genug: Aus der Motorradszene geben sich Bruno Kneubühler und Stefan Kiser in Steckborn ein Stelldichein. Und rennsportliche Highlights sind etwa ein Lancia Stratos Gruppe 4, ein Seat Cupra TCR, ein Porsche 911GT3 R sowie als besondere Attraktion ein March 781 Formel 1. Letzterer wird pilotiert von Marcel Tobler aus Riedt/Erlen.
Mehr als ein Drittel Thurgauer Teilnehmer
Die Statistik der TeilnehmerInnen zeigt, dass von insgesamt 296 Fahrerinnen und Fahrern 122 aus dem Kanton Thurgau stammen; 23 allein aus dem offensichtlich Oldtimer-begeisterten Steckborn. Im Teilnehmerfeld finden sich ausgesprochen seltene Fahrzeuge, absolute Exoten wie auch gängige Klassiker. Bei den Vorkriegsmodellen stechen die gewaltigen American La France hervor, die ursprünglich auf robusten amerikanischen Feuerwehrfahrzeugen basieren. Roland Britschgi und Ruedi Schawalder treten mit diesen Hubraummonstern (14, respektive 14,5 Liter Hubraum; Jahrgang 1919 und 1917!) an und werden unerbittlich Wind und Wetter ausgesetzt für Spektakel sorgen. Am anderen Ende des Hubraumspektrums finden sich etwa ein Spatz 200 (196 ccm) von 1956, der Fiat 500 des Steckborners Heinrich Stutz (499 ccm) und natürlich der seltene Jawa 600 Roadster von Herbert Bürgi (615 ccm), ebenfalls aus Steckborn.
Die Marke Porsche feiert dieses Jahr ihr 70jähriges Bestehen. Es erstaunt also nicht, dass sich auf der Starterliste 16 Porsche vom 1958er 356 A Carrera GT bis zum 911 GT3 R finden. Das älteste Fahrzeug ist der 1916er Buick D45 von Peter Herzog aus Ermatingen. Ebenfalls aus Ermatingen kommt Hansruedi Wälti, der zusammen mit Kurt Huber eine ENT Norton mit Seitenwagen aus dem Jahre 1953 pilotiert. Das älteste teilnehmende Motorrad ist eine 1930er Motosacoche mit 500 ccm Hubraum und 27 PS.
Elektrofahrzeuge 1918-2018
Als Ergänzung zum Renngeschehen der Oldtimer werden Elektrofahrzeuge modernster Bauweise einem Elektro-Lastwagen von 1918 gegenüber gestellt. Wer überrascht ist, dass schon vor 100 Jahren Elektrofahrzeuge auf unseren Strassen rollten, der sollte zur Kenntnis nehmen, dass damals ein munterer Wettbewerb zwischen dampfbetriebenen, elektrischen und benzinbefeuerten Automobilen herrschte – und dass keineswegs entschieden war, welche Antriebstechnik sich im Massenmarkt durchsetzen würde. Repräsentant der elektrischen Antriebstechnik von vor 100 Jahren ist ein Lastwagen der Schweizer Marke Tribelhorn, der sich seit seiner Auslieferung im Besitz der Mineralquellen Eptinger befindet und nach wie vor läuft! Modernste Elektrofahrzeuge verschiedener Marken sind zu sehen, doch auch hier sticht ein Schweizer Produkt aus der Masse heraus: Der Kyburz e-rod ist ein offener Renner, der sich in Sachen Beschleunigung und Sportlichkeit nicht vor dem ebenfalls gezeigten BMW i8 zu verstecken braucht.
Mitfahren im Oldtimer
Wer gerne einmal in einem Klassiker mitfahren und dabei das Fahrgefühl auf der Bergstrecke erleben möchte, kann beim Rent-a-Classic-Drive mitmachen und sich in einem Jaguar E, einem Shelby Cobra oder einem Mustang chauffieren lassen. Der Erlös wird einem guten Zweck zufliessen.
Aufwändige Sicherheitsvorkehrungen
Im 14köpfigen Organisationskomitee des Steckborner Bergrennens ist Urs Herzig zuständig für bauliche Massnahmen, insbesondere Sicherheitsvorkehrungen für FahrerInnen und Publikum. Die Arbeit seines Teams orientiert sich im Detail an den Vorschriften, die der ACS als verantwortliche Organisation für den Rennbetrieb verlangt und kontrolliert. Allein für die Sicherung der Strecke werden 260 Quaderballen Stroh und 250 Kleinballen verbaut. An heiklen Stellen folgen dahinter 20 Kubikmeter Holzverbauung, und zur Dämpfung der Fusswege werden 50 Kubikmeter Holzschnitzel benötigt. Besonders gefährliche Stellen werden durch insgesamt 80 Meter Betonelemente gesichert und natürlich ebenfalls durch Strohballen und Holzschnitzel gedämpft.
Das OK stellt 50 Personen Sicherheitspersonal für die Strecke und die Personenübergänge. Dazu kommen rund 100 Helferinnen und Helfer vom ACS Thurgau, der für den Rennbetrieb zuständig ist.
Rennleiter Alex Maag und Christof Papadopoulos, der OK-Präsident des ACS, koordinieren mit ihrer 15köpfigen Sportkommission 45 Streckenposten-Funktionäre sowie 40 weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Diese sind zuständig für die Organisation der Fahrerlager, des Vorstarts sowie des Ziels. Dazu kommt das Rettungsdienst-Team, das mit einem Rennarzt vor Ort auf Pikett ist. Alle rund 250 Helferinnen und Helfer arbeiten ehrenamtlich, werden selbstverständlich verpflegt und erhalten eine bescheidene Tagespauschale. Sie reisen zum Teil aus anderen Ecken der Schweiz auf eigene Kosten an, um dabei zu sein und neben ihren Pflichten den Rennbetrieb zu geniessen.
Mehr auf: www.bergrennen-steckborn.ch

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